Im Enger Bruch wird Nachwuchs großgezogen – Nahrung jetzt das einzige Problem
Vier Störche geschlüpft

Enger (WB). Vierlinge! Die zweite Brutsaison des Storchenpaares, das sich in Enger niedergelassen hat, verläuft bisher sehr erfolgreich. Der Naturfotograf Eckhard Lietzow dokumentiert auf seiner Homepage unter anderem das Storchenjahr im heimischen Gefilde.

Montag, 28.05.2018, 16:00 Uhr
Es herrscht wieder viel Leben im Storchennest im Enger Bruch. Alle vier Jungtiere erscheinen kernig und gut entwickelt. Ob sie alle flügge werden können, hängt in nicht unerheblichen Maß vom Wetter und somit auch vom Nahrungsangebot in Enger und Westerenger ab. Foto: www.lietzow-naturfotografie.de
Es herrscht wieder viel Leben im Storchennest im Enger Bruch. Alle vier Jungtiere erscheinen kernig und gut entwickelt. Ob sie alle flügge werden können, hängt in nicht unerheblichen Maß vom Wetter und somit auch vom Nahrungsangebot in Enger und Westerenger ab. Foto: www.lietzow-naturfotografie.de

Am vergangenen Donnerstag stellte der Engeraner wieder Bilder der Brut ins Netz. Gleich vier Jungstörche sind darauf zu sehen, die laut Lietzow alle in guter Verfassung erscheinen. »Jetzt hoffen wir mal auf das Wetter«, sagt der Hobbyornithologe. »Denn«, so erklärt er, »wenn es zu trocken ist, wird es schwierig für die Altstörche, ausreichend Nahrung zu finden. Bei zu viel Niederschlag wiederum besteht die Gefahr der Auskühlung, denn die Jungtiere verfügen noch nicht über das dichte, wasserabweisende Gefieder ihrer Eltern.« Momentan sei jedoch eher zu beobachten, wie die Alttiere sich schützend gegen die Sonne aufstellten.

Futter ist knapp

Bereits am 13. Mai hatte Eckhard Lietzow zwei sich aus dem Horst emporreckende Schnäbel gesehen, am 19. Mai waren es dann vier. Drei Tage später habe er gesehen, wie der betreuende Altstorch erstmals für etwa zehn Minuten den Horst verlassen und die Brut allein gelassen habe. Das Verlassen der Jungen in diesem Stadium sei ein Indiz für die Futterknappheit, bestätigt Klaus Nottmeyer, Ornithologe der Biologischen Station Ravensberg. Würden die Jungvögel häufig und längere Zeit allein gelassen, berge das natürlich auch Risiken in sich. Sie seien Witterungsbedingungen, egal ob Hitze oder Kälte, schutzlos ausgeliefert.

Generell verzeichnet die Biologische Station gute Bruterfolge bei allen jungen Storchenpaaren im Kreis Herford. »Das läuft ungewöhnlich gut vor dem Hintergrund, dass die Vögel über keine langjährigen Erfahrungen verfügen«, sagt Nottmeyer. Wie viele der Engeraner Jungtiere tatsächlich dazu kämen, das Nest zu verlassen, bleibe aber noch bis etwa Ende Juni spannend. Erst dann begeben sie sich selbst auf Nahrungssuche.

Quartett recht kernig

Das junge Quartett macht bisher einen kernigen Eindruck. »Bei vier Jungtieren liegen zwischen dem Schlupf mehrere Tage, so dass sich die älteren, deutlich weiter entwickelteren Tiere bei der Fütterung gegen die Geschwister vehementer durchsetzen können. Im vergangenen Jahr hat es eines der drei Jungen nicht geschafft«, berichtet Lietzow. Denn Störche bekommen ihre Nahrung nicht von den Eltern direkt in den Schnabel gefüttert. Vom ersten Tag an müssen die Küken in der Lage sein, die vom Altstorch ausgewürgte Nahrung vom Nestboden aufzunehmen. Auch gehörten Störche zu den Vögeln, die vom ersten Schlupftag an sehen könnten, weiß Lietzow.

Entgegen der weit verbreiteten Mär, Meister Adebar möge nur Frösche und Regenwürmer, ist dieser ein wahrer Allesfresser. Auch Heuschrecken und andere Insekten stehen auf dem Speiseplan. »Wo werden in der Nähe Felder beackert?«, sei die Frage. Denn die Störche fräßen auch Mäuse und Maulwürfe, so Lietzow.

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