Mo., 12.11.2018

Sanierung der Lohgerberei rückt näher – 720.000 Euro Baukosten 200.000 Euro erst der Anfang

Meistern das Fördermittelpuzzle: Silke Rolf, Karsten Glied und Regina Schlüter-Ruff vom Vorstand des Gerbereimuseumsvereins. Der Bund stellt 200.000 Euro für die Sanierung der alten Lohgerberei zur Verfügung.

Meistern das Fördermittelpuzzle: Silke Rolf, Karsten Glied und Regina Schlüter-Ruff vom Vorstand des Gerbereimuseumsvereins. Der Bund stellt 200.000 Euro für die Sanierung der alten Lohgerberei zur Verfügung. Foto: Thomas Klüter

Von Thomas Klüter

Enger (WB). Die Freude war groß beim Vorstand des Gerbereimuseumsvereins, als am Donnerstag die Nachricht aus Berlin kam: Der Bund stellt 200.000 Euro für die Sanierung der alten Lohgerberei zur Verfügung. Dieser Erfolg ist aber erst der Anfang eines langen Fördergeldpuzzles.

Mit 720.000 Euro veranschlagt ein Konzept, das von der Sparkassenstiftung finanziert wurde, die Gesamtkosten für die Umbaumaßnahmen der ehemaligen Lohgerberei. Weitere 400.000 Euro Kosten würden für Ausstattung und Gestaltung des musealen Bereichs hinzukommen.

270 Jahre alt ist das Gebäude, das sich an das bereits bestehende Gerbereimuseum, die ehemalige Chromgerberei Sasse, am Hasenpatt 4 in Enger anschließt. »Das Gerbereimuseum thematisiert die maschinelle Bearbeitung von Tierhäuten. In der Lohgerberei wurde Leder ganz traditionelle hergestellt«, erklärt Karsten Glied vom Vorstand des Vereins.

Seit 2001 Museum

Die Räume der Chromgerberei werden schon seit 2001 als Museum und Veranstaltungsort vom Museumsverein genutzt. Die angrenzende Lohgerberei ist ungenutzt und in einem desolaten Zustand. »Wenn wir nicht bald das Geld für den Umbau zusammen haben, dann gibt es dort nichts mehr zu erhalten«, sagt Karsten Glied.

Mit den 200.000 Euro vom Bund rückt der Umbau jetzt einen großen Schritt näher. »Die ersten Fördermittel sind immer die schwierigsten«, sagt Glied. »Wenn wir den Bund jetzt von dem Projekt überzeugen konnten, werden weitere Fördermittelanträge vielleicht auch positiv bewertet.« Es gebe eine breite Unterstützung von Politikern aus der Region auf Bundesebene, beim Land, im Kreis Herford und in der Kommune, so das Vorstandsmitglied. Für die jetzt bewilligte Förderung hätten sich Stefan Schwartze und Frank Schäffler stark gemacht.

50.000 Euro Eigenanteil

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Tim Ostermann habe dieses Anliegen nach seinem Ausscheiden auf Bundesebene an den neuen CDU-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag Ralf Brinkhaus weiter gegeben. »Brinkhaus sitzt passenderweise im Haushaltsausschuss und setzt sich für das Gerbereimuseum ein«, sagt Karsten Glied. »Und das hier ist noch nicht mal sein Wahlkreis.« Auf Landesebene würden Christian Dahm, Stephen Paul und Bianca Winkelmann das Projekt unterstützen.

Die Vorstandsmitglieder des Museumsvereins Regina Schlüter-Ruff, Winfried Flakowski, Silke Rolf und Karsten Glied sind mittlerweile Experten für die Anträge auf Fördergelder. Sie wissen, welche davon sich ausschließen würden, wie detailliert ein Projekt dargestellt werden muss und welche Fristen wo gelten.

Unter anderem laufen Anträge bei der Stiftung Denkmalschutz und bei der NRW-Stiftung. Zudem plant der Verein mit einem Eigenanteil von 50.000 Euro und die Stadt Enger hat 30.000 in Aussicht gestellt, um das Heimatzeugnis zu erhalten.

Wiederaufbau ist geolant

Geplant ist der Wiederaufbau der Lohgerberei. In Anbetracht der Bausubstanz wird aber wohl ein Großteil des alten Gebäudes nach altem Vorbild neu gebaut werden müssen. »Wir möchten aber möglichst viel erhalten«, so das Vorstandsmitglied. Im Untergeschoss sollen später die alten Wassergruben zu besichtigen sein. Im Erdgeschoss soll eine Ausstellung mit Infotafeln und alten Zeichnungen entstehen.

Das Obergeschoss wird in Zukunft als Schulungsraum unter anderem für Schulklassen genutzt. »Durch den neuen, eigenständigen Museumsbereich sind auch Änderungen im bestehenden Gerbereimuseum geplant«, sagt Karsten Glied. Die Vereinsmitglieder hoffen, dass sie das gesamte Geld zusammen bekommen. »Im Laufe des nächsten Jahres könnte der Umbau dann losgehen«, sagt Karsten Glied.

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