Brüder Dammeyer bauen Kultkneipe in Enger zum Bürohaus um
»Penne«-Theke bleibt erhalten

Enger (WB). Die Ära der »Penne« geht zu Ende. Die ehemalige Kultkneipe an der Bielefelder Straße 5 in Enger wird zu einem Bürohaus umgebaut.

Samstag, 18.08.2018, 09:05 Uhr aktualisiert: 18.08.2018, 09:10 Uhr
Strom ist wichtig für den Umbau der ehemaligen Gaststätte. Das weiß auch Bauherr Bernd Dammeyer. Die alte Theke (links) im Schankraum und die Tür-Rundbögen sollen erhalten bleiben. Fotos: Gerhard Hülsegge

»Es ist schon etwas heller geworden, nachdem wir die Tapeten von der Wand entfernt haben«, sagt Bernd Dammeyer (55), der die unter Denkmalschutz stehende Immobilie zusammen mit seinem Bruder Karlheinz (60) im März erworben hat. Die Betreiber eines Ingenieurbüros in unmittelbarer Nachbarschaft investieren etwa 500.000 Euro in den Umbau des ehemaligen Lokals mit angrenzender Apotheke.

Die »Penne« von Ex-Kneiper Manfred Barmeier war seit einem Jahr geschlossen. Inzwischen ist das stadtbildprägende Gebäude von 1889 mit Planen umhüllt, sind die Handwerker eingezogen. »Wir stellen eine Chronik des Hauses zusammen«, sagt Bernd Dammeyer. Den Anbau hätten die neuen Eigentümer abreißen dürfen, er soll aber als Büro- und Nutzfläche weiter genutzt werden. 400 Quadratmeter stehen den Betreibern des Ingenieurbüros künftig zusätzlich zur Verfügung inklusive des Dachgeschosses, das ausgebaut werden soll.

Gastwirtschaft wird Aufenthaltsraum

»Wir sitzen wie die Hühner auf der Stange, es ist äußerst beengt und eigentlich niemandem zumutbar«, erklärt Bernd Dammeyer die Notwendigkeit zur räumlichen Erweiterung der Firma.

Das Haus an der Bielefelder Straße/Ecke Hagenstraße wird in Absprache mit der Stadt Enger und der Denkmalschutzbehörde in Münster jetzt kernsaniert. Ein neues Dach soll’s geben, im Haus selbst werden einige Wände entfernt. »Die Theke bleibt aber erhalten«, betont Bernd Dammeyer. Nur der Sockel am Fuß der Frontseite werde entfernt. Der ehemalige Gastwirtschaftsraum soll künftig als Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter sowie als Besprechungsraum dienen. Das historische Ambiente soll aber möglichst erhalten bleiben.

Genauso wie ein Großteil der Fenster mit Rundbögen, die auch die Türen weiterhin zieren sollen. Heizung, sanitäre Anlagen und die Elektroinstallation kommen neu. Die alten Gläser stehen noch im Schrank, die Bänke der früheren Gaststätte sind dagegen schon teilweise demontiert. Erhalten bleiben auch die Arkaden vor dem Gebäude, das 1952 und 1957 die letzten größeren Umbauten erfahren hat. Die Rundbögen werden sandsteinfarben neu zum »Hingucker«.

»Viele schimpfen über den Denkmalschutz. Wir sind aber ziemlich gut auf einen Nenner gekommen. Das war astrein und hundertprozentig«, sagt Bernd Dammeyer und lobt die Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und der Stadt Enger.

Einzug 2019

Zum Jahresende sollen wesentliche Teile des Umbaues erfolgt sein. Im Winter ist der Dachausbau geplant, danach wird man sich dem Schaufenster der ehemaligen Apotheke widmen. Der Einzug des Ingenieurbüros in die ehemalige »Penne« ist für das Frühjahr 2019 vorgesehen.

Das Ingenieurbüro Dammeyer, 1972 gegründet, widmet sich unter anderem der brandschutztechnischen Planung von Sonderbauten und beschäftigt zurzeit 20 Mitarbeiter. Die Hälfte soll in die ehemalige Kneipe umziehen. Weitere Mitarbeiter sollen eingestellt werden. Ingenieure, Architekten, Bautechniker und Bauzeichner werden gesucht. Betont Bernd Dammeyer den Expansionswillen: »Wir haben für jeden noch eine Menge Arbeit.«

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