Miele-Geschäftsführer Axel Kniehl referiert beim MHK-Branchenabend über Digitalisierung
»Gesellschaft steht am Wendepunkt«

Enger (WB). Der Hausgeräte-Hersteller Miele hält auch in Zeiten fortschreitenden Internets am unverbindlichen Verkaufspreis (UVP) seiner Produkte fest. Das hat Dr. Axel Kniehl, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Miele Gruppe, beim 18. MHK-Branchenabend in Enger erklärt.

Dienstag, 20.09.2016, 18:17 Uhr aktualisiert: 20.09.2016, 18:20 Uhr
Hans Strothoff begrüßt Miele-Geschäftsführer Dr. Axel Kniehl (links) als Gastredner beim Branchenabend der Küchenmöbelindustrie in Enger. Die Debatte um die Unverbindliche Preisempfehlung (UVP) kann das gute Verhältnis nicht trüben. Foto: Gerhard Hülsegge
Hans Strothoff begrüßt Miele-Geschäftsführer Dr. Axel Kniehl (links) als Gastredner beim Branchenabend der Küchenmöbelindustrie in Enger. Die Debatte um die Unverbindliche Preisempfehlung (UVP) kann das gute Verhältnis nicht trüben. Foto: Gerhard Hülsegge

»Miele setzt alles daran, dem Handel ein innovativer, wertschätzender und gewinnbringender Partner zu sein«, sagte der Miele-Manager am Montagabend. Etwa 500 Wirtschaftsvertreter aus der Küchenbranche waren an die Industriestraße gekommen, um zum Auftakt der A 30-Küchenmeile mit 140 Ausstellern in OWL in lockerer Runde über die Herausforderungen der deutschen Küchen- und Einbaugerätebranche zu diskutieren.

Kochen in der digitalen Welt

»Kochen und Leben in der digitalen Welt – Chancen, Herausforderungen, Irrtümer« hatte Dr. Axel Kniehl seinen Impuls-Vortrag überschrieben. Der Branche geht es gut. Die Konsumenten sind weiter in Kauflaune. Mehr als sieben Prozent Wachstum im ersten Halbjahr 2016 geben kaum Grund zur Klage.

»Unsere Gesellschaft steht mit der Digitalisierung an einem Wendepunkt«, meinte der Gastredner. Vor dieser Entwicklung könne auch die Wirtschaft die Augen nicht verschließen. Vielleicht käme die Küche bald sogar aus dem Drucker. »Welche Rolle das Internet spielt, entscheidet allein der Kunde«, meinte Kniehl. Die Firma Miele glaube jedenfalls, einen Weg gefunden zu haben für ein modernes Vermarktungs- und Dienstleistungskonzept.

Miele hält an UVP fest

»Der Miele Vertriebsgesellschaft Deutschland ist und bleibt ihr UVP, soweit es um den eigenen Verkauf an Endkunden geht, heilig«, sagte Kniehl. Seinen Zuhörern empfahl er mutige Visionen, Augenmaß und Bodenhaftung, um zu den Gewinnern des technischen Fortschritts zu gehören.

Hans Strothoff, Vorstandsvorsitzender der MHK Group mit Hauptsitz in Dreieich (Landkreis Offenbach/Hessen), betonte: »Die persönliche Beratung ist durch gar nichts zu ersetzen.« Dabei wachse der Online-Handel. Das Problem sei: Die Händler berieten, sollten die Geräte einbauen und auch noch Garantie übernehmen. Der Einkauf werde aber übers weltweite Netz getätigt. »Der Händler wird zur Caritas für Kunden und Hersteller«, bedauerte Strothoff die Entwicklung. Internetpreise für Küchenmöbel bewegten sich »jenseits von Gut und Böse«, meinte der MHK-Chef.

Die Küche ist ein Kunstwerk

Dabei handele es sich bei der Küche um ein Kunstwerk. Verbal ins Gericht ging Strothoff mit dem neuen Marketing-Konzept des Gütersloher Küchenmöbelherstellers Miele, das ab November greifen soll. »Die Direkt-Vermarktung an den Verbraucher ist abzulehnen. Sonst wird der Handel zum Logistiker, zur Abholstation und zum Entsorgen gegen Provision«, meinte Hans Strothoff. Die Margen des Handels würden auf den Hersteller verlagert.

Beifall erntete der Gastgeber für seine Forderung, die unverbindliche Preisempfehlung unbedingt beizubehalten und seine Aussage: »Dann weiß jeder, woran er ist.« Der Handel müsse ein gleichberechtigter Partner bleiben, betonte Strothoff. Die MHK Group ist ein Dienstleistungsunternehmen für den mittelständischen Küchen-, Möbel- und Sanitärfachhandel mit mehr als 2300 Handelspartnern.

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