Di., 24.09.2019

Helga Kuhlemeier spendet Nachlass ihres Mannes an Engeraner Funker Zetis erhält einzigartige Funkstation

Helga Kuhlemeier spendet dem Verein Zetis eine Funkstation. Der Kontakt entstand durch Klaus Wöhler (3. von links). Über die Anlage freuen sich Manfred Vielhauer, Emma Kleineberg, Marcel Niepel, René Rakowski, Julius Schüler und Patrick Woch.

Helga Kuhlemeier spendet dem Verein Zetis eine Funkstation. Der Kontakt entstand durch Klaus Wöhler (3. von links). Über die Anlage freuen sich Manfred Vielhauer, Emma Kleineberg, Marcel Niepel, René Rakowski, Julius Schüler und Patrick Woch. Foto: Dembert

Von Daniela Dembert

Enger (WB). »Für uns ist das wie im Märchen«, sagt Manfred Vielhauer und strahlt. Grund zur Freude ist die Spende einer hochwertigen Funkausrüstung an den Verein Zetis.

Wenngleich der Anlass ein trauriger ist: Im Februar diesen Jahres ist der Amateurfunker Klaus Kuhlemeier aus Versmold verstorben. Über Jahrzehnte hinweg hatte er für sein Hobby eine Funkstation nebst Quad-Antennenanlage errichtet, wie es in ganz Europa und nach Einschätzung des Funkerkollegen Klaus Wöhler auch weltweit keine Zweite gibt.

Spende für Nachwuchsarbeit

Nach dem Tod ihres Mannes ist Helga Kuhlemeier auf den Engeraner Verein aufmerksam gemacht worden und hat beschlossen, die Funkstation ihres Mannes für die Nachwuchsarbeit zu spenden. »Viel Erfolg und tolle, weltweite Kontakte«, wünschte Kuhlemeier den Mitgliedern von Zetis. Ebenso wie der Vereinsgründer Manfred Vielhauer sei ihr Mann Lehrer gewesen und habe eine Arbeitsgemeinschaft angeboten, in der er Schülern das technische Know-how und die Faszination Amateurfunk vermittelt habe.

»Der Amateurfunk«, so Manfred Vielhauer, »ist in den vergangenen Jahren im Zuge der Digitalisierung auf das Abstellgleis geraten. Viele Menschen sehen in Zeiten von Internet und Smartphone im weltweiten Funkkontakt nichts Besonderes mehr.« Dabei zeige jüngst die Wiederinbetriebnahme von Zivilschutzsignal-Sirenen zur Katastrophenwarnung eine Renaissance der non-digitalen Kommunikation, weil die Anfälligkeit und Fragilität von Mobilfunk und digitalen Netzwerken erkannt worden sei. »Wir Funker sind bereit, unsere Technik und unser Know-how im Katastrophenfall zur Verfügung zu stellen«, betonte Klaus Wöhler, der die Spendenübergabe organisiert hatte.

Dass es zu derartigen Katastrophen auch hierzulande durchaus kommen kann, zeigt die Geschichte des verstorbenen Klaus Kuhlemeier, der seit 1956 als Hobbyfunker tätig war. »2018 hat Sturmtief Friederike seinen Antennenmast umgeknickt und daraus einen Totalschaden im 100.000er Bereich angerichtet«, berichtet Wöhler. Selbst Sturm Kyrill hatte der soliden Stahlkonstruktion Jahre zuvor nichts anhaben können, 2018 aber habe Klaus Kuhlemeier »sein Lebenswerk in Trümmern liegen sehen«, so der Freund des Funkers.

Viele Rekorde aufgestellt

Das Antennenwerk ging ins Ausland, die Funkstation, mit der der 79-Jährige unter dem Rufzeichen DJ4PT zeitlebens vielfache Rekorde im Wettbewerbsfunken aufgestellt und Kontakt in die ganze Welt unterhalten hatte, ging jetzt an Zetis. Die Ausrüstung umfasst einen Sendeempfänger und einen Sendeverstärker als Herzstücke, ein Oszilloskop, ein Watt-Meter, Netzgeräte, massenhaft Kabel und »Bastelmaterial«.

»Ich bin wirklich fasziniert von dem, was Klaus Kuhlemeier geschaffen hat«, betonte Vielhauer bei der feierlichen Übergabe der Funkstation am Samstag.

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