Mo., 09.03.2020

ADFC-Ortsgruppe wünscht sich mehr sichere Fahrrad-Abstellmöglichkeiten Rauf aufs Rad

Gottfried Sielmann und Uwe Diekmann nehmen die Fahrradständer der Stadt unter die Lupe.

Gottfried Sielmann und Uwe Diekmann nehmen die Fahrradständer der Stadt unter die Lupe.

Enger (WB/dd). Ein Radwegekonzept für Enger ist in Arbeit. Die Ortsgruppe Enger-Spenge des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) rät zu einer ganzheitlichen Betrachtung: „Will man mehr Menschen fürs Radfahren begeistern, um den Autoverkehr in den Innenstädten zu reduzieren, müssen die Bedingungen passen“, gibt Ortsgruppensprecher Uwe Diekmann zu bedenken.

Damit meint der passionierte Radler nicht nur die durchgehende und sichere Wegeverbindung. „Es müssen auch Möglichkeiten müssen gegeben, die Räder sicher anzuschließen“, sagt Diekmann. Gerade bei E-Bikes gehe der Wert schließlich schnell in die Tausende.

Defizite sieht ADFC-Mitglied Gottfried Sielmann vor allem an den weiterführenden Schulen: „Wir haben an der Realschule und am Gymnasium eine breit angelegte Befragung zum Thema Schulweg durchgeführt. Etwa 80 Prozent der Teilnehmer haben die Abstellmöglichkeiten bemängelt. Die Fahrradkeller seien zu klein, zu dunkel, nicht richtig sicher.“

Auch an vielen anderen Standorten könnten Fahrradbögen die Attraktivität des Radelns im Allgemeinen steigern, sind die ADFC-Experten überzeugt.

Bedarf zum „Nachrüsten“

An Sporthallen und -plätzen, dem Gartenhallenbad, Bushaltestellen, vor Geschäften, den Jugendzentren, Gemeindehäusern, Museen und an der Bücherei bestehe Nachrüstbedarf. „An den meisten Orten wären zwei bis drei Bögen ein tolles Angebot“, meint Diekmann. Geschäftsleute könnten den Kunden einen mit wenig Kosten verbundenen, zusätzlichen Service bieten. Auch an Supermärkte richtet sich der Appell. Aldi und Lidl hätten vorgelegt.

An den vom Landesbetrieb Straßen NRW neu angelegten Bushaltestellen an der Meller Straße seien die Fahrradbügel schlicht vergessen, der Park-and-Ride-Gedanke nicht zu Ende geführt worden. Wichtig sei, das Radwegekonzept zusammen mit den ISEK-Planungen für die Innenstadt zu betrachten und an Fahrradabstellmöglichkeiten sowohl im Zentrum wie auch an den Freizeitzentren in den Außenbezirken zu denken.

„Felgenkiller“ am Gymnasium

Ein Feigenblatt findet sich dann doch vor so manchem öffentlichen Gebäude, wie beispielsweise an der Sporthalle des Widukind-Gymnasiums: die vom ADFC als „Felgenkiller“ titulierten Fahrradständer, die häufig nicht fixiert sind. „Im blödesten Fall verschwinden die zusammen mit den Fahrrädern in einem Transporter und sind weg“, sagt Sielmann.

„Für Mountainbikebereifung sind die meistens sowieso zu schmal und ermöglichen nur das Anschließen des Vorderreifens, der aber bei den meisten Fahrrädern durch Lösen des Schnellspanners mit einem kurzen Handgriff vom Fahrrad getrennt werden kann. Der Reifen bleibt, das Fahrrad ist weg“, so Diekmann.

„Vielleicht“, so hoffen die Fahrradclub-Mitglieder, „könnte die Stadtverwaltung als Ansprechpartner fungieren und Interessierten Auskunft über die Beschaffung und Kosten von Fahrradbögen geben“.

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