Lohgerberei wird ausgebaut – Förderverein des Museums stellt Konzept vor
Altes Mauerwerk soll freigelegt werden

Enger (WB). Das Gerbereimuseum könnte schon bald viel mehr Besucher in die Widukindstadt ziehen. Die historische Manufaktur soll umgebaut und mit einem neuen museumspädagogischen Konzept attraktiver gestaltet werden.

Freitag, 13.04.2018, 15:00 Uhr
So könnte die Gerberei der Familie Sasse nach der Umgestaltung aussehen: Das Mauerwerk ist freigelegt und große Fenster geben den Blick ins Innere frei. Der Eingang befindet sich im Modell rechts am Gebäude. Foto:
So könnte die Gerberei der Familie Sasse nach der Umgestaltung aussehen: Das Mauerwerk ist freigelegt und große Fenster geben den Blick ins Innere frei. Der Eingang befindet sich im Modell rechts am Gebäude.

Ein Grobkonzept zu Umbaumaßnahmen und Neuausrichtung ist ausgearbeitet, Förderanträge sind bereits bei Bund, Land und Sparkassenstiftung gestellt. 700.000 Euro sollen die baulichen Veränderungen kosten, die Feinkonzeption für den späteren Betrieb noch nicht inbegriffen.

Sanierung der Lohgerberei

Das Haus am Hasenpatt mit den zwei Werkstätten gehörte der Gerberfamilie Sasse, die es 1771 vom Lohgerber Johann Heinrich Möring übernahm und als Familienbetrieb bis in die 1990er Jahre führte. Heute ist die Chromgerberei, der neuere Teil, aufgrund seines vollständig erhaltenen Maschinenparks und der direkten Anbindung zur handwerklichen Lohgerberei ein bedeutendes Industrie- und Handwerksdenkmal für OWL. Diesem Umstand möchte der Förderverein der Gerberei, der den musealen Betrieb ehrenamtlich stemmt, zu mehr Beachtung verhelfen. »Schon lange möchten wir die alte Lohgerberei, die unzugängig und sanierungsbedürftig ist, in den Museumsbetrieb aufnehmen«, sagt Mitglied Winfried Flakowski.

Treppenanlage soll ans historische Gebäude gesetzt werden

Das Holzgebälk und auch das Mauerwerk des Raums, in dem noch die in den Boden eingelassenen Gerbbecken zu sehen sind, sind durch Feuchte und Gerbsäure-Dämpfe stark angegriffen und fordern umfassende Bauarbeiten. Hier soll künftig der Haupteingang zum Museumskomplex liegen. Was zunächst knifflig erschien, wurde von der oberen Denkmalbehörde letztendlich abgenickt: Eine Treppenanlage soll ans historische Gebäude gesetzt werden und zu Obergeschoss und Galerie führen.

Äußerlich könnte der graue Putz der ursprünglichen Optik weichen. »Gedacht ist daran, den Putz zu entfernen und das Mauerwerk freizulegen. Der Zustand dessen muss jedoch zunächst geprüft werden«, so Flakowski. Eine große Glasfront soll zudem den Blick ins Innere freigeben.

Kleiner Kinoraum

Ein kleiner Kinoraum, in dem Besucher ihre Eindrücke rekapitulieren, könnte an die Stelle des jetzigen Mitarbeiterraums rücken. Im Erdgeschoss der Lohgerberei sollen das historische Handwerk und die Verarbeitung verschiedener Lederarten dargestellt werden. Für das Obergeschoss sieht die Planung einen »Forscherraum« mit Platz für Workshops und Vorträge vor. Die Chromgerbereisoll erhalten bleiben, aber eine neue Beleuchtungs- und Medieninstallation bekommen.

Treffen mit Vertretern der oberen Denkmalbehörde, der Stadt, des Museumsamtes des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, mit Dr. Werner Best vom Spenger Werburg-Museum sowie Gespräche mit mehreren Bundestagsabgeordneten hat es in den vergangenen zwei Jahren gegeben. In Workshops arbeitete der Verein mit unterschiedlichen Interessengruppen an einer Neukonzeption. Mitte 2017 wurde eine Finanzierungskonferenz mit möglichen Förderern im Hinblick auf eine Antragstellung abgehalten. Die Ausarbeitung des Grobkonzepts wurde von der Stiftung der Sparkasse Herford unterstützt. »Für uns ein Zeichen dafür, auf dem richtigen Weg zu sein«, zeigt sich Flakowski zuversichtlich.

Läuft alles planmäßig, könnten die Arbeiten 2018/19 starten. Wichtig ist den Betreibern die ganzheitliche Einbeziehung des Gebäudekomplexes und des Außengeländes, auf dem Sitz- und Spielgelegenheiten zum Verweilen einladen sollen. »Das könnte vor allem für Radfahrer, die entlang der Kleinbahntrasse unterwegs sind, interessant sein«, ist sich Winfried Flakowski sicher. Eine Museumstour könnte die drei Engeraner Museen mit der Spenger Werburg und dem Hiddenhauser Holzhandwerksmuseum verbinden.

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