Geriatrie und Klinikum kooperieren – Künftig gemeinsame Bettenplanung
Krankenhaus Enger zieht Klage zurück

Enger (WB). Das evangelische Krankenhaus Enger und das Klinikum Herford haben ihren Streit um Geriatrie-Betten beigelegt. Stattdessen wollen die Kliniken künftig auf diesem Gebiet kooperieren.

Donnerstag, 09.02.2017, 20:18 Uhr aktualisiert: 10.02.2017, 12:00 Uhr
Bei der Verteilung von Geriatrie-Betten will das Krankenhaus Enger künftig mit dem Klinikum Herford kooperieren. Foto: Hülsegge
Bei der Verteilung von Geriatrie-Betten will das Krankenhaus Enger künftig mit dem Klinikum Herford kooperieren. Foto: Hülsegge

Landrat Jürgen Müller , der dem Verwaltungsrat des Herforder Klinikums angehört, erklärte, ihm sei es ein Anliegen gewesen, die Parteien an einen Tisch zu holen und darüber zu sprechen, wie man geschlossen auftreten kann. Man habe sich darauf geeinigt, die Planung der Bettenverteilung künftig aufeinander abzustimmen.

Wie berichtet, hatte das Krankenhaus Enger bereits vor zwei Jahren das Land Nordrhein-Westfalen verklagt, weil es mit dem Krankenhaus-Bedarfsplan des Landes NRW nicht einverstanden war. Demnach sollte es 93 Geriatrie-Betten für die Geriatrie in Herford und Enger geben. Enger hatte bislang 63 Betten und sollte zehn zusätzliche Betten erhalten, Herford 25 zusätzliche. Die Engeraner wollten aber 20 neue Betten bekommen.

Für die nächste Planung sei ein gemeinsamer Antrag vereinbart, aus dem hervorgeht, dass Enger weitere Betten bekommt. »Über das Ergebnis entscheidet letztendlich das Land NRW«, sagt Müller. Wann über neue Bettenzuweisungen entschieden werde, sei noch völlig offen. Die Kooperationsvereinbarung hingegen stehe bereits und könne in den nächsten Tagen unterschrieben werden.

Alle Krankenhäuser sollen mit Besonderheiten bestehen können

Als Landrat sei es ihm wichtig, dass alle vier Krankenhäuser im Kreis Herford mit ihren Besonderheiten bestehen könnten. »Wir brauchen diese Vielfalt und ich werde alles tun, um sie zu erhalten«, sagte Müller. Es sei wichtig, nicht gegeneinander, sondern miteinander zu arbeiten.

Diese Philosophie vertritt auch Dr. Hans-Ulrich Sorgenfrei, Geschäftsführer der Geriatrie Enger und Vorstandsvorsitzender des Lukas-Krankenhauses Bünde. Die Geriatrie werde die Klage zurückziehen, sagte er auf Anfrage. Es sei wichtig, aus der Konkurrenzsituation herauszukommen und dem Versorgungsauftrag gemeinsam nachzukommen.

Erst einmal sei der Kreis Herford gut ausgestattet. »Entscheidend ist, das wir künftig gemeinsam überlegen, was das Beste für die Patienten ist«, sagte er. Unter der Moderation des Landrats sei ein erster Schritt getan. Möglicherweise könne es in Zukunft auch Kooperationen auf anderen Gebieten geben.

Enger kooperiert bereits mit Bünde

Das evangelische Krankenhaus Enger kooperiert bereits mit dem evangelischen Lukas-Krankenhaus in Bünde. Pro Jahr werden in Enger 1000 Patienten, insbesondere ältere Menschen, medizinisch versorgt.

Der Prozess vor dem Verwaltungsgericht Minden, hatte am 20. Januar begonnen. Die Urteilsverkündung wurde auf Ende Februar verschoben für den Fall, dass der Verwaltungsrat des Herforder Klinikums sich gegen die Kooperation mit der Geriatrie Enger entscheidet. Der Termin findet nun nicht mehr statt.

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