Fr., 13.09.2019

Jürgings Hof: Bewohner kritisiert Konzept der Bau- und Siedlungsgenossenschaft Parkplatzmiete mehr als verdoppelt

Arno Manke vor der Wohnanlage Jürgings Hof. Die Schilder weisen die Parkplätze eindeutig als privat aus.

Arno Manke vor der Wohnanlage Jürgings Hof. Die Schilder weisen die Parkplätze eindeutig als privat aus. Foto: Ruth Matthes

Von Ruth Matthes

Enger (WB). Die Parkplatzsituation vor der Seniorenwohnanlage »Jürgings Hof« an der Bünder Straße ist für Mieter Arno Manke »alles andere als zufriedenstellend«. Und nun hat der Rentner (78) auch noch ein Schreiben der B&S erhalten, dass sich seine Stellplatzmiete mehr als verdoppelt.

»Ich kann nicht nachvollziehen, wieso ich plötzlich statt zehn Euro Miete 21 Euro pro Monat für meinen Parkplatz bezahlen soll«, sagt er. »Das summiert sich im Jahr auf eine Erhöhung von 132 Euro«, rechnet er vor, »eine Summe, die nicht jeder in diesem Haus so einfach bezahlen kann.« Schließlich wohnten in der Anlage der Bau-und Siedlungsgenossenschaft (B&S) vorwiegend Menschen von 80 Jahren an aufwärts. »Wenn sie ihren Parkplatz kündigen müssen, können sie nicht einfach irgendwo in der Nähe parken und die Strecke laufen«, so Manke.

Neue Gebühr gilt einige Jahre

Robin Gäsel, Vorstandsreferent der B&S, erklärt die Erhöhung mit dem Umstand, dass die Miete seit Eröffnung der Wohnanlage 2009 nicht angehoben worden sei. »Der Satz von 21 Euro gilt seit Anfang September für alle 231 Stellplätze, die wir im Kreis Herford vermieten.« Verwaltungstechnisch mache es keinen Sinne, die Miete jedes Jahr um 1,50 Euro zu erhöhen. »Der neue Satz wird jetzt wieder für einige Jahre gelten«, verspricht Gäsel.

Manke selbst hat nach Erhalt des Schreibens im August seinen Stellplatz gekündigt. Er hatte schon vorher in der Nähe eine Garage, die er nun ausschließlich nutzt. Den Stellplatz hatte er für Gäste und zum Parken am Tage.

15 Plätze für 18 Parteien

Das Parkkonzept der B&S ist seiner Meinung nach »nicht durchdacht«. Für die 18 Parteien im Haus gebe es nur 15 Parkplätze. Zwei davon werden von den Fachkräften der Diakonie genutzt, die in der Pflegewohngruppe im Erdgeschoss arbeiten. Parkraum für Besucher oder Handwerker sei nicht eingeplant. Kurzzeitparkplätze, wie bei anderen Seniorenwohnanlagen, gebe es hier nicht.

»Das hat dazu geführt, dass einige Nachbarn allein schon für den Pflegedienst einen Parkplatz gemietet haben«, erklärt Manke. Wenn Handwerker kämen, blockierten sie oft die Feuerwehrzufahrt. Die Parkplätze würden zudem immer wieder verbotenerweise von Unbefugten benutzt, die zum Beispiel zum gegenüberliegenden Elektrohändler wollten.

Keine Beschwerden

Vorstandsreferent Gäsel verweist in punkto Parkplatzanzahl darauf, dass die B&S sich beim Bau an den damals geltenden Pkw-Schlüssel der Landesbauordnung gehalten habe. Aktuell seien sogar noch Plätze zu vermieten. Bisher seien ihm wegen der Parkverhältnisse an Jürgings Hof noch keine weiteren Beschwerden zu Ohren gekommen. »Sollte sich ein Großteil der Bewohner über wildes Parken beschweren, würden wir sicher über eine Art Schließsystem nachdenken«, so Gäsel.

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