Mi., 11.03.2020

Storchenmännchen im Enger Bruch wieder alleine – Hobbyornithologe führt Blog Plötzlich ist das Weibchen weg

Das Storchenpaar hat die Nilgänse vertrieben und steht gemeinsam im Horst. Mittlerweile ist die Storchendame alleine weitergezogen.

Das Storchenpaar hat die Nilgänse vertrieben und steht gemeinsam im Horst. Mittlerweile ist die Storchendame alleine weitergezogen.

Von Daniela Dembert

Enger (WB). Vielversprechend hat es für erneuten Storchennachwuchs im Enger Bruch bereits Mitte Februar ausgesehen. Jetzt steht allerdings ein einsames Storchenmännchen im Horst.

Am 18. Februar hatte sich ein unberingter Storch auf dem Nest im Enger Bruch niedergelassen. Ob es sich um Nachwuchs des im vergangenen Jahr in einer Hochspannungsleitung verendeten Storchs und seiner Partnerin handelt, kann nicht gesagt werden. Vier Tage später, am 22. Februar, macht der Hobbyornithologe Eckhard Lietzow eine erfreuliche Beobachtung: zwei Störche stehen jetzt gemeinsam auf dem Horst.

Der Naturfotograf will’s genau wissen: ist dies das Weibchen, das im Sommer 2019 seine drei Jungen in den letzten zwei Wochen vor dem Flüggewerden unermüdlich ganz alleine versorgt hat?

Dame aus den Niederlanden

Als das Februarwetter sich freundlicher zeigt, kann Lietzow Aufnahmen des Rings am linken Bein des Storches machen und stellt fest: es handelt sich um eine niederländische Dame, die sich hier sehr offen für die Annäherungsversuche des Männchens mit Eigenheim zeigt. In den kommenden Tagen sind die beiden häufig in harmonischer Zweisamkeit zu beobachten; ob bei der Futtersuche – derzeit stehen vor allem Regenwürmer auf dem Speiseplan – oder auf dem Horst, den sie immer recht zeitgleich verlassen. Sogar der Versuch einer Nestbesetzung durch zwei Nilgänse wurde gemeinsam vereitelt.

Ein Nilganspärchen hat sich lautstark triumphierend auf dem Storchenhorst niedergelassen. Foto: Lietzow

In seinem Storchenblog schrieb Eckhard Lietzow: „Wie ernst es die beiden anwesenden Störche mit ihrer Brutabsicht meinen, zeigte sich heute gegen 9.50 Uhr.“ Die Gänse, die laut Lietzow schon vorher häufiger in Nähe des Nestes und auch darauf gesehen worden waren, hätten sich am Morgen des 26. Februars unter lautem Geschnatter und Gepose auf dem Horst niedergelassen. Kaum 20 Sekunden später sei das Storchenmännchen von seiner Futtersuche auf einem Feld in der Nähe zurück gekehrt, um die Eindringlinge zu vertreiben. Kurz darauf sei auch die Störchin eingetroffen.

Weibchen ist verschwunden

Aber bereits zwei Tage später scheint etwas nicht zu stimmen: das Storchenweibchen ist fort und wird auch in den kommenden Tagen nicht mehr in der Gegend gesehen. „Schade“, findet Eckhard Lietzow. „Die beiden haben eigentlich wunderbar harmoniert. Sie wird wohl ein anderes Männchen gefunden haben“, mutmaßt der Beobachter.

Zwar wird es allmählich Zeit für die Großvögel, sich zusammenzufinden, aber Lietzow sieht noch Chancen: „Unser bisheriges Storchenweibchen kam im letzten Jahr am 9. März aus dem Winterurlaub zurück, es bleibt also noch Hoffnung.“ Allerdings schwinde diese mit jedem Tag. Wer verfolgen möchte, wie es mit den Störchen weitergeht, kann das auf Lietzows Storchenblog tun.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7320967?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514624%2F