Verantwortliche sind mit Bündes Ergebnis beim jüngsten ADFC-Fahrradklima-Test zufrieden – Stadt erhält Schulnote 3,4
Langsam geht‘s wieder bergauf

Bünde (WB) -

Die Talfahrt ist vorerst gestoppt: Beim ADFC-Fahrradklima-Test 2020 hat Bünde wieder etwas besser abgeschnitten. Mit einer Schulnotenbewertung von 3,4 sichert sich Bünde sogar das beste Ergebnis der Teilnehmer aus OWL. Neben Lob gibt‘s aber auch Kritik.

Dienstag, 13.04.2021, 21:09 Uhr aktualisiert: 14.04.2021, 10:06 Uhr
Rolf Overlack (ADFC, von links), Mobilitätsbeauftragte Annette Kühn (VCD) und Elmar Holstiege haben das Ergebnis des Radklima-Tests für Bünde analysiert.
Rolf Overlack (ADFC, von links), Mobilitätsbeauftragte Annette Kühn (VCD) und Elmar Holstiege haben das Ergebnis des Radklima-Tests für Bünde analysiert. Foto: Daniel Salmon

 

Bundesweit wurden 1024 Städte und Gemeinden bewertet. 230.000 Radler beteiligten sich an der Umfrage, die alle zwei Jahre durchgeführt wird. „Aus Bünde haben 224 Personen mitgemacht. Sonst waren es im Schnitt nur 120. Von daher haben wir einen Teilnehmerrekord“, sagt Rolf Overlack, Sprecher des heimischen ADFC-Verbandes. Erfreulich: Vor allem viele Jugendliche haben sich an der Erhebung beteiligt.

„Auch wenn sich das Ergebnis von 3,4 für Bünde im ersten Augenblick nicht so gut anhört, liegen wir im Landesranking auf Platz zwölf und im Bundesvergleich auf Platz 30 von insgesamt 415 teilnehmenden Städten in derselben Größenklasse. Damit können wir echt zufrieden sein“, ordnet Overlack die Bewertung ein.

2012 hatte Bünde noch eine Bewertung von 2,8 erreichen können – ein Top-Wert. Seither ging es beim Fahrradklima-Test bergab. Zuletzt – also 2018 – gab‘s die Schulnote von 3,5. Im Kreis Herford lässt die Kommune die übrigen Städte und Gemeinden (Vlotho: 3,58, Hiddenhausen: 3,67, Spenge: 3.9, Löhne: 4,0, Enger: 4,1, Herford: 4,33) in Sachen Fahrradfreundlichkeit aber weiterhin hinter sich.

Doch welche Punkte fielen den Radlern in Bünde besonders positiv auf. Overlack: „Recht gut bewertet wurden die Erreichbarkeit des Stadtzentrums, die Möglichkeit des zügigen Radfahrens durch Bünde sowie die gute Wegweisung für Radler.“ Doch es gab auch Kritik. Unzufrieden sind die Bünder Radfahrer demnach mit der teils geringen Breite der Radwege, der Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen sowie der Wegführung rund um Baustellen.

Vor allem in Sachen Falschparker sei die Stadt aber auch auf die Mithilfe der Bürger angewiesen, wie Bündes Mobilitätsbeauftragte Annette Kühn ausführt: „Wenn die Mitarbeiter unseres Ordnungsamtes auf Fahrzeuge stoßen, die Radwege blockieren, gehen sie natürlich restriktiv dagegen vor. Aber wir können natürlich nicht überall im Stadtgebiet gleichzeitig sein. Daher würden wir uns freuen, wenn uns Bürger besonders neuralgische Punkte, an denen das öfter vorkommt, melden. So können wir dort verstärkt nach dem Rechten sehen.“

Aber noch ein weiter Aspekt treibt Rolf Overlack und den ADFC um: „Die Corona-Zeit hat viele neu auf das Rad gelockt. Das ist natürlich erfreulich. Damit der Trend aber anhält, ist das Sicherheitsgefühl entscheidend.“

Sicher fühlen sich Radler im Bünder Straßenverkehr jedoch nicht an allen Stellen. Für diesen Punkt im Fahrradklima-Test vergaben die Teilnehmer nur die Note 3,4. „Als Beispiel für das ungute Sicherheitsgefühl kann der Abschnitt der Gerhart-Hauptmann-Straße zwischen Wasserbreite und Borriesstraße herhalten. Ungeübte Radler trauen sich kaum, diese Strecke in die Stadt oder zum Bahnhof zu nehmen.“

Und auch der schon lange geforderte Radweg an der Holser Straße – von der Jahn- bis zur Hansastraße – muss dringend gebaut werden“, fordert Overlack.

Wie Annette Kühn erklärt, gebe es in Sachen Holser Straße Gespräche mit Straßen NRW, wie eine Umgestaltung des Bereichs aussehen könne. Das sei nötig, da vor allem viele Schüler diese Strecke nutzen würden. Mit Blick auf die Gerhart-Hauptmann-Straße wolle man abwarten, wie es mit dem dortigen Cordes-Gelände weitergehe und was dann dort in Sachen Radsicherheit und Wegführung möglich sei, so die Mobilitätsbeauftragte.

Overlack hofft, dass man sich in Bünde nicht auf dem Test-Ergebnis ausruht: „Wir würden uns natürlich wünschen, dass es für uns weiter nach oben geht.“

Mehr Radbügel

Ein Schwachpunkt, den die Umfrageteilnehmer für Bünde ausgemacht haben, dreht sich um das Thema Fahrraddiebstahl. In der Tat war es vor einiger Zeit in der Stadt zu regelrechten Diebstahlserien gekommen. Doch in dem Punkt hat die Kommune bereits reagiert, damit Radler ihre Mountainbikes, Pedelecs und Co. in der City sicher anketten können. „Seit 2017 haben wir in der Innenstadt 50 Radbügel aufgestellt. Zuletzt am Parkplatz der Pauluskirche. Und auch am Rathaus haben wir die Anzahl der Bügel verdoppelt“, erklärt Bündes Mobilitätsbeauftragte Annette Kühn. Zudem seien ebenfalls knapp 50 Radbügel an den Bünder Friedhöfen installiert worden. Jeweils zwei pro Friedhofseingang.

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