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Do., 02.10.2014

Investor unterschreibt Verträge: 85 Mitarbeiter können bleiben, 40 in Transfergesellschaft Kuhlmann ist gerettet

Schon die Ausstellung zur Küchenmeile war ein Erfolg – nun ist sicher, dass Kuhlmann seine Küchen weiter vermarkten kann: Die Papiere zur Übernahme durch das chinesische Unternehmen Boloni Home Decor sind unterzeichnet und Kuhlmanns Zukunft ist nicht länger ungewiss.

Schon die Ausstellung zur Küchenmeile war ein Erfolg – nun ist sicher, dass Kuhlmann seine Küchen weiter vermarkten kann: Die Papiere zur Übernahme durch das chinesische Unternehmen Boloni Home Decor sind unterzeichnet und Kuhlmanns Zukunft ist nicht länger ungewiss. Foto: Kathrin Weege

Von Kathrin Weege

Enger (WB). 85 Mitarbeiter atmen auf. Boloni Home Decor Co. Ltd. Peking hat die Verträge zur Übernahme des Küchenmöbelherstellers Kuhlmann unterschrieben. Das zuvor insolvente Unternehmen ist gerettet. 40 Angestellte jedoch verlieren ihren Arbetsplatz (wir berichteten).

»Damit ist die Frage zum Fortbestand von Kuhlmann positiv beantwortet«, heißt es in einem Schreiben der Firma an die Kuhlmann-Kunden. Die Verträge sind von der Tellmach GmbH aus Ludwigshafen unterzeichnet worden, einer Tochter von Boloni Home Decor. Tellmach-Geschäftsführer Ralf Marohn wird nun auch die Leitung bei Kuhlmann übernehmen.Dr. Erwald Barta, der das Unternehmen zuvor geführt hatte, scheidet aus und war bereits gestern nicht mehr in Enger erreichbar.

»Die Stimmung im Betrieb ist gut, alle, die noch hier sind, sind froh, ihre Arbeitsplätze behalten zu haben«, sagte Vertriebsleiter Christian Teutsch gestern. Sollte sich die Auftragslage deutlich verbessern, sei es möglich, dass von den 40 Mitarbeitern, die seit 1. Oktober von einer Herforder Transfergesellschaft weiter gebildet werden, wieder einige zu Kuhlmann zurück an ihren Arbeitsplatz kehren können. Teutsch erklärte, dass Kuhlmann eigenständig bleibe und seine Produkte vermarkte, wie sie bei der Ausstellung zur A30 Küchenmeile vorgestellt wurden. Dabei hat Kuhlmann vor allem versucht, sich vom Gesamtmarkt mit Innovationen abzugrenzen – beispielsweise mit einer Küche für jüngeres Klientel oder aber mit Schubladen, sie sich von drei Seiten aus einem Schrank ziehen lassen und weiteren vor allem auch technischen Raffinessen.

Lieferungen vor allem an europäischen Markt

»Wir haben weiterhin den europäischen Markt im Fokus, sagte Teutsch. Durch den neuen Eigentümer aber seien neue Aufträge in China zumindest auch denkbar.

»Dass Kuhlmann gerettet ist, ist eine tolle Nachricht. Immerhin behalten 85 Bürger und fünf Azubis ihre Jobs«, sagte gestern IG Metall Gewerkschaftssekretär Frank Branka auf Anfrage. »Die Stellen wurden sozialverträglich abgebaut, die 40 Betroffenen befinden sich nun sechs Monate lang in einer Transfergesellschaft. Dort werden sie weiter qualifitiert, um sie möglichst attraktiv für den Arbeitsmarkt zu machen. Ich denke, dass gerade die Facharbeiter sehr gute Chancen haben, schnell eine neue Stelle zu finden.Schließlich geht es der Küchenmöbel-Branche insgesamt recht gut, und hier in der Region gibt es viele Küchenfirmen«, sagte Branka. Diejenigen, die keine Facharbeiter sind, würden gut geschult und erhielten so Zusatzqualifikationen. »Im Sozialplan bei Kuhlmann ist festgeschrieben, dass, wenn wieder neue Stellen geschaffen werden, binnen sechs bis zwölf Monaten vorranging ehemalige Mitarbeiter eingestellt werden. Das klingt gut, verlassen sollte man sich aber nicht auf so etwas«, empfiehlt Branka.

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