Kooperation zwischen Enger und Spenge soll Vorbild für den Kreis Herford sein
Tageseltern gründen Netzwerk

Enger (WB). Tagesmütter und -väter sehen sich häufig mit alltäglichen und berufsspezifischen Fragen konfrontiert, bei deren Klärung der Austausch mit Gleichgesinnten hilfreich wäre. Carsten Gehring hat sich gemeinsam mit Lebensgefährtin Jennifer Wiebrock an die interkommunale Vernetzung von Tagesmüttern und -vätern gemacht.

Dienstag, 31.07.2018, 06:16 Uhr aktualisiert: 31.07.2018, 10:40 Uhr
TaMuVa heißt das offene Netzwerk für Tagesmütter und -väter, das Jacqueline Paal (von links), Carsten Gehring, Jennifer Wiebrock und Anna Feldbusch für den Kreis Herford ins Leben gerufen haben. Der gegenseitige Austausch soll die Kinderbetreuung noch verbessern. Foto: Daniela Dembert
TaMuVa heißt das offene Netzwerk für Tagesmütter und -väter, das Jacqueline Paal (von links), Carsten Gehring, Jennifer Wiebrock und Anna Feldbusch für den Kreis Herford ins Leben gerufen haben. Der gegenseitige Austausch soll die Kinderbetreuung noch verbessern. Foto: Daniela Dembert

Mit der Spenger Kollegin Jacqueline Paal und der angehenden Tagesmutter Anna Feldbusch haben sie das Netzwerk TaMuVa gegründet. Wie klappt es anderswo mit dem Mittagschläfchen? Welche Vereinbarungen sind mit Eltern unbedingt zu treffen? Wo bekommt man einen geräumigen Bollerwagen? Welche Sicherheitsmaßnahmen sind im häuslichen Umfeld zu ergreifen? Seit Anfang des Jahres ist Gehring als Tagesvater der »Villa Kirschblüte« tätig und weiß um diese und andere Fragen beim Start in die Kinderbetreuung.

Ansprechpartner auch in Spenge

»Gerade für Anfänger ist es sehr hilfreich, sich mit anderen austauschen zu können. Man kann einiges von den Alteingesessenen lernen«, meint der Engeraner. Aber auch für die »alten Hasen« sei ein Netzwerk interessant, um über den eigenen Tellerrand zu blicken.

Weil der Berufszweig zwar stetig wächst, sich aber noch nicht organisiert hat, haben Gehring und seine Mitstreiter Tageseltern im Kreis Herford kontaktiert und über 30 Kollegen gefunden, die an einer Vernetzung interessiert sind. »Der Zuspruch war direkt riesengroß«, versichert Jennifer Wiebrock. Ansprechpartner in Enger ist der Kinderpsychotherapeut Carsten Gehring, der zwar als Tagesvater nicht therapeutisch tätig wird, aber auf eine solide Basis in Sachen Prävention in der frühkindlichen Entwicklung zurückgreifen kann. In Spenge kümmert sich die angehende Grundschullehrerin und Sonderpädagogin Jacqueline Paal um die Verknüpfung. Angestrebt ist, die Verbindungen über den gesamten Kreis auszubauen.

»Um sich Gehör zu verschaffen, ist es immer wirksamer, im Verbund aufzutreten als einzeln«, meint der Tagesvater. Tageseltern seien mehr als eine Kinderaufbewahrungsstation, betont Jacqueline Paal, die künftig gemeinsam mit ihrer Schwägerin, der Erzieherin Anna Feldbusch die »Märchenwelt« in Spenge leiten wird. »Wir haben einen Erziehungs- und Bildungsauftrag, ebenso wie Kindertagesstätten«, so die Spengerin. Angedacht sind von den Netzwerkern daher auch Aufklärungsveranstaltungen und Aktionstreffen zu unterschiedlichen Themenbereichen.

Alternative zur Kita

»Viele Eltern wissen gar nicht, dass sie im Kreis Herford den gleichen Anspruch auf Tagespflege haben wie auf einen Kita-Platz«, erzählt Paal. In Zeiten knapper Kita-Plätze bietet die Tagespflege eine Alternative für Familien, »die viel individueller, familiärer und alltagsgebundener ist als die Betreuung in einer großen Einrichtung«, gibt Gehring zu bedenken.

Tageseltern haben eine Ausbildung nach Qualitätshandbuch zu durchlaufen, die 300 Unterrichtseinheiten und zwei Praktika, eines davon im U3-Bereich, umfasst. Themen sind erste Hilfe, frühkindliche Entwicklung, Hygiene, Erziehung und Bildung. Kontakte: Jacqueline.paal@t-online.de und Carsten.gehring@web.de .

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