Meldung machten raschen Zugriff der Beamten möglich – Hat verdächtiger Bünder (30) noch weitere Feuer gelegt?
Brand- und Randale-Serie: Polizei dankt aufmerksamen Zeugen

Bünde/Kirchlengern (WB) -

Herfords Polizeisprecherin Simone Lah-Schnier bedankt sich ausdrücklich bei den Zeugen, die die Beamten nach den Steinwürfen auf die Bünder Rathausscheiben am Mittwoch auf die Fährte des mutmaßlichen Serien-Brandstifters und -Randalierers brachten.

Freitag, 26.02.2021, 19:30 Uhr
Das Feuer auf dem Gestüt Falkenhöh am Mittwochabend in Kirchlengern soll auch auf das Konto des geschnappten mutmaßlichen Steinewerfers gehen.
Das Feuer auf dem Gestüt Falkenhöh am Mittwochabend in Kirchlengern soll auch auf das Konto des geschnappten mutmaßlichen Steinewerfers gehen. Foto: Daniel Salmon

 

Wie berichtet, klickten bereits zehn Minuten nach der Alarmierung die Handschellen. „Die Polizei kam aus allen Richtungen“, schildert ein Zeuge des Einsatzes in der Innenstadt dieser Zeitung.Zudem liefert Lah-Schnier auch eine mögliche Erklärung, warum der 30-Jährige nach den ihm vorgeworfenen Taten der vergangenen Monate immer recht schnell von den Tatorten – sie alle liegen im direkten Bünder City-Bereich – verschwinden konnte. „Der Verdächtige wohnt in der Innenstadt“, erklärt die Polizeisprecherin auf WESTFALEN-BLATT-Nachfrage. Nach Informationen dieser Zeitung soll sich seine Wohnung unweit des Rathauses, dem letzten Tatort der Randale-Serie, befinden.

Der von der Polizei in Bünde am späten Mittwochabend verhaftete mutmaßliche Steinewerfer soll auch das Feuer auf dem Gestüt Falkenhöh in Kirchlengern und weitere Brände gelegt haben. Er sitzt bereits in U-Haft. Neben mehreren Steinwurf-Vorfällen in der Innenstadt – unter anderem auf das Rathaus – soll der Verdächtige neben der Feuerattacke auf den Reitstall für mehrere Autobrände auf den Bünder Kirchparkplätzen verantwortlich sein. Auch die sogenannte „Kerze der Hoffnung“ soll er im vergangenen Jahr abgefackelt haben.

Ballen auf Gestüt in Brand

1/21
  • Feuer auf Gestüt in Kirchlengern

    Foto: Daniel Salmon
  • Feuer auf Gestüt in Kirchlengern

    Foto: Daniel Salmon
  • Es brennt im Gestüt Falkenhöh in Kirchlengern.

    Foto: Kathrin Weege
  • Es brennt im Gestüt Falkenhöh in Kirchlengern.

    Foto: Kathrin Weege
  • Es brennt im Gestüt Falkenhöh in Kirchlengern.

    Foto: Kathrin Weege
  • Feuer auf Gestüt in Kirchlengern

    Foto: Daniel Salmon
  • Feuer auf Gestüt in Kirchlengern

    Foto: Daniel Salmon
  • Feuer auf Gestüt in Kirchlengern

    Foto: Daniel Salmon
  • Feuer auf Gestüt in Kirchlengern

    Foto: Daniel Salmon
  • Feuer auf Gestüt in Kirchlengern

    Foto: Daniel Salmon
  • Feuer auf Gestüt in Kirchlengern

    Foto: Daniel Salmon
  • Feuer auf Gestüt in Kirchlengern

    Foto: Daniel Salmon
  • Feuer auf Gestüt in Kirchlengern

    Foto: Daniel Salmon
  • Feuer auf Gestüt in Kirchlengern

    Foto: Daniel Salmon
  • Feuer auf Gestüt in Kirchlengern

    Foto: Daniel Salmon
  • Feuer auf Gestüt in Kirchlengern

    Foto: Daniel Salmon
  • Feuer auf Gestüt in Kirchlengern

    Foto: Daniel Salmon
  • Es brennt im Gestüt Falkenhöh in Kirchlengern.

