Viertklässler der Grundschule Westerenger bereiten sich auf den Straßenverkehr vor
»Ohne Helm geht hier nichts«

Enger (WB). Erst müssen sie sich umschauen und ein Handzeichen geben, bevor sie mit ihrem Fahrrad ausscheren, um das parkende Auto zu umfahren. Das haben die Viertklässler der Grundschule Westerenger kurz zuvor an der Tafel noch einmal mit Polizist Michael Hanke durchgesprochen. Ausgerüstet mit Fahrradhelmen - »Ohne die geht hier nichts«, da ist der Verkehrssicherheitsberater der Direktion der Kreispolizeibehörde Herford strickt - geht´s zu den Rädern, welche zuvor auf ihre Verkehrssicherheit überprüft worden sind.

Samstag, 09.06.2018, 06:23 Uhr aktualisiert: 09.06.2018, 06:30 Uhr
»Verhalten an Engpässen« heißt diese Disziplin, die die Schüler des vierten Jahrgangs der Grundschule Westerenger unter den Augen des Verkehrssicherheitsberaters Michael Hanke und einiger Helfer zunächst ohne, später mit Gegenverkehr üben. Foto: Daniela Dembert
»Verhalten an Engpässen« heißt diese Disziplin, die die Schüler des vierten Jahrgangs der Grundschule Westerenger unter den Augen des Verkehrssicherheitsberaters Michael Hanke und einiger Helfer zunächst ohne, später mit Gegenverkehr üben. Foto: Daniela Dembert

Im Rahmen der Radfahrausbildung werden in den vierten Jahrgängen der Grundschulen grundlegende Regeln für die Teilnahme am Straßenverkehr vermittelt. Verhalten an Engpässen, Vorfahrt und Linksabbiegen sind die Themen, die zunächst im Unterricht von den Lehrkräften vorbereitet werden. Dann geht es an die praktische Umsetzung, bei der Michael Hanke mit den Kindern Situationen des Straßenverkehrs übt. Am Ende der Unterrichtseinheit steht die Lernzielkontrolle, in der alle zuvor behandelten Themen praktisch umgesetzt werden müssen.

Abfolge verinnerlichen

»Die machen das schon richtig gut«, urteilt der Verkehrssicherheitsbeauftragte. Radfahren kann hier jeder. Das ist nicht immer der Fall. Trotzdem muss die Abfolge dessen, was zu tun ist, von den Kindern erst verinnerlicht werden. Gleichzeitig auf andere Verkehrsteilnehmer zu achten, sein eigenes Rad zu führen und Acht zu geben, ob aus dem parkenden Auto womöglich jemand aussteigt, erfordert Konzentration und Koordination. Deshalb wird im selten befahrenen Schonraum geübt.

Die Wasserpistole, mit der Hanke die Kinder aus dem Auto, dass sie umfahren sollen, bespritzt, ist den Kindern eine willkommene Erfrischung, hat aber auch einen pädagogischen Hintergrund: »Im Straßenverkehr gilt es, trotz unerwarteter Ablenkung Herr der Lage zu bleiben«, erklärt Klassenlehrerin Inge Oltmanns.

Bis zehn auf dem Bürgersteig

Nach bestandener Prüfung werden die Kinder im regulären Straßenverkehr teilnehmen, denn auf dem Bürgersteig dürfen sie nur bis zum zehnten Lebensjahr fahren. Hanke erlebt häufig Verstöße gegen diese Regel der Straßenverkehrsordnung. Auch die Nutzung von Radwegen könnte besser laufen, das trifft auch auf erwachsene Radler zu: »Es ist wichtig, die Radwege auf der rechten Seite zu nutzen. Viele Unfälle passieren, weil auf der falschen Seite gefahren wird«, so der Experte von der Polizei. Vielen Radfahrern sei auch die Bedeutung des runden, blauen Schildes mit dem Fahrrad-Piktogramm nicht klar. »Das Schild zeigt keine Option auf, es bedeutet, der Radweg muss genutzt werden«, informiert Hanke.

Tipp des Fachmannes, damit die Kinder sicher im Straßenverkehr unterwegs sind: »Fahrräder in kindgerechter Größe kaufen! Der Fachhandel bietet Bikes mit großen Rädern und etwas kleineren Rahmen. So können die Kinder gut auf- und absteigen und kommen trotzdem schnell voran«, sagt Hanke.

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