Sa., 23.02.2019

Gewässerschutz: Bodenfilter für 5,5 Millionen wird ab März gebaut – Straßensperrung »Allerhöchste Baukunst«

Fred Beckmann (WBSE, vorne) zeigt, wo das Retentionsfilterbecken entstehen soll. Thilo Jochim (dahinter von links) und Henning Quathamer (Firma Bunte) sowie Jochen Schäfer (Firma Bockermann-Fritze) und WBSE-Chef Thomas Holz schauen zu.

Fred Beckmann (WBSE, vorne) zeigt, wo das Retentionsfilterbecken entstehen soll. Thilo Jochim (dahinter von links) und Henning Quathamer (Firma Bunte) sowie Jochen Schäfer (Firma Bockermann-Fritze) und WBSE-Chef Thomas Holz schauen zu. Foto: Gerhard Hülsegge

Von Gerhard Hülsegge

Enger (WB). Wenn Anfang März die Motorsäge dröhnt, wird nicht dem Hagenwäldchen zu Leibe gerückt. Dafür müssen etwa ein Dutzend Bäume, überwiegend Pappeln, einem Großprojekt der Wirtschaftsbetriebe der Stadt Enger (WBSE) Platz machen: dem Bau eines Retentionsbodenfilterbeckens für 5,5 Millionen Euro.

»Diese Maßnahme ist für uns eine ganz besondere Herausforderung und erfordert allerhöchste Baukunst«, sagt WBSE-Leiter Thomas Holz. Deshalb hat sich das Tochterunternehmen der Stadt auch externe Unterstützung geholt. Das heimische Unternehmen Bockermann-Fritze Ingenieur-Consult plant das Mammut-Vorhaben, die Firma Bunte aus Papenburg, die unter anderem den Tiefwasserhafen Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven zu realisieren half, ist als ausführende Firma mit an Bord. Die Ausschreibung des Projektes erfolgte wegen seines Umfanges europaweit. Zur Finanzierung erhofft sich die Stadt Enger einen Landeszuschuss von 50 Prozent. Die Förderzusage über 1,8 Millionen Euro liegt vor.

15.000 Quadratmeter angekauft

Nötig wird die Investition in den Umweltschutz, weil die Bezirksregierung in Detmold die Erlaubnis dazu, Regen und teilweise auch Abwässer bei Hochwasser aus dem Mischwasserkanal in den Bolldammbach zu leiten, ansonsten nicht mehr erteilen will. Die bisherige Erlaubnis ist 2018 ausgelaufen. »Ziel ist es, die Gewässergüte zu verbessern«, erklärt Thomas Holz.

Um das neue Filterbecken in der Größe von 50 mal 150 Metern anlegen zu können, hat die Kommune Flächen von drei Landwirten angekauft. Der Flächenbedarf beträgt 15.000 Quadratmeter, das geplante Becken wird 5.400 Quadratmeter groß. Das Filtervolumen beträgt 6600 Kubikmeter. Am Montag, 4. März, wird die Baustelle eingerichtet, zwei Tage später soll mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Ein Bagger ist auf der Wiese östlich der Niedermühlenstraße/Ecke Herforder Straße bereits zu sehen. Mit ihm werden Bodenproben entnommen wegen des relativ hohen Grundwasserpegels auf dem Gelände zwischen Niedermühlen- und Tiefenstraße.

Zwei Jahre lang geplant

»Die Planungsphase hat zweieinhalb Jahre gedauert, um alles genehmigt zu bekommen«, so Holz. Zwei unterirdische Regenüberlaufbecken befinden sich bereits links und rechts der Niedermühlenstraße. Sie fangen bei Starkregen sowohl die Niederschläge als auch die Schmutzfracht aus dem Mischwasserkanal auf, ehe beides über den Bolldammbach Else und Werre erreicht. Das neue Speicher- und Filterkonstrukt ähnelt einem mit Schilf bewachsenen Teich. Der Bodenfilter nimmt das mit Schmutzpartikeln behaftete Wasser aus zwei unterirdischen Regenüberlaufbecken auf und reinigt es mithilfe des Schilfs und einer speziellen Sand-Boden-Schicht. Über Drainangerohre wird das gereinigte Wasser schließlich in den Bolldammbach geleitet. Der vorhandene Kanal-Hauptsammler wird an den Rand des Grundstücks verlegt, die Niedermühlenstraße zudem während der Bauphase vorübergehend komplett gesperrt.

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