Mi., 11.09.2019

Familie gestaltet bienenfreundlich um und gewinnt Wettbewerb In ihrem Garten summt’s

Kai, Anke, Lara und Merle Scholz aus Enger-Pödinghausen haben mit der Umgestaltung ihres Gartens – unter anderem durch Insektenhotels wie links zu sehen – einen wichtigen Beitrag zum Bienenschutz geliefert.

Kai, Anke, Lara und Merle Scholz aus Enger-Pödinghausen haben mit der Umgestaltung ihres Gartens – unter anderem durch Insektenhotels wie links zu sehen – einen wichtigen Beitrag zum Bienenschutz geliefert. Foto: Raphael Steffen

Von Raphael Steffen

Enger (WB). Anke und Kai Scholz hätten mit ihrem Garten zufrieden sein können: Eine kleine Rasenfläche, Terrasse, Feuerstelle und Schaukel für die Kinder, vergoldet mit einem herrlichen Blick auf Enger und die Liesbergmühle.

Aber die vier Pödinghauser wollten auch etwas für den Artenschutz tun. Und schafften es mit ihrem Engagement auf den ersten Platz eines bundesweiten Wettbewerbs. Anfang 2018 begann Anke Scholz, gelernte Natur- und Wildnispädagogin, sich mit Imkerei zu beschäftigen.

Nicht lange danach war das Bienen- und Insektensterben in aller Munde. Von den ursprünglich 585 heimischen Wildbienenarten sind bereits 39 ausgestorben. Scholz wollte helfen.

Jede freie Minute wird für Projekt genutzt

»Es ist ein Familienprojekt«, sagt Kai Scholz, als er Anfang September 2019, in seinem gründlich umgemodelten Garten in Pödinghausen steht. Gemeinsam mit seinen Töchtern Lara und Merle legte das Ehepaar Blumenwiesen an, pflanzte heimische Stauden, baute Insektenhotels, installierte eine Samentauschbox am öffentlichen Weg vor seinem Grundstück. »Wir nutzten dieses Jahr fast jede freie Minute für unsere Projekt«, erzählt Scholz.

Auf den gerade einmal 450 Quadratmetern machte die Familie so aus einem Standardgarten eine erlebbare Fläche. Zu jeder Ecke fällt dem Familienvater eine Geschichte ein. »Das ist keine Dekoration«, erklärt er und zeigt auf eine Reihe alter Milchkannen, die auf Stangen baumeln. Nein, die Kannen bieten Ohrenkneifern ein Zuhause.

Sandarium für die Sandbienen

Hagebutte und Wilde Kade, Pflanzen, die früher in der Region an jedem Wegesrand standen, finden sich auch wieder. »Totholz ist sehr wichtig«, führt Scholz aus. Und dann gibt es da noch ein Sandarium für die Sandbienen – »es leben mehr Bienen im Boden als in Röhrchen«, erklärt Scholz. Daneben eine Steinpyramide. Und, und, und.

Die Familie verfolgt dabei ein »Konzept der kleinen Schritte«, also eine Vielzahl an einfachsten Maßnahmen. Jeder noch so kleine Eingriff hat seine Auswirkungen. »Allein durch den Schattenwurf von Gegenständen verändert sich schon das Klima und es siedeln sich andere Pflanzen an«, weiß Kai Scholz.

Erster Platz beim Pflanzenwettbewerb

Die Stiftung für Mensch und Umwelt, die 2010 die Initiative »Deutschland summt« zum Schutz der Bienen ins Leben gerufen hat, honorierte den Einsatz der Engeraner mit dem ersten Platz beim Pflanzenwettbewerb »Wir tun was für die Bienen!« in der Kategorie Privatgärten. Kai, Anke, Lara und Merle Scholz sind zur Preisverleihung am 14. September nach Berlin eingeladen.

Ihr Erfolg soll auch für andere Menschen eine Ermutigung sein, wünscht sich die Familie: »Jeder hat die Möglichkeit, etwas zu tun. Einfach mal zwei oder vier Quadratmeter sich selbst überlassen und gucken, was passiert«, rät Kai Scholz.

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