Fr., 30.08.2019

BUND zeichnet Tierfreunde in Oldinghausen und Belke-Steinbeck aus Hier sind Schwalben willkommen!

Beate, Uwe und Christoph Braun (von links) sind Schwalbenfreunde. Seit sieben Jahren toleriert die Familie, dass Mehlschwalben an ihrer Fassade nisten, ungeachtet der Hinterlassenschaften der Vögel. Vom BUND gibt es dafür eine Plakette in Verbindung mit einer Urkunde, überreicht von Peter Franzeck.

Beate, Uwe und Christoph Braun (von links) sind Schwalbenfreunde. Seit sieben Jahren toleriert die Familie, dass Mehlschwalben an ihrer Fassade nisten, ungeachtet der Hinterlassenschaften der Vögel. Vom BUND gibt es dafür eine Plakette in Verbindung mit einer Urkunde, überreicht von Peter Franzeck. Foto: Daniela Dembert

Enger (WB/dd). »Oldinghausen ist ein richtiger Hotspot für Schwalben«, stellt Peter Franzeck erfreut fest. Das Mitglied des BUND ist zuständig für den Bereich Artenschutz und unterwegs, um schwalbenfreundliche Haushalte auszuzeichnen. Bei Familie Braun in Oldighausen hat der Vogelkundler gleich drei Nester aufgespürt und festgestellt: »An jedem zweiten bis dritten Haus hier in der Siedlung gibt es Schwalbennester!«

Vielerorts seien die Vögel mit dem markant geformten Schwanzgefieder wegen ihrer Hinterlassenschaften unerwünscht. Deshalb honoriert der BUND Menschen, die ein Herz für die Tiere haben und deren Nester an ihren Gebäuden tolerieren.

Untermieter seit sieben Jahren

Seit etwa sieben Jahren lebt Familie Braun harmonisch mit den gefiederten Untermietern und hat sich mit dem Dreck einigermaßen arrangiert. An einer besonders stark betroffenen Stelle hilft ein Holzbrett, um den Kot abzufangen. Sowohl Mehl- als auch Rauchschwalben, die in dieser Region heimisch sind, leiden wegen des Insektensterbens unter Futterknappheit.

Kommt die Rauchschwalbe vielfach noch in Deelen und Ställen von Bauern- und Pferdehöfen unter, ist es für die Mehlschwalbe schwieriger, Nistplätze zu finden. Sie nistet nicht im Innenbereich, sondern an Gebäudeaußenwänden und steilen Felswänden.

Trockenheit schadet den Vögeln

»Ein weiterer Punkt, der den Schwalben in den letzten Jahren stark zusetzt, ist die Trockenheit. Sie finden keine Lehmpfützen mehr, auf die sie aber für den Nestbau angewiesen sind«, berichtet Franzeck.

Fehlen seichte, gut anfliegbare, erdige Wasserstellen, mangelt es den Vögeln an Baumaterial. »Man kann den Schwalben helfen, indem man flache Wasserschalen mit ein wenig Erde darin an einer gut zu erreichenden Stelle im Garten oder Feld- und Straßenrand positioniert und darauf achtet, dass diese nicht komplett austrocknet«, empfiehlt der Vogelkenner.

Zehn Plaketten pro Saison

Etwa zehn Plaketten vergibt der BUND kreisweit pro Jahr. In dieser Saison werden neben Familie Braun auch der Pferdehof Krimp in Oldinghausen, der Balker Hof (Familie Coring) in Herringhausen, Familie Lange in Belke-Steinbeck und Hof Stühmeyer in Rödinghausen ausgezeichnet.

Noch etwa zwei bis drei Wochen verweilen die Schwalben in der Region, bevor sie sich auf den langen Flug Richtung Süden machen.

»Nachdem die Schwalben fortgezogen sind, machen wir eine größere Putzaktion. Aber zwischendurch muss das auch schon mal sein«, erzählt Beate Braun.

Folie über Wandpartien

Weil sich der Deelenboden zwar mit dem Schrubber bearbeiten lässt, Wände und Gebälk aber nicht so gut zu reinigen sind, hat Familie Lange in der Deele ihres Hofs einige Wandpartien kurzerhand schützend mit Folie abgehängt. Auf das muntere Spektakel der Flugakrobaten möchten Sabine und Wolf-Rüdiger Lange zugunsten einer sauberen Deele nicht verzichten.

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