Carsten Gehring betreut als Tagesvater drei Kleinkinder in Enger
»Jeden Tag ein neues Abenteuer«

Enger (WB). Noch sind sie selten: Die Väter, die sich vorstellen können, als Tagesvater Kinder zu betreuen. Aber es gibt sie. Carsten Gehring (43) ist einer von ihnen. Seit einem Monat betreut er bei sich zuhause in Enger Amy und Karlo (beide 2) sowie Manuel (1).

Donnerstag, 12.04.2018, 11:34 Uhr aktualisiert: 12.04.2018, 11:40 Uhr
Das Mittagessen wird gemeinsam eingenommen: Carsten Gehring (rechts) und Jennifer Wiebrock (links) helfen Manuel (von links), Karlo und Amy. Auf diesem Foto sind auch Carsten Gehrings Kinder Elias und Emma mit dabei. Foto: Frauke Kanbach
Das Mittagessen wird gemeinsam eingenommen: Carsten Gehring (rechts) und Jennifer Wiebrock (links) helfen Manuel (von links), Karlo und Amy. Auf diesem Foto sind auch Carsten Gehrings Kinder Elias und Emma mit dabei. Foto: Frauke Kanbach

Die Eingewöhnungszeit sei gut verlaufen, sagt Carsten Gehring – mit Amy im Arm. Die Zweijährige versucht, vor dem Mittagessen noch ein kurzes Schläfchen zu halten, während Karlo und Manuel im großen Spielraum toben. Die Abgabe am Morgen verlaufe ohne Tränen. Für Gehring ein Zeichen dafür, dass die Kinder sich beim ihm wohlfühlten.

»In der Altersgruppe U3 ist der Bedarf größer als das Angebot«

Gehring hat als alleinerziehender Vater von zwei Kindern – Emma ist neun und Elias sechs – selbst erfahren, wie schwierig sich Betreuung gestalten kann. »Gerade in der Altersgruppe U3 ist der Bedarf nach wie vor größer als das Angebot«, weiß der Engeraner, der auch als Psychotherapeut für Kinder arbeitet.

Als Tagespflegevater hat der 43-Jährige eine Qualifizierung durchlaufen und eine Pflegeerlaubnis vom Jugendamt erhalten. Er steht in Kontakt mit der Fachberatung der AWO Lifebalance (ehemals Elternservice AWO OWL) und dem Jugendamt: »In den Unterrichtsstunden lernen wir auch viel über die pädagogische Förderung von Kleinkindern.« Als Psychotherapeut weiß er, dass es nicht ausreicht, nur ein bisschen mit den Kindern zu spielen. Er möchte besonders die Kreativität der Kleinen anregen und ihnen die Natur nahe bringen: »Jeden Tag ein kleines neues Abenteuer.«

Kreativ werden Amy, Karlo und Manuel in der Malstube im Keller. Hier dürfen sie sich mit Farben austoben. Und im Garten warten zwei Kaninchen auf ihre tägliche Streicheleinheit. Unterstützt wird der Tagesvater von seiner Lebensgefährtin Jennifer Wiebrock. Auch sie lässt sich gerade zur Tagespflegemutter ausbilden.

Ende April ist die Prüfung. Wenn sie die besteht, können sie weitere zwei Kleinkinder unter drei Jahren aufnehmen. Nach einem Probejahr dürften theoretisch sogar bis zu neun Kinder in der selbst ernannten »Villa Kirschblüte« herumtoben.

Ein Vorteil der Tagespflege liegt in der familiären Atmosphäre

Amy und Karlo kommen 45 Stunden in der Woche zu ihm, Manuel 35 Stunden. Gehring bietet auch Betreuung für 25 Stunden an. Als Vorteile der Tagespflege nennt er die familiäre Atmosphäre und die Alltagsnähe. Die Kinder könnten zugucken beim Ein- und Ausräumen der Geschirrspülmaschine und bei der Zubereitung des Essens.

Im Sommer steht der erste Abschied bevor: Amy und Karlo wechseln dann in den Kindergarten. »Mal sehen, wie emotional das wird. Es sind schließlich meine ersten Tagespflegekinder«, sagt Gehring mit Blick auf Amy, die noch immer auf seinem Arm schlummert. Dann hat der Tagesvater wieder zwei U3-Plätze zu vergeben.

Wer Interesse hat, kann sich unter der Telefonnummer 0152/54032632 direkt an Carsten Gehring wenden.

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