Fr., 11.10.2019

Spaziergänger finden sieben tote Tauben in Enger – Polizei ermittelt Köpfe und Beine abgetrennt

Symbolfoto

Symbolfoto Foto: dpa

Von Kathrin Weege

Enger (WB). Sieben Tauben ohne Köpfe und mit abgerissenen Beinen: Diesen grausigen Fund haben Spaziergänger am Mittwoch in einem kleinen Wald unterhalb des Friedhofes in Dreyen gemacht. Sie verständigten umgehend die Polizei.

»Wir haben einen Streifenwagen zu der Stelle geschickt. Es gilt zu überprüfen, ob ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegt«, sagte Polizeisprecher Uwe Maser auf Anfrage. Die Vögel hätten wohl noch nicht lange dort gelegen. Bei der Polizei vermutet man, dass es sich nicht um Wildtauben, sondern um Zuchttiere handelt. Sie sollen wohl genährt gewesen sein.

Brieftauben sind doppelt beringt

Weil neben den Köpfen auch Teile der Füße abgetrennt wurden, liegt der Verdacht nahe, dass die Tiere Ringe getragen hatten und diese so entfernt wurden. »Ausstellungs- und Brieftauben müssen beringt sein. Während erstere nur einen Ring am Bein tragen, haben zweitere an jedem Fuß einen«, weiß Lars Chimento, Vorsitzender des Rassetaubenzuchtvereins »Ravensberg« von 1968 Spenge. Da beide Beine entfernt wurden, könne er sich daher durchaus vorstellen, dass es sich bei den Tieren um Brieftauben handele.

Auf den zwei Ringen steht zum einen der Verband, zum anderen eine Telefonnummer. »Verfliegt sich eine Brieftaube, kann der Finder dem Besitzer per Telefon Bescheid geben«, so Chimento.

Vögel kommen zum Abdecker

Auch an den Augen könne man erkennen, ob es eine Brieftaube ist. Diese haben innerhalb der Rasse sehr unterschiedliche Augen, was bei Ausstellungstieren nicht der Fall ist«, erklärt der Löhner.

Eine Anzeige wurde in diesem Fall zwar nicht erstattet. »Die Polizei kümmert sich in solchen Fällen schon von Amtswegen her um den Vorfall und hat bereits eine ›Tierkörper gerechte Entsorgung‹ veranlasst«, sagt Uwe Maser. Heißt: Die Vögel kommen zum Abdecker. Neben den Tieren wurde Abfall an der Ablagestelle, die hinter einem Stromhäuschen liegt, gefunden. Daher wurde wegen illegaler Müllentsorgung die Kommune über den Vorfall informiert.

Teure Brieftauben

Bei der Polizei gab es zunächst auch Überlegungen, ob ein kleineres Raubtier – beispielsweise ein Waschbär – die Tauben in dem Wäldchen in Dreyen hätte abgelegt haben könne. Aufgrund der Anzahl der toten Tiere sei dies aber unwahrscheinlich, so Maser. Chimento meint dazu: »Ein Marder würde die Tauben durchaus an einem Ort und in einer Reihe ablegen. Er würde auch die Köpfe abbeißen, hätte aber gar kein Interesse an den Beinen der Tauben gehabt.«

Tauben ohne einen Grund zu töten, ist verboten. »Gerade bei den Brieftauben gibt es extrem teure Exemplare. Sie können mehrere Tausend bis – in seltenen Fällen – sogar Zehntausend Euro kosten. Natürlich gehen Züchter mit ihnen auch zu einem Tierarzt«, sagt Lars Chimento. Aber selbst wenn es einen guten Grund gegeben hätte, die Tauben zu töten, sei die Art der Entsorgung illegal, so die Polizei.

Polizei bittet im Hinweise

Sie fragt: Wer hat am Mittwoch in diesem Zusammenhang etwas im Bereich des Wäldchens hinter dem Dreyener Friedhof beobachtet? Hinweise an die Kreispolizeibehörde Herford, erreichbar unter der Telefonnummer 05221/8880.

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