Anders als in Lippe gibt es im Kreis Herford kaum Drängler – dort ist Kontaktformular offline
Vorbildliche Impfdisziplin

Herford (WB) -

Wohl dem, der im Kreis Herford die Impfung für die wichtigen Berufsgruppen organisieren muss und nicht etwa im Nachbarkreis Lippe. Dort haben so viele Unberechtigte versucht, eine Immunisierung zu bekommen, dass der Kreis ein eigens dafür entwickeltes Online-Formular schon nach einem Tag wieder aus dem Internet genommen hat.

Donnerstag, 25.02.2021, 16:27 Uhr aktualisiert: 25.02.2021, 16:30 Uhr
Die priorisierten Berufsgruppen – sofern die Betroffenen unter 65 sind – werden mit dem Vakzin von Astrazeneca geimpft.
Die priorisierten Berufsgruppen – sofern die Betroffenen unter 65 sind – werden mit dem Vakzin von Astrazeneca geimpft. Foto: dpa

„Nein, solche Probleme sind uns hier nicht bekannt, bei uns klappt das relativ reibungslos“, sagte Landrat Jürgen Müller am Donnerstag nach einer Runde des Corona-Krisenstabs. Wie berichtet, ist für die Vergabe der Impftermine priorisierter Berufsgruppen der Kreis zuständig, nur für die über 80-Jährigen die Kassenärztliche Vereinigung. Mittlerweile sind im Impfzentrum im Industriegebiet Bustedt mehr als 1000 Beschäftigte aus dem medizinischen Bereich geimpft worden. Auch wenn sie – so lange sie unter 65 sind – den bei vielen umstrittenen Impfstoff von Astrazenaca bekommen, lehnen nur ein bis zwei Prozent der Impflinge dieses Vakzin ab, deutlich weniger als in anderen Kreisen und Städten.

Seit wenigen Tagen ist der Kreis der potenziellen Impflinge größer: Ärzte und Zahnärzte, die Covid-Patienten behandeln, aber auch Beschäftigte beim Medizinischen Dienst, in Sanitätshäusern, Seelsorger, Fußpfleger, Frisöre und Betreuungsrichter gehören jetzt dazu – allerdings nur, wenn sie regelmäßig in vollstationären Pflegeeinrichtungen tätig sind. Der Kreis Herford nimmt zu den Betroffenen Kontakt auf, um einen Termin zu vereinbaren.

Anders in Lippe: Dort hatte der Kreis am Dienstag ein Kontaktformular im Internet freigeschaltet, über das Impfberechtigte sich melden konnten. Bereits einen Tag später, am Mittwoch, nahm der Kreis das Angebot aus dem Netz. „Das Kontaktformular wird massiv missbraucht“, teilt der Kreis Lippe mit. „Die Mitarbeitenden im Impfzentrum wurden regelrecht überrannt und konnten sich kaum noch auf ihre Kernaufgabe konzentrieren.“

Eine Sprecherin erläutert: „80 Prozent der 200 bis 300 eingegangenen Meldungen über das Online-Formular entsprachen nicht den Vorgaben.“ Vielfach sei schon auf den ersten Blick ersichtlich gewesen, dass der Absender keinen Impfanspruch habe. Jetzt sollen alle Berechtigten über eine neue E-Mail-Adresse Kontakt zum Kreis Lippe aufnehmen – in der Hoffnung, dass das besser klappt.

Der Kreis Herford scheint mit seiner Strategie erfolgreicher zu sein: Er schreibt die Arbeitgeber der betreffenden Personengruppe per E-Mail an. Diese geben dem Kreis eine Rückmeldung, welche ihrer Mitarbeiter/innen sich im Impfzentrum immunisieren lassen möchten. Die Arbeitgeber bekommen für diese dann jeweils einen Code, mit dem sie über ein Online-Portal für die Mitarbeiter einen Erst- und Zweittermin selbst buchen können.

„Mit unserer Buchungsmethode haben wir gute Erfahrungen gemacht. Die Rückmeldungen waren positiv und fast alle gebuchten Termine konnten wahrgenommen werden,“ sagt Krisenstabsleiter Markus Altenhöner.

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