Baum- und Stelengemeinschaftsgrab für Enger im Gespräch
Friedhofskultur baldin einem neuen Licht?

Enger (WB). Der Tod gehört zum Leben. »Die Bestattungsformen unterliegen allerdings auch einem Zeitgeist«, sagt Engers Bürgermeister Thomas Meyer. Deshalb sieht die Verwaltung Handlungsbedarf.

Mittwoch, 21.03.2018, 07:11 Uhr aktualisiert: 21.03.2018, 07:20 Uhr
Der Friedhof in Dreyen wird von der Frühlingssonne beschienen. Für ihn gibt es bereits Pläne zur Neugestaltung. Sollten sich Stelengemeinschaft- und Baumgräber in Westerenger und Enger-Mitte angenommen werden, kämen auch sie hinzu. Foto: Gerhard Hülsegge
Der Friedhof in Dreyen wird von der Frühlingssonne beschienen. Für ihn gibt es bereits Pläne zur Neugestaltung. Sollten sich Stelengemeinschaft- und Baumgräber in Westerenger und Enger-Mitte angenommen werden, kämen auch sie hinzu. Foto: Gerhard Hülsegge

Immer mehr Menschen wünschen sich eine Urnenbestattung, das Interesse an flächen- und pflegeintensiven Familiengräbern sinkt. Privatwirtschaftlich organisierte Bestattungswälder und kostengünstige Seebestattungen sind weitere Alternativen für die letzte Ruhestätte. So erwartet auch die Stadt Enger, dass künftig Friedhofsflächen ungenutzt sein könnten.

Digitale Bestandsaufnahme

»Das hat Auswirkungen auf die Strukturen und die Unterhaltung von Friedhöfen«, erklärte Bürgermeister Thomas Meyer jetzt vor den Mitgliedern des Ausschusses für öffentliche Sicherheit, Ordnung und Soziales. Mithilfe von Friedhofs- und Landschaftsplanern sowie Vermessungsbüros sollen deshalb die Grundlagen für eine Friedhofsbedarfs- und Entwicklungsplanung ermittelt werden.

Die Stadt Enger hält sechs kommunale Friedhöfe mit einer Gesamtgröße von 66.028 Quadratmetern vor. Voraussetzung für eine Entwicklungsplanung ist laut Verwaltung das Vorliegen digitaler Bestandspläne, um – auch hinsichtlich der Kosten für Pflege und Unterhaltung – einen Überblick über die Grab-, Wege- und Freiflächen zu erzielen. Für die Friedhöfe Dreyen, Herringhausen und Oldinghausen gibt es bereits solche Pläne. In Enger, Pödinghausen und Westerenger müsste die Vermessung noch erfolgen.

In einem zweiten Schritt könnte dann mithilfe eines Planungsbüros ein langfristiges Konzept erstellt werden auch unter Berücksichtigung der Pflege- und Unterhaltungssituation. Im noch zu verabschiedenden Haushaltsplan 2018 sind hierfür Mittel in Höhe von 20.000 Euro ausgewiesen.

Stelen- und Baumgräber

Um dem Wunsch von Bestattern, Friedhofsgärtnern und Bürgern Rechnung zu tragen, schlägt die Verwaltung kurzfristig vor, in Westerenger ein so genanntes Stelengemeinschaftsgrab und in Enger-Mitte ein Baumgrab einzurichten. Sofern diese Bestattungsformen gut angenommen werden, sollen sie auch auf weiteren Friedhöfen angeboten werden. Gestaltung, Unterhaltung und Vorfinanzierung obliegen der Stadt. »Exemplarisch sollten wir uns auch einmal einen Friedhof ansehen und dann fachlich überplanen«, so Bürgermeister Meyer im Fachausschuss.

Die Refinanzierung von Stele und Baumgrab soll über die Gebühren erfolgen. Über die geplante Änderung der Friedhofssatzung will der Rat am Montag, 9. April, entscheiden.

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