Sa., 09.11.2019

Reges Interesse am Bürgerforum zum Alltagsradwegekonzept Wenn der Radweg plötzlich endet

Edzard Hildebrandt (rechts) spricht mit Werner Hötger und Sarah Karczewski über unübersichtliche Stellen an der Ringstraße.

Edzard Hildebrandt (rechts) spricht mit Werner Hötger und Sarah Karczewski über unübersichtliche Stellen an der Ringstraße. Foto: Ruth Matthes

Von Ruth Matthes

Enger (WB). Wo könnte eine Fahrradstraße Sinn machen? Welche Radwege müssen dringend saniert werden? Welche Gefahrenpunkte gibt es und wo fehlt ein sicherer Weg? Mit diesen Fragen beschäftigten sich am Donnerstagabend die mehr als 50 Teilnehmer des Bürgerforums in der Realschule.

Bürgermeister Thomas Meyer zeigte sich erfreut über die gute Resonanz auf diesen Workshop, bei dem diejenigen, die täglich die Verkehrswege nutzen, ihre Einschätzung zum Radwegenetz geben und Verbesserungsvorschläge machen konnten. Wie berichtet, hatte die beauftragte Planungsgemeinschaft Verkehr (PGV) Dargel-Hildebrandt im Vorfeld die Lage gesichtet und in einer Online-Befragung und bei zwei Ortsterminen 180 Stimmen eingeholt.

Wege schlecht und schmal

Die Auswertung der Befragung stellte Annika Wittkowski (PGV) vor: »Insgesamt kann man in Enger recht gut Rad fahren, es gibt allerdings einigen Verbesserungsbedarf, damit man im Alltag überall mit Spaß und ohne Stress mit dem Rad unterwegs sein kann.« Einige Wege seien zu schmal, die Führung sei unklar oder es fehle der Weg ganz. So fühlten sich auch 55 der 180 Befragten mit dem Rad eher unsicher, 103 sprachen sich für mehr Wege aus.

Außerdem forderten sie mehr Querungsmöglichkeiten, zum Beispiel an der Werther Straße/Im Felde und der Meller Straße auf Friedhofshöhe. Die Verbindung Enger-Bünde müsse mit einem neuen Weg für Pendler attraktiver werden. Kritisch sahen die Nutzer vor allem die Lücken in der Radführung auf der Meller Straße. Zudem sei die Straße in einem schlechten Zustand. Unsicher fühlen sich viele auf schmalen Schutzstreifen, wie es sie auf der Spenger Straße gibt: Wittkowski versprach daher, das Büro werde keine Schutzstreifen mit minimaler Breite planen und sich um durchgehende Wege ohne Seitenwechsel kümmern.

Anregungen der Bürger

In drei Workshops konnten die Teilnehmer weitere Anregungen geben. Schon nach Kurzem füllten zahlreiche konstruktive Hinweisen die Stellwände: So enden zum Beispiel diverse Radwege im Leeren, wie an der Bahnhofstraße vor dem Rathaus. Straßenquerungen fehlten auch auf der Pievitstraße. Der Kreisverkehr am Lidl sei gefährlich, da Radfahrer hier nach dem Passieren des Kreisels stadtauswärts auf dem linken Fußweg weiterfahren müssen. An mehreren Stellen behinderten wuchernde Sträucher die Sicht.

Auch die Situation im Umfeld der weiterführenden Schulen sehen die Bürger kritisch. »Auf der Ringstraße ist morgens für Radler kaum ein Durchkommen, da viele Eltern ihre Kinder zur Schule bringen«, so Gottfried Sielmann vom ADFC, der eine Umfrage unter den betroffenen Schülern gemacht hat. Aus dem Plenum kam der Vorschlag, hier eine Fahrradstraße einzurichten. Ähnliches können sich die Experten für die Elsestraße vorstellen, was auf positive Resonanz aus dem Forum stieß. Im Frühjahr 2020 soll das fertige Konzept in den politischen Gremien diskutiert werden.

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