Landeskirche will Einrichtung nach Bochum verlegen
Herford droht Verlust der Musikhochschule

Herford (WB) -

Die Hochschule für Kirchenmusik soll von Herford nach Bochum verlegt werden. Ein Gutachten empfiehlt der Evangelischen Landeskirche von Westfalen, die Hochschule dort gemeinsam mit der Pop-Akademie aus Witten neu anzusiedeln. Die Synode des Kirchenkreises Herford erhebt Einspruch.

Sonntag, 31.01.2021, 16:15 Uhr
Die Studenten der Herforder Hochschule für Kirchenmusik wirken tief in die Gemeinden Ostwestfalen-Lippes hinein.
Die Studenten der Herforder Hochschule für Kirchenmusik wirken tief in die Gemeinden Ostwestfalen-Lippes hinein. Foto: Thomas Meyer

Drei Faktoren haben die Landeskirche der Auskunft von Kirchenmusikdezernent Dr. Vicco von Bülow zufolge veranlasst, die Zukunft der kirchenmusikalischen Ausbildung in Westfalen zu prüfen. Zum einen die absehbar schrumpfenden Einnahmen der Landeskirche, die ihre Aufgaben aus einem neunprozentigen Kirchensteueranteil finanziert. Zum zweiten ein hoher Renovierungsbedarf der denkmalgeschützten Hochschule an der Herforder Parkstraße. Zum dritten der ausdrückliche Wunsch von Studenten, Dozenten und Leitern der Hochschule und Pop-Akademie, ihre Arbeit an einem Standort „auf Augenhöhe“ zusammenzulegen.

Die Gutachter hätten daraufhin den Status quo, den Umzug der Pop-Akademie nach Herford und einen Umzug beider Einrichtungen in einen Neubau auf dem Campus der evangelischen Fachhochschule des Rheinlandes und Westfalen-Lippes in Bochum geprüft. Und seien zu einer eindeutigen Empfehlung gekommen: „In Bochum könnten beide Fachbereiche in die Arbeit und den Campus der größten evangelischen Hochschule Deutschlands eingebettet werden. Aus der Nähe zur theologischen Fakultät der Universität Bochum würden sich zusätzliche Synergien ergeben,“ führte von Bülow in der Online-Synode des Kirchenkreises Herford aus. Diese Verankerung sei ein starkes Argument in künftigen, unvermeidbaren Spardebatten.

Diesen Vorteilen hielt der Herforder Pfarrer Bodo Ries die Sorge entgegen, mit einem Umzug nach Bochum den starken Zweig der klassischen kirchenmusikalischen Ausbildung in Westfalen abzusägen. Ohne die Unterstützung der in Herford ausgebildeten Studenten müssten evangelische Gottesdienste in Ostwestfalen-Lippe dauerhaft ohne Kirchenmusik auskommen. Die starke, über 72 Jahre lang gewachsene Verwurzelung der Hochschule mit den Gemeinden in der Region, die Bläsertradition, das internationale Renommee der Herforder Schule würden für die Vision einer Bildungseinrichtung aufgegeben, die es noch gar nicht gebe. Ries: „Wir begrüßen die Zusammenführung von klassischer und populärer Kirchenmusik an einem Standort. Doch wir fürchten den Untergang der klassischen Ausbildung in Bochum.“ Die Synode fordert die Landeskirche auf, vor einer Entscheidung die Herforder Einwände zu prüfen.

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