Bürgermeister Thomas Meyer zur Mobilität der Zukunft – Straßen werden instand gesetzt
Vom Auto aufs Rad und in den Bus

Enger (WB). In Zeiten, in denen Klimaschutz in aller Munde ist, kann das Stichwort Mobilität nicht mehr auf den Autoverkehr begrenzt sein. Und so treibt Engers Bürgermeister Thomas Meyer und seine Verwaltung am Beginn des Jahres neben dringend notwendigen Straßensanierungen auch der Ausbau des Radwegenetzes und die Attraktivitätssteigerung des Nahverkehrs um.

Donnerstag, 16.01.2020, 10:02 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 13:44 Uhr
Bürgermeister Thomas Meyer will Rad- und Busverkehr verknüpfen. Dafür schlägt er vor, am Buskontaktpunkt verschließbare Boxen für Fahrräder aufzustellen. Foto:
Bürgermeister Thomas Meyer will Rad- und Busverkehr verknüpfen. Dafür schlägt er vor, am Buskontaktpunkt verschließbare Boxen für Fahrräder aufzustellen.

Radwegekonzept

„Wenn wir den CO2-Ausstoß in Enger verringern wollen, müssen wir den Radverkehr fördern und den Menschen den Umstieg vom Auto auf Rad und ÖPNV erleichtern“, erklärt er. Daher will der Verwaltungschef das Alltagsradwegekonzept im Frühjahr zügig durch die Ausschüsse bringen, damit noch in diesem Jahr erste Maßnahmen ergriffen werden können: „Im Haushalt sind 200.000 Euro dafür vorgesehen. Kleine Problemstellen können wir somit schnell beheben. Größere, bei denen auch Straßen NRW eingeschaltet werden muss, werden länger dauern.“

Zu den Maßnahmen, die angedacht sind, gehört der Ausbau der Verlängerung der Nordhofstraße zu einem befestigten Radweg parallel zur Meller Straße. „Hier werden wir uns auch über die Beleuchtung Gedanken machen müssen“, urteilt Meyer.

Fahrradbox

Wer weitere Strecken zu Arbeit oder Ausbildung zurücklegen muss, wird möglicherweise Rad und ÖPNV nutzen wollen. „Um dies zu fördern plädiere ich für die Anschaffung einer Fahrradabstellstation“, erklärt Meyer. „In Lippe gibt es derartige Boxen, die man per App mieten und verschließen kann.“ Eine solche Box könnte er sich am Buskontaktpunkt vorstellen.

Auch Carsharing sei eine sinnvolle Lösung, im ländlichen Raum aber schwer zu realisieren. „Wir alleine können das nicht organisieren, aber in Kooperation mit dem Kreis könnte es gelingen“, ist der Bürgermeister optimistisch.

ÖPNV und E-Auto

Auf den Kreis, aber auch auf ein künftiges Regiopol-Ticket setzt Meyer beim ÖPNV. „Wir müssen weg vom Tarifdschungel, um den Nahverkehr attraktiver zu machen.“ Eine Idee sei zum Beispiel ein kreisweit geltendes Ein-Euro-Ticket. Dafür müssten die Kommunen aber auch Geld in die Hand nehmen. Die Taktungen müssten ebenfalls verbessert werden.

Um CO2 einzusparen, möchte der Verwaltungschef das nächste Dienstfahrzeug, das ausgetauscht werden muss, durch ein E-Auto ersetzen: „Es mag sein, dass es sich um eine Übergangstechnologie handelt, aber wir sollten den Weg erst einmal mitgehen.“

Straßensanierung

Da im ländlichen Raum viele auf das Auto angewiesen sind, bleibt auch 2020 der Straßenbau ein zentrales Mobilitätsthema. Wie Sven Johanning von Straßen NRW mitteilt, werden die Arbeiten an der Meller Straße voraussichtlich im Frühjahr weiter gehen, und zwar sowohl in Richtung Grenze als auch vom Ortsausgang Enger bis zur Ortsdurchfahrt Dreyen.

Was die Jöllenbecker Straße angeht, kann Johanning noch keine Termine nennen. Zu dem dort geplanten Kreisverkehr auf Höhe der Sundernstraße hat Inge Nienhüser, zuständige Fachbereichsleiterin der Stadt, noch keine Stellungnahme von Straßen NRW erhalten. Die Kommune beteiligt sich an der Sanierung der Jöllenbecker Straße mit 700.000 Euro. Wie Meyer betont, werden die Kanalbaumaßnahmen dort auf jeden Fall noch 2020 vorgenommen.

Auch die nicht weniger marode Werther- beziehungsweise Bielefelder Straße vom Sportpark Richtung Westfalenring soll saniert werden. „Das darf aber keinesfalls zeitgleich mit der Jöllenbecker Straße geschehen“, betont der Verwaltungschef.

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