Kripo prüft Zusammenhang zwischen vier Feuern im Dezember – ähnlicher Tathergang
Polizei: „Es war Brandstiftung“

Enger/Spenge (WB). Auffällig oft mussten die Feuerwehren in Enger und Spenge seit Anfang Dezember ausrücken. Immer wieder war die Brandursache zunächst unklar. Da drängt sich die Frage auf: Sind Brandstifter in der Region unterwegs? Bei vier Vorfällen geht die Polizei auf jeden Fall von Brandstiftung aus. „Ähnlichkeiten im Verlauf der Taten haben uns dazu veranlasst, zu prüfen, ob hier Zusammenhänge bestehen“, erklärte Pressesprecher Uwe Maser.

Freitag, 03.01.2020, 22:00 Uhr aktualisiert: 03.01.2020, 22:30 Uhr
9. Dezember, Alter Kamp in Pödinghausen: Ein Smart und ein Opel brennen komplett aus. Die Feuerwehr löscht mit jeder Menge Schaum. Foto: Peter Schelberg
9. Dezember, Alter Kamp in Pödinghausen: Ein Smart und ein Opel brennen komplett aus. Die Feuerwehr löscht mit jeder Menge Schaum. Foto: Peter Schelberg

Vier Fälle mit ähnlichem Tathergang

„Fakt ist, dass die Brände gelegt worden sind und wir Selbstentzündung oder technische Ursachen ausschließen können“, sagte Maser am Freitag . Er bezieht sich dabei auf den Brand am 9. Dezember am Alten Kamp in Pödinghausen, als zwei Autos vor einem Haus komplett ausbrannten, den Einsatz am Sattelmeierweg in Hücker-Aschen, bei dem ein Unterstand für Kaminholz auf einem landwirtschaftlichen Gehöft durch einen Brand zerstört wurde , den Brand eines 60 Kubikmeter großen Stapels von Sperrholzresten auf dem Gelände der Firma Göhner sowie den Wohnwagenbrand an Silvester Auf dem Esche in Belke-Steinbeck.

Vor allem beim Feuer bei Göhner war die Feuerwehr mit einem Großaufgebot von 100 Einsatzkräften vor Ort. Die Löscharbeiten zogen sich Stunden hin, denn immer wieder flammten Glutnester auf. Die offene Halle auf dem Betriebsgelände ist durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen worden.

Ob es sich um den- oder dieselben Täter handelt, könne er noch nicht sagen, so Maser. Ein Tatzusammenhang läge aber nahe. Die Polizei hoffe auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Zeugen gesucht

Inwieweit es sich auch bei dem Kellerbrand in der Mühlenburger Straße vom 26. Dezember um Brandstiftung handelt, werde noch untersucht. Zunächst war die Feuerwehr von zehn im Gebäude befindlichen Personen ausgegangen, es waren aber nur vier, die mit Steckleitern aus ihren Wohnungen gerettet werden konnten. 70 Einsatzkräfte waren vor Ort, das Haus in bis auf Weiteres nicht bewohnbar.

Auch der Feuerwehr selber kommen die gehäuften Fälle seltsam vor. Michael Rogowski, Chef der Freiwilligen Feuerwehr in Enger, sagte nach dem jüngsten Brand an Silvester: „Das kommt uns von der Feuerwehr schon alles recht verdächtig vor. Wir rücken aus, machen unsere Arbeit. Die Ermittlungen überlassen wir aber der Polizei.“

Zeugen, die bei einem der Brände etwas beobachtet haben, werden gebeten, sich bei der Polizei in Herford zu melden. Sie ist erreichbar unter der Telefonnummer 05221/8880.

Serien von Brandstiftungen

Bei einer Serie von Brandstiftungen an Hochsitzen konnte 2018 der Täter ermittelt werden. Ein Bünder hatte in der Zeit von Oktober 2017 bis Mai 2018 insgesamt 15 Feuer an Hochsitzen gelegt. Tatorte waren drei Mal in Groß-Aschen, vier Mal in Pr. Oldendorf, einmal in Blasheim, fünf Mal in Bünde und zwei Mal in Hücker-Aschen. Schließlich war der Bünder dann im Landkreis Osnabrück aufgeflogen. Hinweise hatte eine Kamera geliefert, die eigentlich zur Beobachtung von Wildtieren in einem Revier aufgehängt war. Dort war der Mann auf Aufnahmen zu sehen. Zudem fiel er auch Zeugen auf, die ihn in einem Revier erkannten und schließlich die Polizei alarmierten.

In einer weiteren Serie von Brandstiftungen hatten zwei Männer im Sommer 2018 14 Mal Strohballen, Grünflächen und Stoppelfelder landwirtschaftlicher Betriebe in Hiddenhausen angezündet. Die Täter waren ehrenamtliche Feuerwehrleute in der Gemeinde. Das Jugendschöffengericht verurteilte die Männer zu zehn Monaten auf Bewährung

 

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