Bürgermeister Klaus Rieke im Interview
»Weitere Einsparungen nicht möglich«

Enger (WB).  Engers klamme Kasse und das Haushaltssicherungskonzept, das noch bis 2019 läuft, machen große Sprünge schwierig. Dennoch hat die Stadt Enger 2014 mit der Erneuerung der WGE-Sporthalle und der Umsetzung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) viel erreicht. Über das vergangene Jahr, die Ziele für 2015 und seine nicht erneute Kandidatur als Bürgermeister hat Klaus Rieke jetzt im Interview mit Lokal-Redaktionsleiterin Kathrin Weege gesprochen.

Donnerstag, 29.01.2015, 06:20 Uhr aktualisiert: 03.02.2015, 18:23 Uhr
Bürgermeister Klaus Rieke im Interview : »Weitere Einsparungen nicht möglich«
Sein Amt aufzugeben und seinen Schreibtisch zu räumen, fällt Bürgermeister Klaus Rieke nach 18 Jahren nicht leicht. G Foto: erhard Hülsegge

Blicken wir einmal zurück auf 2014. War das ein erfolgreiches Jahr für die Stadt Enger?

Klaus Rieke: Trotz angespannter Haushaltslage konnten wir viel für unsere Stadt erreichen. Ja, es war ein erfolgreiches Jahr. Ich denke da an das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, in dessen Zuge der Vorplatz am Gerbereimuseum und die Bielefelder Straße umgestaltet und optisch aufgewertet wurden. Erfreulich ist auch, dass die Bevölkerungszahl stabil geblieben und nicht rückläufig ist. Das zeigt, dass Enger eine attraktive Stadt ist.
Im kulturellen Bereich hatten wir mit der Ausstellung »Engers verlorener Schatz« im Widukind-Museum eine Attraktion, die auch viele Bürger von außerhalb angelockt hat.
 

Trotz des Haushaltsdefizits sind im vergangenen Jahr einige Investitionen möglich gewesen. Was waren die größten?

Klaus Rieke: In die Erneuerung der WGE-Dreifachsporthalle sind 1,7 Millionen Euro geflossen. Jetzt ist sie auf aktuellem Stand. Schule und Vereine haben sich in der Umbauzeit hervorragend arrangiert und sind auf andere Orte für ihren Sport ausgewichen. Außerdem haben wir am Conle-Brunnen eine Wasseraufbereitungsanlage errichtet. Wir speisen nun selber Wasser ins Netz ein und können so einen Teil unseres Wasserbedarfs selber decken.
 
Haushaltssicherungskonzept bis 2019 – da kann das Geld nicht mit vollen Händen ausgegeben werden. Immer wieder aber kommt das Stichwort Sparkommission auf den Tisch. Sind tatsächlich noch weitere Einsparungen möglich? Und wenn ja, wo?

Klaus Rieke: Nein. Weitere größere Einsparungen sind nicht möglich. Wer allerdings jetzt behauptet. es könne noch mehr Geld eingespart werden, der muss sich an die freiwilligen Leistungen der Stadt Enger begeben. Dazu zählen das Gartenhallenbad, die Bücherei, die Musikschule und einiges mehr. Wir aber wollen doch die Lebensqualität in unserer Stadt erhalten. Daher sehe ich keine weiteren Einsparpotenziale. An der Personalschraube der Verwaltung kann auch nicht weiter gedreht werden. Der Personalschlüssel ist für eine Kommune dieser Größe angemessen und eher im unteren Bereich.  Wir streben für 2019 einen ausgeblichenen Haushalt an, und das werden wir auch schaffen. Da durch weitere Einsparungen kein Geld in die Kasse zu bekommen ist, sind Steuererhöhungen für 2015 leider erforderlich.

Mehr lesen Sie in der Donnerstagsausgabe des WESTFALEN-BLATTES, Lokalteil Enger/Spenge

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3032054?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514624%2F
Grenzkontrollen und Einreiseregeln wegen Corona verschärft
Das Nachbarland Tschechien zählt als Hochrisikogebiet. Nun gelten strengere Einreiseregeln nach Deutschland.
Nachrichten-Ticker