Fr., 28.02.2020

50 Bürger demonstrieren vor dem Kreishaus – Kritik an geplanter Anlage in Westerenger 6064 Unterschriften gegen Hähnchenmast

Demonstrieren gegen die geplante Hähnchenmastanlage in Westerenger und haben Landrat Jürgen Müller (links) 6064 Unterschriften in einer Mappe überreicht: Daniela Bultmann (Mitte) und Mareike Glatzel (rechts) von der Bürgerinitiative Engeraner Land.

Demonstrieren gegen die geplante Hähnchenmastanlage in Westerenger und haben Landrat Jürgen Müller (links) 6064 Unterschriften in einer Mappe überreicht: Daniela Bultmann (Mitte) und Mareike Glatzel (rechts) von der Bürgerinitiative Engeraner Land. Foto: Thomas Meyer

Von Kathrin Weege

Herford/Enger (WB). „Stoppt die Hähnchenmast” – „Keine Massentierhaltung“ – „Mehr Hühner als Einwohner – mit uns nicht.“ Vor dem Kreishaus in Herford haben sich am Donnerstagabend etwa 50 Bürger versammelt und halten Plakate in die Höhe. Einige haben ein Gummihuhn dabei. Die Bürgerinitiative Engeraner Land hat 6064 Unterschriften gegen zwei in Westerenger geplante Hähnchenmastställe gesammelt und an Landrat Jürgen Müller überreicht. Ein Landwirt plant, dort 40.000 Tiere zu halten.

Bevor die Unterschriften – gesammelt in einer Mappe – an den Landrat übergeben wurden, erklärten die Organisatoren in Reden, dass solche Mastställe keinesfalls mit dem in Enger kürzlich ausgerufenen Klimanotstand vereinbar seien. Auch Bürger, die in der Nähe des geplanten Stalls wohnen – sie leben etwa 800 Meter entfernt – waren vor Ort. Sie sorgten sich um ihre Gesundheit, hätten Angst vor möglichen Keimen. Andere sagten, sie hätten Angst, dass es zu einer Verunreinigung des Grundwassers kommen könnte.

Unterschriften lagen seit Dezember aus

„Inzwischen ist der Fleischkonsum in Deutschland weiter gestiegen – letztes Jahr bei Hühnerfleisch um 1,5 Prozent. Hühnerfleisch verursacht pro 100 Gramm 370 Gramm CO2-Belastung, bei Schweinefleisch sind es 350 Gramm und bei Rindfleisch 1,5 Kilogramm“, meinte Barbara Rodi von der Friedensfördernden Energie-Genossenschaft Herford. Sie erklärte weiter, dass sich zwischen 2000 und 2019 die Menge an produziertem Hühnerfleisch in Deutschland verdoppelt habe.

Seit dem 15. Dezember vergangenen Jahres waren die Mitglieder der Bürgerinitiative Engeraner Land aktiv und hatten sowohl online als auch offline mobilisiert, informiert und zahlreiche Unterschriften gegen die Pläne von zwei Hähnchenmastanlagen in Enger gesammelt . „Insgesamt haben deutschlandweit 6064 Menschen ihr Votum abgegeben. 66 Prozent davon – also 4003 Unterschriften kommen allein aus dem Kreis Herford. 2711 Personen haben online unterzeichnet. 3353 haben den handschriftlichen Weg gewählt“, sagt Daniela Bultmann von der Bürgerinitiative.

131 eng bedruckte Seiten

Als fortlaufende Liste ergibt dies 131 eng bedruckte Seiten. „Diese machen deutlich, dass das Thema für viele Bürgerinnen und Bürger im Kreis Herford sehr relevant ist und dass sie wichtige Einwände gegen den Bau von neuen Mastanlagen haben“, erklärt sie.

Mit diesen Unterschriften wolle die Bürgerinitiative dem Landrat und allen Entscheidungsträgern ein erstes deutliches Zeichen der Bürgerbeteiligung überreichen. Daniela Bultmann und ihre Mitstreiter betonen: „Eine auf Masse ausgerichtete Landwirtschaft ist nicht gut für Mensch, Tier, Umwelt und Natur. Deshalb haben wir zu dieser Kundgebung aufgerufen.“

Die Frauen hinter der Bürgerinitiative sind Mareike Glatzel, Anja von der Brügge und Daniela Bultmann. Sie sind zufrieden, dass sie so großen Zuspruch bei ihrer Petition erhalten haben.

Landrat hört sich Anliegen an

Landrat Jürgen Müller hörte sich die Anliegen und Sorgen der Bürger an. Man werde beim Genehmigungsverfahren alle rechtlichen Grundsätze beachten. Der Antrag, den der Landwirt im Juni 2019 eingereicht hatte, ist bisher noch nicht vollständig.

Schon im Dezember waren die Engeraner auf die Straße gegangen und hatten gegen die Hähnchenmastställe demonstriert. Damals waren 160 Teilnehmer dabei.

Kommentare

gestiegener Fleischkonsum

Auch wenn der Fleischkonsum von Hühnerfleisch gestiegen ist, das ist doch kein Grund solche Mastanlagen zu bauen. Dann müssen die Leute ihren Konsum eben wieder zurück schrauben. Wäre sowieso wünschenswert.
Ist ja nicht so, dass man verhungern müsste wenn es mal nicht genug Fleisch gibt.
Ich setzt da auch auf den Landrat Herrn Müller. Ich schätze ihn als Landrat sehr

1 Kommentare

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