Mi., 12.09.2018

Polizei und Bauhof verstärken Kontrollen in der Engeraner Maiwiese Kind verletzt sich an Drogenspritze

Von Julia Lüttmann

Enger (WB). Ein achtjähriger Grundschüler hat sich in der Nähe eines Spielplatzes in Enger an einer gebrauchten Spritze verletzt. Gefunden hatte er sie vergangene Woche Mittwoch im Gebüsch.

»Ich habe ihn nur einen Moment aus den Augen gelassen«, sagt die Mutter, die anonym bleiben sollte. Plötzlich weinte der Junge und sagte, dass er sich an einer Spritze verletzt habe. Er hatte die Spritze im Gebüsch gefunden und aufgehoben. Dabei fiel sie ihm in die Hand und der Grundschüler stach sich. Ein Schreck für Mutter und Kind. »Natürlich habe ich meinem Sohn immer gesagt, dass er nichts aufheben soll. Jetzt macht er sich große Vorwürfe.«

Schüler muss zum HIV-Test

Große Sorgen machen sich dagegen die Eltern des Grundschülers. Direkt am nächsten Tag gingen sie zum Kinderarzt, um den Jungen untersuchen zu lassen. Die erste Blutprobe fiel unauffällig aus, zwei weitere Test in drei und sechs Monaten werden folgen. Erst dann wird die Familie aus Enger sicher wissen, ob sich der Grundschüler mit HIV infiziert hat. »Eine schlimme Situation«, sagt die Engeranerin.

Um andere Kinder zu schützen, haben die Eltern telefonisch auch die Polizei in Enger informiert. Die Beamten sind mit der Problematik in der Maiwiese vertraut. »In den vergangenen sechs Monaten war es im Bereich der Maiwiese allerdings ruhig«, sagt Uwe Maser, Pressesprecher der Herforder Polizei. Dennoch sei die Polizei in diesem Bereich regelmäßig präsent. Man werde den Vorfall jedoch zum Anlass nehmen, um in der Maiwiese noch öfter nach dem Rechten zu sehen, kündigte Maser an.

Polizei kontrolliert regelmäßig

Regelmäßig sind auch die Mitarbeiter des Bauhofs vor Ort, um Unrat zu beseitigen. »Die Mitarbeiter räumen bei ihrer Streckenkontrolle mindestens einmal in der Woche dort auf«, sagt Gerd Althoff, Leiter des Fachbereiches II für Sicherheit und Ordnung. Zusätzlich sind sie immer dann vor Ort, wenn es erforderlich ist. »Wenn etwas gefunden wird, sollten sich die Bürger immer melden«, sagt Althoff. »Bei Bedarf kommen die Mitarbeiter des Bauhofs auch sofort.«

Unterstützung durch die Stadtverwaltung

An die Stadt Enger haben sich auch die Eltern des betroffenen Jungen gewandt. Ihnen wurde zugesichert, dass die Bauhofmitarbeiter sofort informiert werden. So viel Unterstützung hätten sich die Eltern auch bei der Polizei gewünscht: »Man sagte mir, dort hätten Kinder nichts zu suchen«, ärgerte sich die Mutter. Immerhin: Man habe ihr versprochen, »den Bereich im Auge zu behalten«.

Auf die Anzeige gegen Unbekannt haben die Eltern des verletzten Schülers im Anschluss verzichtet. »Bei der Polizei hat man uns gesagt, dass würde nichts bringen«, berichtet die Mutter.

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