Zum Weltbienentag: Imker Norbert Aschoff warnt vor Pestiziden - mit Video
»Es ist bereits zehn nach zwölf«

Enger (WB). Das Interesse an der Biene wächst: Das merkt Norbert Aschoff, Vorsitzender des Imkervereins Spenge-Enger, an den steigenden Mitgliederzahlen des Vereins. Auch deshalb freut er sich, dass es seit Ende des vergangenen Jahres nun den Weltbienentag gibt – der noch mehr Aufmerksamkeit auf die bedrohten Tiere lenkt.

Sonntag, 20.05.2018, 06:00 Uhr aktualisiert: 20.05.2018, 08:35 Uhr
Einige Waben sind bereits mit Honig gefüllt und sehen von oben weiß aus. Auf den anderen sind die Bienen von Imker Norbert Aschoff noch am arbeiten. In seinem Garten finden die Insekten mit den blühenden Pflanzen noch Nahrung. Fotos: Angelina Zander
Einige Waben sind bereits mit Honig gefüllt und sehen von oben weiß aus. Auf den anderen sind die Bienen von Imker Norbert Aschoff noch am arbeiten. In seinem Garten finden die Insekten mit den blühenden Pflanzen noch Nahrung. Foto: Angelina Zander

Erst kürzlich hat ein Lebensmittel-Discounter von sich reden gemacht, der für einen Tag auf alle Lebensmittel verzichtete, die durch die Mithilfe von Bienen entstehen konnten. Damit sollte auf die Bedeutung der Insekten hingewiesen werden. Das gleiche Ziel verfolgt der von der UN im Dezember beschlossene Weltbienentag, der an diesem Sonntag, 20. Mai, gefeiert wird. »Gott sei Dank haben wir diesen Tag«, sagt Imker Norbert Aschoff dazu im Gespräch mit dieser Zeitung. »Es muss jedes Jahr auf’s Neue darauf hingewiesen werden.« Aber er warnt auch: »Man ist auf dem richtigen Dampfer. Aber es ist eigentlich zu spät. Es ist nicht fünf vor zwölf, es ist zehn nach zwölf.«

Gifte zerstören Wildblumen

Für den Imker tragen vor allem die Pestizide, neben weiteren Umwelteinflüssen, zum Verlust der Bienenvölker bei. »Woran soll es sonst liegen, wenn nicht an den Giften?«, fragt er. Der Einsatz von Pestiziden habe nicht nur Folgen für die Pflanzen, die behandelt würden, sondern auch für diejenigen Blumen, die sich sonst am Wegesrand angesiedelt hätten.

»Wenn das Glyphosat nicht für die Bienen gefährlich ist, dann wird ihnen dadurch die Nahrung genommen«, sagt Aschoff. Denn beim »Spritzen« der Felder würden auch die Feldwege besprüht. Das führe dazu, dass Mohn und Wildkräuter verkümmern und nur noch Brennnesseln und Gras übrig bleiben. Folglich würden die Bienen eher in den Städten an Nahrung gelangen als auf dem »platten Land«. In den Städten gebe es Balkonpflanzen und Gärten in dichter Besiedelung. Auf dem Land werde diese Vielfalt aufgrund der geringeren Bevölkerungsdichte nicht erreicht und die Bienen könnten im schlimmsten Fall verhungern. Deshalb empfiehlt der Imker, im Garten Saatmischungen zu verteilen.

Tipps: Das richtige Grün im Garten

Die Baumschule Nordhof hat einige Tipps für die bienengerechte Gartenbepflanzung. Zu den geeigneten Bäumen würden die Linde, die Ulme, die Weide oder die Kastanie zählen. Als Ziersträucher eigneten sich Bartblumen, der falsche Jasmin, der Sommerflieder, die Berberitzen, die Pfaffenhütchen, die Forsythie und der Zierapfel. Auch Bodendecker wie das Fünffingerkraut oder die Cotoneaster könnten Bienen Nahrung bieten. Zuletzt dürften auch die Stauden im Garten nicht fehlen. Katzenminze und Rittersporn sind nicht nur Farbtupfer, sondern bieten auch Bienen eine Futterquelle.

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