Küchenmöbel-Hersteller fehlen Erweiterungsmöglichkeiten – 2019 Umzug nach Löhne
RWK + Kuhlmann verlässt Enger in Richtung Löhne

Enger/Löhne (WB). Es wird zu eng: Der Küchenhersteller RWK + Kuhlmann zieht 2019 von Enger nach Löhne. In der Widukindstadt fehlen dem expandierenden Unternehmen Erweiterungsmöglichkeiten.

Dienstag, 21.08.2018, 07:00 Uhr aktualisiert: 21.08.2018, 09:28 Uhr
Noch hat der Küchenhersteller RWK & Kuhlmann seinen Sitz an der Südstraße 16 in Enger-Pödinghausen. Dort wird es aber langsam zu eng. Jetzt ist der Umzug nach Löhne geplant in die Räume des ehemaligen Küchenmöbelbauers Nieburg , der im vergangenen Jahr schließen musste. Foto: Gerhard Hülsegge
Noch hat der Küchenhersteller RWK & Kuhlmann seinen Sitz an der Südstraße 16 in Enger-Pödinghausen. Dort wird es aber langsam zu eng. Jetzt ist der Umzug nach Löhne geplant in die Räume des ehemaligen Küchenmöbelbauers Nieburg , der im vergangenen Jahr schließen musste. Foto: Gerhard Hülsegge

»Wir haben verschiedene Gespräche mit anderen Firmen an der Südstraße geführt, konnten uns aber nicht einigen«, sagte Patricia Gutierrez vom RWK + Kuhlmann-Marketing gegenüber dem WESTFALEN-BLATT. Gleichzeitig bestätigte sie den für 2019 geplanten Umzug nach Löhne.

Dort können die Räume des ehemaligen Markt-Konkurrenten Nieburg, der im vergangenen Jahr schließen musste, bezogen werden. 72.500 Quadratmeter stehen dem Engeraner Unternehmen dort zur Verfügung – fast doppelt so viel wie derzeit an der Südstraße 16 in Enger-Pödinghausen. 2014 hatte RWK + Kuhlmann selbst einen Insolvenzantrag gestellt. Seit 2014 gehört die Firma zur chinesischen Boloni-Gruppe. Seitdem geht es wieder aufwärts. 120 Mitarbeiter werden aktuell beschäftigt.

Hausmesse noch in Enger

»Wir expandieren definitiv«, erklärte Gutierrez. Das jährliche Wachstum liege bei 20 Prozent. Ende Juli seien die Verträge hinsichtlich des neuen Löhner Domizils unterzeichnet worden. Der Umzug ist während der Betriebsferien für Sommer 2019 geplant. »Die Hausmesse zur A30-Küchenmeile findet aber noch in Enger statt«, so die Sprecherin von RWK + Kuhlmann.

Der Exportanteil des Unternehmens liegt bei 75 Prozent. Geliefert werden Küchen nach ganz Westeuropa wie die Schweiz oder Frankreich, aber auch in den Nahen Osten, nach Russland, Dubai, Australien und auch nach China. RWK + Kuhlman investiert am neuen Standort zehn Millionen Euro.

Bürgermeister bedauert Wegzug

Engers Bürgermeister Thomas Meyer bezeichnete den Wegzug des Küchenmöbelherstellers als »bedauerlich«. Die Stadt sei über die Pläne des Standortwechsels informiert gewesen. Seit knapp zwei Jahren habe man im intensiven Austausch mit RWK + Kuhlmann gestanden und gemeinsam versucht, am Standort in Enger etwas zu entwickeln. »Das konnte aber nicht zum Tragen kommen. Es muss auch passen«, so Meyer. Flächen so groß wie die in Löhne habe man dem Unternehmen in Enger nicht zur Verfügung stellen können. Viele Flächen, die seitens der Kommune als Gewerbeflächen ausgewiesen seien, befänden sich nicht im Eigentum der Stadt.

2017 hatte die Küchenfirma Wellmann Insolvenz anmelden müssen. Den Verlust eines zusätzlichen Unternehmens der Branche – wenn auch nur wegen eines Standortwechsels – bezeichnete der Bürgermeister als »weiteren Schlag« für die Kommune. Dabei sei der Verlust an Gewerbesteuer nicht entscheidend. Zu beklagen sei vielmehr der Verlust von Arbeitsplätzen und sozialpflichtig Beschäftigten vor Ort. »Schließlich wäre es schade, wenn die Mitarbeiter von RWK + Kuhlmann künftig nicht nur in Löhne arbeiten, sondern dort auch einkaufen«, meinte Meyer. RWK war 1923 als Tischlerei von den Brüdern Robert und Wilhelm Kuhlmann gegründet worden.

Kommentar

Eigentlich ist es ja erfreulich, wenn ein Unternehmen gute Geschäfte macht und expandieren möchte. Im Fall des Küchenmöbel-Herstellers RWK + Kuhlmann in Enger muss man sich aber fragen, woran es denn liegt, dass erfolgreiche Firmen und Gewerbesteuerzahler abwandern. Der Hinweis von Bürgermeister Thomas Meyer, dass andere Gewerbeflächen zwar ausgewiesen sind, aber – weil noch in Privatbesitz – nicht überplant werden können, ist richtig. Vielleicht hätte man die vergangenen zwei Jahre aber auch dazu nutzen können, den Flächennutzungsplan auf einen bedarfsgerechten Stand zu bringen. Die politische Sommerpause neigt sich ihrem Ende zu. Engers Mandatsträger sind gefordert, einen Abwanderungsmechanismus zu verhindern. Gerhard Hülsegge

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