Mo., 03.02.2020

Initiative Engeraner Land informiert im Supermarkt Unterschriften gegen Hähnchenmastanlage

Daniela Bultmann (links) und Anja vor der Brügge informieren über Massentierhaltung und sammeln Unterschriften gegen geplante Anlage in Westerenger.

Daniela Bultmann (links) und Anja vor der Brügge informieren über Massentierhaltung und sammeln Unterschriften gegen geplante Anlage in Westerenger. Foto: Daniela Dembert

Enger (WB/dd). Sie seien keineswegs gegen Landwirte, im Gegenteil. Am Samstag informierten Mitglieder der Initiative Engeraner Land im Eingangsbereich des Edeka-Marktes in Enger über die Pläne zu einer Hähnchenmastanlage für 80.000 Tiere in Westerenger und sammelten Unterschriften gegen dieses Vorhaben.

„Die Menschen sind interessiert und kommen auf uns zu“, lautet die positive Bilanz der Aktivistin Daniela Bultmann. Gegner der Initiative gebe es auch. Diese zweifelten vor allem aus Kostengründen die Machbarkeit einer Agrarwende an.

Häufig käme die Frage auf, ob man sich gegen Massentierhaltung äußern könne, wenn man selbst nicht konsequent auf Bio-Konsum umgestellt habe. Aus Sicht der Initiative ist dies klar mit „Ja“ zu beantworten.

Es gehe um eine grundsätzliche Einstellung. Denn neben dem Tierwohl seien auch gesellschaftliche Fragen bei dieser Entscheidung von Relevanz: Massenmast gefährde mitunter kleinere landwirtschaftliche Betriebe, die im Wettbewerb nicht bestehen könnten, gibt Anja vor der Brügge zu bedenken.

An Demo in Berlin beteiligt

Am 18. Januar hat sich die Initiative gemeinsam mit Landwirten und Umweltaktivisten bei der „Wir haben es satt!“-Demonstration in Berlin für eine Agrarwende stark gemacht.

Anke Laufmöller gehört zu den Supermarkt-Kunden, die gegen die Mastanlage unterschrieben haben. „Mir geht es dabei vorrangig um das Tierwohl. Diese Haltungsform hat aber durch die erhöhte Erfordernis von Medikamentengabe auch Auswirkungen auf den Menschen“, sagt die Mutter, die sich durch ihre Kinder veranlasst sah, in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit umzudenken.

Engeraner Land-Aktivistin Bultmann gibt zu bedenken, dass man sich bei der Frage, ob man eine solche Mastanlage billige oder nicht, auch über erhöhte Geruchsbelästigung und vermehrten Verkehr im Klaren sein müsse.

Davon, dass es auch anders geht, möchte sich die Initiative am 29. Februar um 13 Uhr bei einer Führung auf dem Biohof Meyer-Arend in Herringhausen überzeugen. Interessierte sind eingeladen teilzunehmen.

Übergabe an den Landrat geplant

Mittlerweile haben mehr als 5000 Menschen ihr Votum gegen die Mastanlage abgegeben, davon gut 3000 aus dem Kreis Herford. Am 27. Februar werden die Unterschriftenlisten Landrat Jürgen Müller überreicht.

Bis dahin kann noch in der Wittekinds-, der Sonnen- und der Mühlenapotheke, bei Weine und Accessoires, in der Buchhandlung Liebold, bei Frisör Opitz, Cadena und der Textilreinigung Plöger oder online gegen die Mastanlage unterzeichnet werden.

Einwendungen können Bürger darüber hinaus noch in schriftlicher Form an die Stadt Enger und/oder den Kreis Herford richten.

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