Bauhof-Team Enger ist für den Winterdienst gerüstet – Salz vom Kreis
Der Schnee kann kommen

Enger (WB). Minus sechs Grad – und der Wecker klingelt um 2 Uhr nachts. Entsetzlich! Nicht für die Männer vom Bauhof in Enger. Sie sind vorbereitet, wenn in den nächsten Wochen der Schnee fällt und die Straßen geräumt werden müssen. Die Einsatzpläne für die 22 Mitarbeiter stehen bereits fest.

Donnerstag, 02.11.2017, 00:00 Uhr
Eine Bereitschaftsgruppe für den Winterdienst besteht aus vier Männern. Horst Grosse-Kirchhoff, Jan Lischka, Niklas Gollay und Maximilian Schnepel (von links) stehen vor dem Wagen, der für die Schneeräumung sofort umgerüstet werden kann. Seit dem 20. Oktober sind die Einsatzpläne fertig. Foto: Bärbel Hillebrenner
Eine Bereitschaftsgruppe für den Winterdienst besteht aus vier Männern. Horst Grosse-Kirchhoff, Jan Lischka, Niklas Gollay und Maximilian Schnepel (von links) stehen vor dem Wagen, der für die Schneeräumung sofort umgerüstet werden kann. Seit dem 20. Oktober sind die Einsatzpläne fertig. Foto: Bärbel Hillebrenner

»Die Bereitschaft läuft seit dem 20. Oktober. Das ist früh, aber wir wollen für den Fall der Fälle gerüstet sein«, sagt Clinton Shepheard. Der Elektromeister auf dem Bauhof an der Spenger Straße und seine Kollegen wissen, dass ihr Dienst bei Schnee und Eis in stockfinsterer Nacht um 3 Uhr beginnen kann – die Hauptstraßen und wichtigsten Örtlichkeiten wie Schulen, Kindergärten und Bushaltestellen müssen rechtzeitig zum Berufsverkehr geräumt sein. Es gibt eine Prioritätenliste, nach der die Reihenfolge der Straßenräumung genau festgelegt ist. Die dringlichsten Fahrbahnen werden zuerst geräumt, die entlegensten Ecken zum Schluss.

Team betreut neun Ortschaften

Das Gebiet, für das die Männer zuständig sind, ist riesig: »Wir betreuen sämtliche neun Ortschaften der Stadt Enger, von Pödinghausen bis Steinbeck, von Besenkamp bis Dreyen. Da müssen schon eine Menge Kilometer abgefahren werden, auch auf den Kreis- und Landesstraßen«, berichtet Thomas Holz, Chef der Wirtschaftsbetriebe. Das Straßennetz der Stadt Enger umfasst einschließlich unbefestigter Wirtschaftswege eine Länge von fast 280 Kilometern. Wenn es ununterbrochen schneie, seien die Männer stundenlang im Einsatz. Das schlaucht.

Mit zwei großen Unimogs sind die Bauhofmitarbeiter auf den Straßen, mit drei kleineren Fahrzeugen auf den Gehwegen und Plätzen unterwegs. »In anderen Jahreszeiten werden sie für andere Arbeiten, fürs Schneiden und Mähen, eingesetzt. Kein Fahrzeug kann aus wirtschaftlichen Gründen monatelang rumstehen«, erklärt Thomas Holz. In der eigenen Werkstatt werden die Laster umgerüstet. »Wenn’s schneit, kommen Schieber und Schaufel vorne dran und los geht’s«, sagt Clinton Shepheard. »Die Fahrzeuge können ganz schnell ihre Verwendung wechseln und im Winter wird ja nicht gemäht«, ergänzt Niklas Gollay. Ein Kfz-Meister könne sofort notwendige Reparaturen erledigen. An den Ampelanlagen und Bushaltestellen werde sogar per Hand der Schnee gefegt und gestreut.

Interkommunale Zusammenarbeit

Beim Winterdienst wird die interkommunale Zusammenarbeit seit Jahren mit dem Kreis Herford gepflegt. Denn das Salz kauft die Stadt Enger nicht selbst, sondern bestellt das Streumittel beim Kreis. Clinton Shepheard: »Das klappt bestens. Wir holen es ab und füllen es in unser Silo. Im Moment haben wir nur für alle Notfälle einige Säcke gelagert.« Durch Feuchtigkeit, Hitze und Temperaturwechsel könne das Salz nicht lange gehortet werden. »Es klumpt und dann rieselt es nicht mehr durch die Filter auf die Straße. Es wird jedes Jahr neu in den Kaliwerken bestellt.«

Shepheard erinnert sich noch mit Grausen an den harten Winter vor vier Jahren. »Durch den anhaltenden Schneefall hatten die Kommunen arge Probleme, nirgendwo gab es mehr Salz. Dagegen sind die letzten Winter harmlos gewesen.« Mit einem täglichen Fax vom Wetterdienst werden die Männer rechtzeitig über die Entwicklung informiert – und müssen dann vielleicht den Wecker auf 2 Uhr stellen. Clinton Shepheard sagt, das sei für ihn gar nicht so schlimm. »In der Nacht stört und nervt keiner, alles ist total still auf den Straßen. Und wenn dann noch die Sonne aufgeht und der Schnee glitzert, dann hat das sogar was Romantisches – trotz der vielen Arbeit.«

Kommentare

michael schönow  schrieb: 02.11.2017 09:15
SALZ
und wie viele Tonnen Salz werden pro QM gestreut? Und wie Schädlich ist Streusalz? Mal beim BUND nachfragen,die können sagen, wie umweltschädlich Streusalz ist aber dass interessiert diese Behörden rein gar nicht und noch weniger die Politiker.
1 Kommentare
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