Theaterpädagogische Werkstatt öffnet die »Nein-Tonne« für Kitakinder
Ziel: selbstbestimmt leben

Enger (WB/dd). In Selbstbestimmtheit leben zu können ist ein Recht, dass jeder Erwachsene für sich beansprucht, welches Kindern jedoch häufig nicht zugestanden wird. Am Mittwoch haben 175 Kinder aller neun Engeraner Tagesstätten das Theaterstück »Die große Nein-Tonne« der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück besucht. Das Bühnenstück richtet sich an Kinder im letzten Kindergartenjahr und wurde entwickelt, um sie in der Wahrnehmung ihrer eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu stärken.

Montag, 21.05.2018, 15:16 Uhr aktualisiert: 21.05.2018, 16:04 Uhr
Wollen Kinder stärken: Bürgermeister Thomas Meyer (von links), Lions Club Past-President Uwe Kauscher, Sigrid Säger (Kita Traumland), Lions-Sprecher Volker Nie­strat, Marion Netschny (Kita Falkenhorst), Susanne Möller (Kita Oldinghausen), Gleichstellungsbeauftragte Ulrike Harder-Möller, Susanne Lamkemeier (Kita Steinbeck) und Stephanie Lange (Kita Westerenger). Foto: Daniela Dembert
Wollen Kinder stärken: Bürgermeister Thomas Meyer (von links), Lions Club Past-President Uwe Kauscher, Sigrid Säger (Kita Traumland), Lions-Sprecher Volker Nie­strat, Marion Netschny (Kita Falkenhorst), Susanne Möller (Kita Oldinghausen), Gleichstellungsbeauftragte Ulrike Harder-Möller, Susanne Lamkemeier (Kita Steinbeck) und Stephanie Lange (Kita Westerenger). Foto: Daniela Dembert

Der Weg in ein selbstbestimmtes Leben will gelernt sein. Es gibt Regeln, an die es sich zu halten gilt und Werte, die das zwischenmenschliche Miteinander gestalten. Was aber gut oder schlecht für ihn ist, muss jeder für sich selbst erkennen und lernen, sich bei einem »Nein-Gefühl« klar abzugrenzen.

Eigene Erfahrungen wichtig

Wie können Kinder zu einer eigenen Einschätzung, einem eigenen Bauchgefühl kommen, wenn ihnen jegliche Entscheidung abgenommen wird? Durch das Stärkungsprojekt »Die große Nein-Tonne« werden Kinder auf spielerische Weise dafür sensibilisiert, zu definieren, was ihnen guttut und was nicht. »Viele Erwachsene können selbst ihre Gefühle nicht mehr wahrnehmen, weil sie immer fremdbestimmt agiert haben. Es ist wichtig, eigene Erfahrungen zu machen und Konsequenzen kennen zu lernen«, sagt Anne Eisenblätter von der Theaterpädagogischen Werkstatt.

Die Förderung der Selbstbestimmtheit gebe Kindern Sicherheit, trage zur Persönlichkeitsentwicklung bei, vermittle Respekt und mache stark gegen Mobbing, Misshandlung und Missbrauch, betont Ulrike Harder-Möller, die das Projekt bereits seit 2010 koordiniert. Finanzielle Unterstützung erfährt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Enger dabei von Beginn an durch den Lions Club Enger-Spenge.

»Präventive Maßnahmen zur Persönlichkeitsstärkung finden wir generell unterstützenswert. Kinder sind unsere Zukunft, in die investieren wir gern«, sagt Lions-Past-President Uwe Kauscher.

Lions Club unterstützt Aktion

Der Lions Club erwirtschaftet Gelder durch persönlichen Einsatz bei Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt auf Gut Bustedt und investiert in soziale Projekte. Mit diesem Engagement hoffen die Initiatoren, Nachahmer zu finden und zu gesellschaftlicher Verantwortung anzuregen. »Wenn wir das vor Ort erarbeitete Geld auch wieder lokal einsetzen können, ist das besonders schön«, findet Kauscher.

Dass die Inszenierung bei den Kindern Gehör findet, sehen die Leitungen der Engeraner Kindertagesstätten bestätigt. »Wir sind heute singend zum Theater gegangen. Das zentrale Lied des Stücks kannten die Kinder schon von denen, die es im vergangenen Jahr gesehen haben«, erzählte Sigrid Säger (Kita Traumland).

Auch Thomas Meyer ist überzeugt von der Nachhaltigkeit des Projekts, denn, so der Bürgermeister: »Selbstbestimmtheit und Abgrenzung ist ein Thema, das in unterschiedlichsten Lebenslagen immer wieder wichtig ist.«

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