Kreisparteitag der CDU in Enger: Bernd Stute möchte Landrat werden 
»Verlieren taugt nicht« 

Enger (EA). Kann ein ehemaliger SPD-Kommunalpolitiker jetzt für die CDU an die Spitze des Kreises Herford vorrücken, aber parteilos bleiben? Ja!. »Bernd Stute kann Landrat«, erklärte Dr. Tim Ostermann, Bundestagsabgeordneter und Kreisvorsitzender der Christdemokraten, jetzt beim 102. Parteitag der CDU in Enger.

Donnerstag, 20.11.2014, 04:10 Uhr aktualisiert: 24.11.2014, 12:56 Uhr
Die CDU im Kreis Herford fühlt sich gut aufgestellt. Herfords stellvertretender Bürgermeister Ralf Grebe (von links), die stellvertretende...
Die CDU im Kreis Herford fühlt sich gut aufgestellt. Herfords stellvertretender Bürgermeister Ralf Grebe (von links), die stellvertretende Kreisvorsitzende Gunthild Kötter und Bündes Bürgermeister Wolfgang Koch unterstützen Landrats-Kandidat Bernd Stute ebenso wie Frank Jaksties (Vorsitzender der CDU Enger) und Kreisvorsitzender Dr. Tim Ostermann.

 Mit dem 100. Psalm »Dienet dem Herrn mit Frieden« ermutigte zu Beginn der Veranstaltung Pfarrer Holger Kasfeld mit einem geistlichen Wort die Politker zum Handeln ohne Selbstzweck. 117 stimmberechtigte sowie weitere Mitglieder der Partei hatten sich in der Aula des Widukind-Gymnasiums insbesondere deshalb eingefunden, um den Mann näher kennenzulernen, der von der Vorsitzenden-Konferenz zum Nachfolger von Christian Manz, der nicht wieder antritt, vorgeschlagen worden ist. Ein weiterer Kreisparteitag am 21. Januar nächsten Jahres soll den seit 2003 amtierenden Bürgermeister der Stadt Vlotho offiziell aufs Schild heben.

 »Wir haben Großes vor mit Bernd Stute«, sagte Tim Ostermann. Er setzte auf wirtschaftsnahe Politik und habe in Vlotho unter anderem für eine Konsolidierung des städtischen Haushaltes gesorgt. »Ein CDU-Mitglied hätte dies nicht besser hinbekommen können. Stute ist ein Macher-Typ, geht volles Risiko«, meinte Ostermann. Schließlich trete der Kandidat in spe nicht mehr als Bürgermeister an, sobald er von der CDU fürs Landratsamt aufgestellt sei. Stute sei zwar nicht Mitglied der Partei, verkörpere aber die Wertvorstellungen der CDU, betonte der Kreisvorsitzende.

 Seit 1999 stellen die Christdemokraten die Landräte im Kreis Herford. »Ich würde diese Tradition gerne fortsetzen«, erklärte Bernd Stute. Der 57-Jährige verheiratete Vater von zwei Töchtern versprach den Unionsmitgliedern in den Stadt- und Gemeindeverbänden, denen er sich demnächst vorstellen will: »Wenn Sie mich wählen, dann einen, der sich mit voller Kraft in den Wahlkampf begibt.« Er suche das Gespräch, könne Menschen zusammenführen. Stute räumte aber auch ein: »Ich habe eine eigene Meinung, bin auch nicht ganz einfach, aber jederzeit zur Zusammenarbeit bereit.«

 Zwischen ihm und der CDU habe es nicht erst nach dem Besuch von Tim Ostermann und der stellvertretenden Unions-Kreisvorsitzenden Gunthild Kötter »gemenschelt«, verriet Stute. Er fühle sich schon lange bei der CDU wohler als bei den Sozialdemokraten. »Fast alle meiner Freunde sind in der CDU oder ihr zugetan«, offenbarte der Vlothoer. Gegenüber dem ENGERSCHEN ANZEIGER erklärte er auch: »Natürlich kann ich mir vorstellen, irgendwann in die CDU einzutreten.« Vermeiden möchte er allerdings den Eindruck, dies geschehe nur aus Karrieregründen. Dass er Landrat werden möchte, daran lässt Stute keinen Zweifel zu. Meinte er unter dem Beifall der Zuhörer: »Das kriegen wir hin. Verlieren taugt nicht!«

 »Jeder kann Fehler machen, sie kriegen eine zweite Chance«, kommentierte der Engeraner CDU-Vorsitzende und Versammlungsleiter Frank Jaksties die Ausführungen des »Ex-SPDisten« zu dessen politischer Vergangenheit humorvoll. Und auch Michael Schönbeck, CDU-Fraktionsvorsitzender im Herforder Kreistag, war sicher: »Stute wird Landrat.« Der Vorschlag, ihn zu nominieren, habe manche in der Fraktion zwar zunächst sprachlos gemacht. »Aber keiner war entsetzt«, berichtete der Spenger.

 Schönbeck und Ostermann dankten Christian Manz, der dem Parteitag ferngeblieben war, für die geleistete Arbeit nicht nur als amtierender Landrat, sondern für insgesamt 36 Jahre Kommunalpolitik für die CDU, die Stadt Spenge und den Kreis Herford. Rückblickend auf das Ergebnis der Kommunalwahlen vom Mai bedauerte Ostermann, dass die CDU es nicht geschafft habe, stärkste Fraktion im Parlament zu werden. Trotzdem meinte Schönbeck: »Wir haben das beste Team im Kreistag.«

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