Do., 12.03.2020

„Equal Pay Day“-Motto: „Auf Augenhöhe verhandeln – Wir sind bereit!“ Lohnlücke weiterhin bei 21 Prozent

Die Gleichstellungsbeauftragten der Städte Enger und Spenge, Ulrike Harder-Möller und Anke Käller (rechts), mit der Fahne des Equal Pay Days. Er erinnert am 17. März an die Gehaltslücke, die immer noch zwischen Männern und Frauen klafft.

Die Gleichstellungsbeauftragten der Städte Enger und Spenge, Ulrike Harder-Möller und Anke Käller (rechts), mit der Fahne des Equal Pay Days. Er erinnert am 17. März an die Gehaltslücke, die immer noch zwischen Männern und Frauen klafft. Foto: Daniela Dembert

Enger (WB/dd). Der 17. März ist der Equal Pay Day. Bis zu diesem Tag haben Frauen, von Jahresbeginn an gesehen, umsonst gearbeitet, vergleicht man ihr durchschnittliches Jahreseinkommen mit dem von Männern in gleicher beruflicher Position.

„Und das, obwohl Frauen laut Studien häufiger die Initiative zu Gehaltsverhandlungen ergreifen als Männer“, räumt Spenges Gleichstellungsbeauftragte Anke Käller ein. Deshalb stehe der diesjährige Equal Pay Day unter dem Motto „Auf Augenhöhe verhandeln – Wir sind bereit!“

Verhandlungswillig

Es sei eine Mär, dass Frauen nicht verhandlungswillig seien. Jedoch seien bei beiden Parteien unterschwellig noch einige Vorurteile präsent: „Wenn eine Frau hart verhandelt, wird sie schnell als bissig und zickig eingeschätzt, während Männer als durchsetzungsstark gelten“, meint Käller.

Die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern klafft in Deutschland seit 2016 ziemlich kontinuierlich bei einem Wert von 21 Prozent. Damit belegt Deutschland im EU-Vergleich den 26. Platz von 28 Ländern. „Bedauerlich“, findet Ulrike Harder-Möller, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Enger. „Es gibt also noch eine Menge zu tun.“

Klare Regeln gefordert

Transparente und faire Kriterien zu Beförderung und Gehaltserhöhung in Unternehmen beugten unbewussten Denkmustern vor und erleichterten Frauen und Personalverantwortlichen die Verhandlungen, meinen die Gleichstellungsbeauftragten. „Im öffentlichen Dienst ist die Gehaltsfrage rechtlich klar geregelt und auch bei den Einstellungskriterien herrscht Transparenz: Der beste Bewerber wird genommen“, erklärt Harder-Möller.

In der freien Wirtschaft sehe das häufig noch anders aus. Die Gleichheit der Geschlechter sei, so nebenbei erwähnt, auch im Grundgesetzt verankert, geben Harder-Möller und Käller zu bedenken.

Impulsvortrag

Anlässlich des Equal Pay Days wehen vom 16. bis 29. März vor den Rathäusern in Enger und Spenge die signalroten Equal-Pay-Fahnen. Außerdem lädt die Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsstellen mit dem Netzwerk „Frauen & Arbeitspolitik im Kreis Herford“ und der VHS Herford für Donnerstag, 19. März, zu einer Veranstaltung in der VHS ein. „Let’s talk about me: Gute Argumente – nicht nur bei Gehaltsverhandlungen“ lautet der Titel des Impulsvortrags mit Workshopelementen von Dozentin Susanne Volkmer. Um Anmeldung wird gebeten.

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