Naturfotograf Eckhard Lietzow identifiziert Vögel aus dem Vorjahr
Storchenpaar zurück im Bruch

Enger (WB). Zum ersten Mal seit mehr als 100 Jahren brüteten 2017 wieder Störche im Enger Bruch. Drei Junge brachten sie auf die Welt, von denen zwei ausflogen. Jetzt ist das Vogelpaar zu seinem Horst zurückgekehrt.

Donnerstag, 15.03.2018, 14:10 Uhr
Ende vergangener Woche tauchte zuerst das Männchen wieder im Enger Bruch auf. Jetzt traf auch das Weibchen wieder ein. Das Storchenpaar zählt zu den Westziehern, die zum Teil in Frankreich und Spanien überwintern. Foto: www.lietzow-naturfotografie.de
Ende vergangener Woche tauchte zuerst das Männchen wieder im Enger Bruch auf. Jetzt traf auch das Weibchen wieder ein. Das Storchenpaar zählt zu den Westziehern, die zum Teil in Frankreich und Spanien überwintern. Foto: www.lietzow-naturfotografie.de

»Ich habe vergangene Woche zuerst nur das Männchen entdeckt«, sagt Eckhard Lietzow. Der Naturfotograf weiß, dass das nicht ungewöhnlich ist: »In der Regel kommen die männlichen Störche zuerst, nehmen das alte Nest in Beschlag und warten auf das Weibchen.« Die lebenslange Treue, die Meister Adebar nachgesagt wird, gebe aber nicht. »Taucht ein anderes Weibchen eher auf, wird eben mit dem für Nachwuchs gesorgt«, sagt Lietzow.

Mit dem Horst verheiratet

Das bestätigt auch Klaus Nottmeyer. »Störche sind eigentlich mit ihrem Horst verheiratet«, so der Leiter der Biologischen Station Ravensberg. »Wenn der Brutplatz gut ist, fliegen sie da wieder hin.« Da sich Männchen und Weibchen an den alten Horst erinnern, kommt es nicht selten vor, dass sich das selbe Paar wie im Vorjahr wieder zusammen tut.

Genau das hat jetzt im Enger Bruch geklappt. »Am Dienstag zwischen 12 und 13 Uhr ist das Weibchen eingeflogen«, sagt Lietzow. Der Fotograf konnte anhand der Nummer auf dem Ring des Storches erkennen, dass es sich um die selbe Vogeldame handelt, wie im vergangenen Jahr.

Ringe von der Vogelwarte

Mittlerweile werden längst nicht mehr alle neugeborenen Störche beringt. »Alle noch nicht flüggen Jungtiere zu beringen, ist sehr aufwendig«, erklärt Nottmeyer. Da bereits sehr viel über das Zugverhalten der Störche bekannt sei, würde der Nutzen für die Forschung den Aufwand nicht rechtfertigen. »Seit 1945 wurden in Deutschland 145.000 Störche beringt«, so der Biologe. Nicht jeder weitere beringte Vogel bringe da neue Erkenntnisse.

Im vergangenen Jahr gab die Vogelwarte Helgoland, die für die Kennzeichnung in der Region zuständig ist, nur eine begrenzte Anzahl von Ringen aus. Die jungen Störche des Engeraner Brutpaares machten sich daher ohne Kennzeichnung auf den Weg in den Süden. »Im ersten Jahr nach der Geburt kommen die Tiere normalerweise nicht aus dem Süden zurück«, sagt Lietzow. Das Elternpaar wird der Naturfotograf aber auch diesmal wieder aufmerksam beobachten. Insgesamt 300 Stunden verfolgte er das Verhalten der Störche 2017. »Und für einen weiteren Bruterfolg fehlt jetzt nicht mehr viel«, so Lietzow.

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