So., 15.03.2020

Fahne am Gebäude von Holzbau Lepper fordert zum Zusammenhalt auf „Den Geist der Solidarität wecken“

An dem Gebäude der Firma Holzbau Lepper an der Pödinghauser Straße in Enger hat Hausherr Marco Lepper eine Deutschlandfahne angebracht, die angesichts der Corona-Pandemie zu „Solidarität füreinander jetzt“ aufruft.

An dem Gebäude der Firma Holzbau Lepper an der Pödinghauser Straße in Enger hat Hausherr Marco Lepper eine Deutschlandfahne angebracht, die angesichts der Corona-Pandemie zu „Solidarität füreinander jetzt“ aufruft. Foto: Peter Monke

Von Ruth Matthes

Enger (WB). „#Solidarität #Füreinander #Jetzt!“ steht auf einer Deutschlandfahne, die seit Samstag hoch oben und weithin sichtbar an der Halle der Firma Holzbau Lepper an der Pödinghauser Straße in Enger befestigt ist. „Wir wollen damit angesichts der Corona-Krise an das Zusammengehörigkeitsgefühl aller appellieren und zur Solidarität mit den besonders gefährdeten Kranken und Alten aufrufen“, erklärt Inhaber Marco Lepper.

Er und seine Frau hätten das Gefühl, dass es in der momentanen Situation an einem einenden Geist fehle. „Bei jedem Vorrundenspiel zur Fußball-EM werden die Fahnen geschwenkt, aber auch jetzt wäre es wichtig, als Land zusammenzustehen“, ist seine Meinung. Österreichs Kanzler Sebastian Kurz habe mit dem Ausspruch „Wir sind Österreicher. Wir sind ein Team“, die richtigen Wort gefunden.

Mut machen

„Ich hätte es begrüßt, wenn am Samstag in allen Zeitungen ein Beitrag der Bundesregierung gestanden hätte, der der Bevölkerung Mut macht“, sagt der 47-Jährige. Der Aufruf der Kanzlerin zur Solidarität sei gut gewesen. Aber er hätte sich das Ganze plakativer und emotionaler gewünscht.

Deshalb hat er sich mit seiner Frau und seinen sechs und elf Jahre alten Töchtern zusammengesetzt, um einen solchen öffentlichen Appell zu gestalten. Die Fahne sei das einigende Element, Solidarität aus Sicht der Familie das Stichwort dieser Tage. Jetzt müsse man mehr denn je füreinander da sein, nicht seine Interessen sehen, sondern auch für die anderen handeln.

Jetzt handeln

„Unsere Aktion hat nichts mit Nationalismus zu tun, wir wollen einen Denkanstoß geben. Den Spirit der Solidarität wecken.“ Auch das „Jetzt“ auf der Fahne sei ihnen wichtig: „Ich habe den Eindruck, dass viele junge Leute den Ernst der Lage noch nicht erkannt haben. Doch auch sie sollten nicht erst noch die Abi-Vorfeier veranstalten, sondern sofort Verantwortung für sich und andere übernehmen.“

In der eigenen Familie gebe es Personen, die durch Herzerkrankungen besonders gefährdet seien. Auch einen Infizierten kenne er. „Wenn das Virus auf diese Weise Gesichter bekommt, wird uns die Tragweite unseres Handelns erst richtig bewusst“, sagt Lepper.

Wie im Kalten Krieg

Als Kind der 70-er Jahre ist es für den Unternehmer – wie für die meisten Deutschen – die erste nationale Krise dieser Art, die er miterlebt. „Ähnlich mulmig war es uns bisweilen in der Zeit des Kalten Krieges“, blickt er zurück. Aber damals sei die Informationsdichte noch nicht so groß gewesen.

Er hofft, dass die Deutschen aus der Krise etwas lernen – nicht nur, was die gegenseitige Solidarität angeht, sondern auch auf dem Gebiet der Wirtschaft: „Es darf nicht sein, dass man sich zum Beispiel im medizinischen Bereich von ein oder zwei Anbietern im Ausland völlig abhängig macht.“

Hygienestandards erhöht

Sein eigenes Unternehmen habe insofern gelernt, als dass die Hygie­nestandards erhöht wurden. Homeoffice sei für Handwerker leider nicht möglich. Noch laufe alles wie gehabt, „doch es kann sein, dass wir schon Montag nicht mehr alles Material geliefert bekommen.“

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