    Foto: Kathrin Weege
  • Es brennt im Gestüt Falkenhöh in Kirchlengern.

    Foto: Kathrin Weege
  • Es brennt im Gestüt Falkenhöh in Kirchlengern.

    Foto: Kathrin Weege
  • Es brennt im Gestüt Falkenhöh in Kirchlengern.

    Foto: Kathrin Weege

Zwar gebe es aktuell keine Anhaltspunkte dafür, dass der Bünder auch die verschiedenen Brandanschläge auf die Kita Krempoli in Hunnebrock, die städtische Hauptschule oder das Büro der evangelischen Lydia-Kirchengemeinde verübt habe. „Die Ermittlungen laufen aber auch noch“, erklärt Simone Lah-Schnier, Pressesprecherin der Kreispolizei.

Der 30-Jährige – er ist wegen mehrerer Diebstähle und Körperverletzungsdelikte bereits polizeibekannt – war den Fahndern am Mittwoch gegen 23.30 Uhr ins Netz gegangen – nur zwei Stunden nach dem Brand von mehreren Heulage-Ballen auf der Reitanlage.

Wie berichtet, hatte eine Video-Kamera den mutmaßlichen Täter bei der Brandstiftung gefilmt. Den Ermittlern liegen demnach detaillierte Aufnahmen vor, die den Tatverdächtigen wohl mit dem Feuer in Kirchlengern in Zusammenhang brachten: Somit soll es sich bei dem Rathaus-Randalierer auch um den Brandstifter handeln.

Bei der Vernehmung durch die Kripo ließ sich der Festgenommene zu keinem der gegen ihn erhobenen Vorwürfe ein. „Gegenüber den Beamten machte er gar keine Angaben“, informiert Polizeisprecherin Lah-Schnier. Allerdings wurden die Fahnder bei der Durchsuchung der Wohnung des Mannes fündig und stellten mehrere Beweismittel sicher. „Neben diverser Bekleidung konnten die Ermittler auch verschiedene Arten von Brandbeschleunigern auffinden“, teilt Simone Lah-Schnier mit.

Die Kreispolizeibehörde hatte nach den jüngsten Vorfällen vom letzten Wochenende eine Ermittlungskommission eingerichtet und zudem die Präsenz von Streifenbeamten in der Bünder Innenstadt deutlich erhöht. Scheinbar führten auch diese Maßnahmen letztlich zu dem Fahndungserfolg.

Für wie viele der etwa 90 ähnlich gelagerten Straftaten, die sich in Bünde seit vergangenem September ereignet haben, der 30-Jährige letztlich infrage kommt, werden die weiteren Ermittlungen der Kripo zeigen. Lah-Schnier: „Die Ermittlungskommission bleibt jedenfalls bestehen.“

 

Kommentar

Seit dem Wiederaufflammen der Brand- und Vandalismus-Serie zu Jahresbeginn hatte die Polizei vor allem in sozialen Medien viel Kritik einstecken müssen. Trotz immer weiterer Taten konnten sie keinen Verdächtigen präsentieren. Die Nerven bei einigen Bürgern lagen blank. Rufe nach einer Bürgerwehr wurden laut.Doch die Ermittler ließen sich nicht beirren, setzten ihre akribische Arbeit fort, zeigten mehr Präsenz. Und dem Tüchtigen hilft bekanntlich das Glück – oder wie hier: „Kommissar Zufall“. Die mittlerweile wachsamen Bürger zeigten Courage, als Mittwoch abermals Rathausscheiben klirrten. Die Polizisten, zu diesem Zeitpunkt verstärkt auf Streife, waren ruckzuck am Tatort, spürten den Verdächtigen nach der guten Beschreibung der Zeugen rasch auf.Zu hoffen ist nun, dass nach turbulenten Wochen endlich Ruhe einkehrt und die Ermittler die Randale- und Brandserie komplett aufklären können. Doch das braucht Zeit – und die sollte man ihnen auf jeden Fall geben

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7840522?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F
Pröger macht die 40 Punkte klar
Kai Pröger trifft zum 2:2 für den SC Paderborn.
Nachrichten-Ticker