Mo., 26.08.2019

Enger klingt: 350 Besucher hören Musik vor der Stiftskirche »Wie Fernsehgarten, nur besser«

Frida Michels und Yannik Tiemann sind »Duebaci«. Sie spielten Lieder von Felix Mendelssohn Bartholdy ebenso würdig wie Stücke der Band Jefferson Airplane.

Frida Michels und Yannik Tiemann sind »Duebaci«. Sie spielten Lieder von Felix Mendelssohn Bartholdy ebenso würdig wie Stücke der Band Jefferson Airplane. Foto: Dembert

Von Daniela Dembert

Enger (WB). An einem schattigen Plätzchen – die laue Sommerbriese auf der Haut – handgemachter Musik verschiedenster Genres lauschen: das ist »Enger klingt«.

Etwa 350 Besucher waren der Einladung des Widukindmuseums, des Neuen Forum Enger und der Kirchengemeinde gefolgt und haben am frühen Sonntagabend das Freiluftkonzert in »Engers guter Stube«, wie Museumsleiterin Regine Krull die Wiese an der Stiftskirche ihrer tollen Akustik wegen nennt, genossen. Für die Verpflegung sorgte der Kleinbahnverein.

Fünf Darbietungen unterschiedlichster Facetten

»Eigentlich ist ›Enger klingt‹ wie der ZDF-Fernsehgarten, nur die Musik ist besser«, witzelte Moderator Christoph Wind. Im Bezug auf die Qualität der musikalischen Beiträge konnte man ihm da nur beipflichten. Von ewig gleichen Rhythmen und abgenutzten Textfragmenten der Schlager- und Popwelt keine Spur. Stattdessen servierten die Organisatoren fünf Darbietungen unterschiedlichster Facetten. Gemeinsamer Nenner: Freude an handgemachter Musik mit Seele.

Den Auftakt gab Saxophonist Solomon Charles aus Bielefeld, der mit seiner weichen Spielweise begeisterte. Unterstützung kam von der souligen Stimme Ntabelang Mokoenas.

Duebaci, das Duo Frida Michels und Yannik Tiemann, trat mit teils sphärisch anmutenden Klängen und kreativ inszenierten Geräuschkompositionen auf. Lieder von Felix Mendelssohn Bartholdy und Franz Schubert vertonte das Duo ebenso würdig wie Stücke der Bands Jefferson Airplane und Dirty Protectors. Die Zuhörer erlebten, wie Spur um Spur ein komplexes Arrangement wuchs.

Karibisch, orientalisch, in jedem Fall aber rhythmisch ging es zu bei »Chromacouleur«. Das Bielefelder Trio konzertiert mit einem noch recht jungen Instrument: der Handpan, die im Klang der Steeldrum ähnelt.

Wann wurde jemals der einsetzende Schneefall in der Fußgängerzone Detmolds schöner vertont als in »First Snow« von Nicolas Maurel, Tobias Holzendorf und Leon Raum?

Als eine von Engers langjährigsten Musikformationen kündigte Christoph Wind die Gruppe »Melanca« an, bestehend aus Frontfrau Caro Tiemann, Birgit und Eckhardt Koch und Zugang Andreas Meißner als Percussionist. Das Heimspiel umfasste vornehmlich Selbstgeschriebenes aus der Feder Tiemanns. »Melanca« überraschte das Publikum mit einer Interpretation des Survivor-Hits »Eye of the tiger« im Samba-Rhythmus.

Headliner »MarKuz Walach« ist der Mann für den weißen Blues. Die Gitarre auf dem Schoß, die Mundharmonika im Anschlag, die Füße an der Percussion und das Mikrofon am Mund ist der gebürtige Sauerländer eine Ein-Mann-Band mit Showeffekt.

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