Di., 16.04.2019

Theater und Ausstellung zu Zwangsarbeit am 12. Mai im Gemeindehaus Dreyen Ein Nest aus Stacheldraht

Das Theaterstück »Im Herzen ein Nest aus Stacheldraht« erzählt aus dem Leben eines polnischen Zwangsarbeiters.

Das Theaterstück »Im Herzen ein Nest aus Stacheldraht« erzählt aus dem Leben eines polnischen Zwangsarbeiters.

Enger (WB). Das Theaterstück »Im Herzen ein Nest aus Stacheldraht« sowie die Ausstellung »Zwangsarbeit im Raum Herford« ist am Sonntag, 12. Mai, im evangelischen Gemeindehaus in Dreyen, Dreyer Ecke 3, zu sehen. Veranstalter sind die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Enger und der Verein una terra Enger.

Das Theaterstück »Im Herzen ein Nest aus Stacheldraht« erzählt aus dem Leben eines polnischen Zwangsarbeiters. Es handelt sich um ein Solotheaterstück von Michael Grunert (Spiel) und Regina Berges (Text und Regie). Auf der Grundlage des Buches »Ich hatte nichts gegen Deutsche, nur gegen Faschisten. Die Lebensgeschichte des Ferdinand Matuszek« von Friedhelm Schäffer und Oliver Nickel inszenierten Michael Grunert und Regina Berges im Auftrag des Fördervereins der Dokumentationsstätte Stalag 326 VI K Senne ein Theaterstück, das ein Leben hinter und zwischen sichtbaren und unsichtbaren Zäunen erzählt.

Projekt will Kultur verbinden

Zum Inhalt: Schon in seiner polnischen Heimat in Ostgalizien wird der 15-jährige Ferdi von den deutschen Besatzern zu Arbeiten beim Bau einer kriegswichtigen Bahnstrecke gezwungen. Mit knapp 16 Jahren wird er nach Deutschland deportiert. Auf ihn wartet Zwangsarbeit auf einem Bauernhof im Amt Rehme (Ostwestfalen). Von Erinnerungen gequält, innerlich zerrissen und heimatlos ist er lange Zeit nicht fähig, über seine Erlebnisse zu sprechen. Eine Erfahrung, die er mit vielen jungen Menschen, die im heutigen Europa unfreiwillig ein neues Zuhause suchen, auf vielfältige Weise teilt.

Das Projekt »Stadtflucht« des Theaterlabors Bielefeld will Stadt und Land mittels der Kultur verbinden. Dazu »flieht« das Ensemble des Theaterlabors aus der Stadt in ländlich geprägte Regionen in OWL und sucht sich dort Arbeit – Kulturarbeit. Die Stadtflucht-Projekte werden gefördert aus dem Programm »Regionale Kulturpolitik« des Landes Nordrhein-Westfalen.

Spuren werden untersucht

Produziert vom Förderverein der Gedenkstätte Stalag 326 Senne wird die Ausstellung »Zwangsarbeit im Raum Herford«. Sie bewahrt das Erinnern, präsentiert neue Ergebnisse und Quellen zur örtlichen Zwangsarbeit und ist ein Beitrag zur Aussöhnung mit den Opfern.

Die Ausstellung konzentriert sich auf das Schicksal der Kriegsgefangenen und der zivilen Arbeitskräfte, die mit Versprechungen, vor allem aber mit Zwang und brutaler Gewalt zur Arbeit im Reich rekrutiert wurden. Die historischen Spuren, die das Schicksal dieser Menschen im Raum Herford hinterlassen hat, werden untersucht.

In Kooperation mit dem Kuratorium Erinnern – Forschen – Gedenken ist Einlass auch zur Ausstellung um 18 Uhr, Vortrag und Einführung in die Ausstellung beginnen um 18.30 Uhr. Das Theaterstück beginnt um 19 Uhr. Statt Eintritts wird um eine Spende gebeten.

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