>

Sa., 13.09.2014

Küchen Kuhlmann steht vor der Übernahme durch chinesische Boloni-Gruppe Abbau von 40 Stellen geplant 

Der Betriebsrat der Firma Kuhlmann hat am Freitag die 120 Mitarbeiter der Küchenmöbelfirma über die mögliche Übernahme durch die chinesische Boloni-Gruppe informiert. Ende Juli hatte Kuhlmann Insolvenz anmelden müssen.

Der Betriebsrat der Firma Kuhlmann hat am Freitag die 120 Mitarbeiter der Küchenmöbelfirma über die mögliche Übernahme durch die chinesische Boloni-Gruppe informiert. Ende Juli hatte Kuhlmann Insolvenz anmelden müssen.

Von Ruth Matthes

Enger (EA). Die Übernahme der Küchenfirma Kuhlmann ist so gut wie beschlossen. Wie Gewerkschaftssekretär Frank Branka am Freitag mitteilte, seien die Verträge mit der chinesischen Gruppe vorbereitet. Im Zuge des Verkaufs sei allerdings ein Abbau von bis zu 40 Stellen zu befürchten.

»Wir hoffen, dass es uns möglich sein wird, die Zahl der abgebauten Stellen so gering wie möglich zu halten«, erklärte Branka. 35 bis 40 der derzeit 120 Mitarbeiter müssten um ihren Job bangen. Die Belegschaft wurde am Freitag vom Betriebsrat über ihre Zukunftsaussichten informiert. »Der Arbeitgeber hat eine sozial verträgliche Lösung versprochen, eine Transfergesellschaft, in der sich die Mitarbeiter weiter qualifizieren können, soll eingerichtet werden«, ergänzte Branka.

Nach Informationen der IG Metall hat die Boloni-Gruppe bereits seit einiger Zeit Interesse an der Übernahme des Engeraner Küchenmöbelherstellers. Boloni Home Decor wurde im Oktober 1992 von CaiMing (Frank Cai) in Peking unter dem damaligen Namen Kebao gegründet. CaiMing war einer der ersten, die westliche Küchen und Einbaugeräte nach China brachten. Im Oktober 2001 entstand ein Joint Venture mit der italienischen Firma Boloni mit Firmensitz in Brescia im Norden Italiens. Mit Kuhlmann, damals noch unter dem Namen RWK Küchen, hat sich Boloni Anfang 2005 zusammengetan.

Ende Juli 2014 hatte Kuhlmann einen Insolvenzantrag stellen müssen, Insolvenzverwalter ist Hans-Peter Burghardt aus Herford. Nach Informationen dieser Zeitung soll die Sparkasse Herford dem Unternehmen einen Massekredit eingeräumt haben, um so das laufende Geschäft zu finanzieren. Das beinhaltet jedoch nicht die Löhne, denn die werden drei Monate lang für die 120 Beschäftigten mit dem so genannten Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit gezahlt. Ab 1. Oktober dann aber kommen auf die Firma wieder die vollen Kosten zu – inklusive der Lohnzahlungen. Stichtag für die Eröffnung der Insolvenz ist nach Gewerkschaftsangaben der 1. Oktober. »Uns bleibt also nicht mehr allzu viel Zeit«, so Branka. In der kommenden Woche würden die Personalgespräche unter Beteiligung des Arbeitgebers, des Betriebsrates und der IG Metall geführt. Sind alle Verträge rechtzeitig unter Dach und Fach, ist die Insolvenz abgewendet.

Die RWK Einbauküchen R. & W. Kuhlmann GmbH wurde 1923 von den Brüdern Robert und Wilhelm Kuhlmann gegründet. Die Nachfolger in dritter Generation, Bernd und Jochen Kuhlmann, hatten sich 2009 aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und die österreichische Beteiligungsgesellschaft Rudigier und Partner aus Salzburg mit ins Boot geholt. 2009 wurde der Name zu Kuhlmann geändert.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2736961?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198393%2F2514624%2F