53-Jährige war am 14. Januar auf Bahnhofstraße unter ein Auto geraten
Tödlichen Unfall nachgestellt

Enger (WB). Es ist dunkel, die Bahnhofstraße ist abgesperrt, die Fahrbahn nass. Zwei Autos beleuchten mit ihren Scheinwerfern die Szenerie. Männer in Sicherheitsjacken von Polizei und Dekra stellen den Verkehrsunfall nach, bei dem am 14. Januar eine 53-Jährige tödlich verletzt wurde.

Freitag, 13.03.2020, 06:02 Uhr aktualisiert: 13.03.2020, 06:10 Uhr
Der Dummie wird von Olaf Heidenreich so ausgerichtet, dass das Gutachten exakt die Umstände des Unfalls nachbildet. Foto: Ruth Matthes
Der Dummie wird von Olaf Heidenreich so ausgerichtet, dass das Gutachten exakt die Umstände des Unfalls nachbildet. Foto: Ruth Matthes

„Da nicht klar war, ob der Unfall bei den gegebenen Lichtverhältnissen und der Nässe vermeidbar gewesen wäre, haben wir unsere Ermittlungsergebnisse zur Staatsanwaltschaft geschickt“, erklärt Rainer Lübkemeier vom Verkehrskommissariat, der auch damals bei der Unfallaufnahme dabei war. Die Staatsanwaltschaft beauftragte daraufhin die Dekra mit der Erstellung eines lichttechnischen unfallanalytischen Gutachtens.

Licht wie am Unfalltag

An zwei Terminen, am Mittwoch- und Donnerstagabend waren die Experten nun am Ort des Geschehens, um den Unfall nachzustellen. „Um die Umstände so realitätsgetreu wie möglich darstellen zu können, haben wir den Zeitpunkt der Analyse so gewählt, dass die Lichtverhältnisse denen am Tattag entsprechen“, erklärt Lübkemeier. Damit auch die Fahrbahn genauso feucht glänzt wie im Januar, hat die Freiwillige Feuerwehr Enger sie zuvor nass gespritzt.

Denn es war ein regnerischer Morgen, an dem sich das Unglück gegen 7.55 Uhr ereignete. Die 53-Jährige wollte die Bahnhofstraße auf Höhe der Bücherei überqueren, als sie von einem Audi erfasst wurde. „Durch den Zusammenstoß mit dem Wagen wurde sie ein Stück weiter die Straße hoch Richtung Herford auf die Gegenfahrspur geschleudert“, berichtet Lübkemeier. Dort geriet sie unter einen Ford. Die Frau wurde darunter eingeklemmt, so dass die Feuerwehr das Auto anheben musste, um sie zu befreien. Sie erlitt so schwere Verletzungen, dass sie später im Krankenhaus starb.

Juristen entscheiden

„Die Frage ist nun, ab wann die Fahrer die Frau hätten erkennen können und ob der Unfall vermeidbar gewesen wäre“, erklärt der Sachverständige Dr. Alexander Harder von der Dekra. Um das zu klären, nehmen die Experten in mehreren Abständen vom Ort des Zusammenstoßes vom Auto aus Licht-Messungen vor, um die Sichtverhältnisse für den Fahrer zu prüfen. Ein Dummie liegt an der Stelle, wo Auto und Mensch aufeinanderstießen. Grundlage der Untersuchungen sind Fotos, die beim Unfall aufgenommen wurden. Die Wagen, die an den beiden Abenden benutzt werden, sind dieselben, die auch am realen Unfall beteiligt waren.

Wie Dr. Harder erklärt, dauere es voraussichtlich zwei Monate, bis das Ergebnis der Untersuchung feststeht: „Dann müssen die Juristen entscheiden, ob die Fahrer zu belangen sind.“

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