Do., 12.09.2019

Immer mehr Kinder aus Nachbarstädten werden an Engers Schulen angemeldet Auswärtige dürfen abgewiesen werden

Vor allem an der Realschule Enger werden immer mehr Kinder aus umliegenden Städten und Gemeinden angemeldet. Falls es mehr Anmeldungen als Plätze gibt, müssen diese Kinder abgewiesen werden. Das hat der Schulausschuss beschlossen.

Vor allem an der Realschule Enger werden immer mehr Kinder aus umliegenden Städten und Gemeinden angemeldet. Falls es mehr Anmeldungen als Plätze gibt, müssen diese Kinder abgewiesen werden. Das hat der Schulausschuss beschlossen. Foto: Gerhard Hülsegge

Von Christina Bode

Enger (WB). Über rückläufige Schülerzahlen kann sich die Realschule Enger nicht beschweren. 145 Kinder wurden dort in diesem Sommer eingeschult, 79 von ihnen kommen allerdings nicht aus Enger. Sollte es in den nächsten Jahren übermäßig viele Anmeldungen an der Schule geben, können Kinder aus umliegenden Städten abgewiesen werden, falls es in ihrem Wohnort die gleiche Schulform gibt.

Vor allem Kinder aus den Randgebieten, zum Beispiel aus Eickum oder Jöllenbeck, entscheiden sich oft für die Realschule Enger. Diese Schüler müssten sich künftig vorrangig direkt an einer entsprechenden Schule in ihrer Kommune anmelden.

»Seit Jahren besteht an der Realschule die Situation, dass mehr Kinder angemeldet werden, als Plätze vorhanden sind«, erklärte Schulamtsleiter Jens Stellbrink den Mitgliedern des Ausschusses für Schule, Jugend und Sport in ihrer Sitzung am Dienstagabend.

In den vergangenen Jahren wurden an der eigentlich dreizügigen Schule bereits mehr fünfte Klassen gebildet. Aus räumlicher Sicht sei dies möglich gewesen, da die Räume der 2016 ausgelaufenen Rolf-Dircksen-Schule genutzt werden konnten. Mittlerweile werden diese komplett von der Realschule genutzt.

Beschluss fällt einstimmig

Von den 79 auswärtigen Anmeldungen habe es im vergangenen Jahr 26 Kinder gegeben, in deren Heimatgemeinde es eine Realschule gibt. Die hohe Zahl der auswärtigen Anmeldungen sei auch der Tatsache geschuldet, dass die Realschule in Spenge ausläuft, sagte Stellbrink. Um in einem Losverfahren die Engeraner Schüler nicht zu benachteiligen, haben sich die Ausschussmitglieder dafür ausgesprochen, auswärtige Schüler im Zweifel abzuweisen. Nur Kinder, in deren Wohnort es keine Realschule gibt, werden den Engeranern gleichgesetzt. Gleiches gilt für das Gymnasium.

»Wir müssen diesen Beschluss fassen, um zu verhindern, dass Engeraner Kinder benachteiligt werden«, sagte Klaus-Hermann Bunte (Bündnis 90/Die Grünen). Seiner Ansicht nach solle man sogar so weit gehen, dass Engeraner Kinder grundsätzlich Vorrang haben. Das sei allerdings rein rechtlich nicht möglich, erklärte Stellbrink. Laut Schulgesetz müssten Kinder gleichgestellt werden, in deren Wohnort es – wie zum Beispiel in Spenge und Hiddenhausen – die entsprechende Schulform nicht gibt.

»Ich möchte nicht, dass Eltern aus Enger erleben, dass um den Schulplatz ihres Kindes gelost wird«, fügte Margret Gieselmann (FPD) hinzu. Der Ausschuss fasst den Beschluss einstimmig.

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