Team produziert Film über Königin Mathilde – Uraufführung beim Kreisgeschichtsfest
Drehort Stiftskirche

Enger (WB). Zum Drehort wurde die Stiftskirche in Enger jetzt. Ein Team der »dokumentARfilm GmbH« aus Münster drehte Teile eines Films über Königin Mathilde. Die Uraufführung der Dokumentation ist beim Kreisgeschichtsfest am 1. und 2. September geplant.

Mittwoch, 20.06.2018, 07:10 Uhr
Das Grab von Widukind spielt im Film eine Rolle, da Königin Mathilde wahrscheinlich in fünfter Generation von dem Sachsenherzog abstammte. Kameramann Dieter Fietzke und Regisseurin Anne Roerkohl haben in der Stiftskirche eine Vorrichtung aufgebaut, um die Grabplatte von oben zu filmen. Foto: Thomas Klüter
Das Grab von Widukind spielt im Film eine Rolle, da Königin Mathilde wahrscheinlich in fünfter Generation von dem Sachsenherzog abstammte. Kameramann Dieter Fietzke und Regisseurin Anne Roerkohl haben in der Stiftskirche eine Vorrichtung aufgebaut, um die Grabplatte von oben zu filmen. Foto: Thomas Klüter

Dabei ist es gar nicht einfach, das Leben und Wirken von Königin Mathilde genau zu beleuchten. Allein die Tatsache, dass sie eine Frau war, führt schon dazu, dass es nur wenige Aufzeichnungen über die »Heilige des Volkes« gibt. Und bei den beiden Lebensbeschreibungen über Mathilde aus den Jahren 974 und 1002 muss die Absicht berücksichtigt werden, die hinter den Schriften steht.

Es ging damals um viel Geld

»Es ging damals um viel Geld«, sagt Regine Krull, Leiterin des Widukind Museums. Bereits im Jahr 936 starb Mathildes Mann König Heinrich I. und die Witwe nutzte ihren Besitz dazu, geistliche Gemeinschaften zu gründen, die das Andenken ihres Mannes und ihrer Familie bewahren sollten. Die vermeintliche Verschwendung ihres Geldes missfiel ihrem Sohn, Thronfolger Otto I., der ihr lediglich die Nutzungsrechte an den Gütern überlassen wollte. Um seinem Standpunkt Nachdruck zu verleihen, ließ der dann nach Mathildes Tod die erste Lebensbeschreibung verfassen. Für die zweite Aufzeichnung war König Heinrich II., Urenkel von Mathilde, verantwortlich, der ebenfalls Kirchen und Klöster stiftete.

»Weil wir nicht genau wissen, wie das damals wirklich war, wird der Film in den ersten zwei Dritteln die Fakten wiedergeben, die wir kennen«, erklärt Anne Roerkohl, Regisseurin und Produzentin der Dokumentation. »Im letzten Drittel versuchen wir dann zu beleuchten, warum einige dieser Informationen mit bestimmter Absicht so aufgeschrieben wurden und was dahinter steckt.«

Willensstarke Frau

Auch die politische Aussage in der Geschichte sei interessant, sagt Regine Krull. »Mathilde war eine willensstarke Frau, die sich nicht nur auf ihre Aufgaben als Frau des Königs oder später als Witwe beschränkte«, so die Museumsleiterin. »Sie ist eingetreten für ihre Überzeugungen.«

Etwa 20 Minuten lang wird der fertige Film später sein. Nach der Uraufführung im Rahmen des Kreisgeschichtsfestes wird er auch im Widukind Museum zu sehen sein. »Wir überlegen, den Film auf DVD anzubieten, dann kann er zum Beispiel auch in Schulen im Geschichtsunterricht verwendet werden«, sagt Regine Krull.

Nur durch Förderung möglich

Bereits im vergangenen Jahr starteten die ersten Überlegungen zu der Dokumentation, die auch einige gespielte Szenen enthalten wird. Möglich wurde die Produktion durch die Unterstützung der Stiftung der Sparkasse Herford und durch die Heckewerth-Stiftung.

Das Film-Team drehte bereits im Berliner Kunstgewerbemuseum, wo der Dionysius-Schatz des historischen Stifts Enger verwahrt wird. Außerdem in Nordhausen, wo Mathilde ein Stift gründete, und in Quedlinburg, wo die »Heilige des Volkes« 968 starb und begraben wurde. Dort wurde ihr eine Kirche geweiht, über die Königin Mathilde bis heute als Statue wacht.

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