Terminverschiebungen für Feste sind im Kreisgebiet nicht geplant
„Schützenleben auf Sparflamme“

Enger/Spenge  (WB). Die Schützen in der Region sind schwer enttäuscht angesichts der Tatsache, dass Großveranstaltungen bis 31. August untersagt sind. „Ich gehe davon aus, dass im Kreis Herford die meisten Vereine ihre Feste absagen“, sagte Ulrich Brünger, Vorsitzender des Schützenkreises Herford. Entscheiden werde jeder Verein für sich.

Samstag, 18.04.2020, 10:00 Uhr
Auch wenn in diesem Jahr keine Schützenfeste gefeiert werden, wird in 2021 wohl kein Thron leer bleiben. Die meisten Regenten im Kreis machen weiter. Foto: Moritz Winde
Auch wenn in diesem Jahr keine Schützenfeste gefeiert werden, wird in 2021 wohl kein Thron leer bleiben. Die meisten Regenten im Kreis machen weiter. Foto: Moritz Winde

Einige Absagen

Bereits abgesagt waren die Feste in Oetinghausen und Herford/Radewig. „Auch wir werden unser Fest absagen. Das Risiko ist einfach zu groß“, meint Hans-Hermann Ebmeyer, Oberst und Vorsitzender der Schützengesellschaft von 1889 Enger. Allein der Altersdurchschnitt der Mitglieder liege bei über 60 und das sei nunmal die Risiko-Gruppe. Zudem würden ja auch die Bürger nicht kommen.

„Wir haben das im Vorstand zwar noch nicht besprochen, aber ich werde auf alle Fälle ein Veto einlegen“, sagt Ebmeyer, der sich eventuell noch einen Umzug vorstellen könnte. Aber auch da kämen sich die Menschen in den Kutschen oder den Musikkapellen sehr nah, räumt er ein.

Er habe sich mal im Sauerland informiert, wo das Schützenfest ja sehr traditionell sei. Auch dort werde nicht gefeiert. „Dabei sind ja eigentlich alle Großveranstaltungen abgesagt. Aber niemand hat darüber informiert, ab wie viel Teilnehmer eine Großveranstaltung anfängt und ob Schützenfeste auch dazu zählen“, wundert sich der Vorsitzende. Froh ist er darüber, dass der Thron sowie Jugend- und Kinderkönig mit ihren Adjutanten zugesagt haben, bis nächstes Jahr weiterzumachen.

 

Verlängerte Amtszeit

Von letzterem geht auch Stefan Göhner, Vorsitzender der Schützengesellschaft Westerenger, aus. „Ich habe zwar noch nicht mit unserem König Maik Ewald gesprochen. Aber der macht sicher weiter“, glaubt Göhner. Auch sein Verein werde in diesem Jahr „zu 99,9 Prozent“ Anfang Juni nicht feiern. „Da müsste schon ein Wunder geschehen, dass wir das doch noch können.“

Göhner führt hier nicht nur das Argument der „überwiegend älteren Mitglieder an“. Wie auch Hans-Hermann Ebmeyer sieht er eine Gefahr im Bierausschank. Bier werde in Gläsern ausgegeben und die würden ja auf Schützenfesten nur kalt gespült. „Da können hygienische Vorgaben schon gar nicht eingehalten werden.“

„Mich macht das sehr traurig. Seit mehr als 50 Jahren bin ich dabei. Aber so etwas hat es noch nicht gegeben“, äußert sich Rolf Kniepkamp, Vorsitzender des Schützenvereins Lenzinghausen. Dieser hatte sein Fest für Mitte August geplant. „Aber ich habe keine groß Hoffnung, dass das stattfinden wird“, meint Kniepkamp. Die Angelegenheit habe noch nicht im Vorstand besprochen werden können. Es könne ja nicht einmal eine Versammlung stattfinden. Eine Alternative für das Schützenfest sei nicht geplant.

 

Dorffest verschoben

Ein „Schützenleben auf Sparflamme“ möchte Gerhard Knemeyer, Vorsitzender des Schützenvereins Dreyen führen. „Auch wenn unser Schützenfest im August nicht stattfinden kann, so möchten wir uns doch ab Mai wieder im kleinen Kreis im Vereinsheim zu unseren Stammtischen treffen“, plant Knemeyer. Besonders freut er sich darüber dass das Kaiserpaar Bernd und Elke Buschmann bis 2021 weitermacht. In Dreyen war das diesjährige Schützenfest als Dorffest mit allen Vereinen gemeinsam geplant. Das wird nun auf das nächste Jahr verschoben.

Sogar die Band „Emsperlen“, die für August schon engagiert war, hat für 2021 ihr Kommen zugesagt. „Wir feiern erst dann, wenn Corona besiegt ist“, hat Knemeyer sich vorgenommen. Noch nicht ganz aufgegeben hat Michael Scheiding, Oberst und Pressewart der Schützengesellschaft Eilshausen. „Ob wir feiern oder nicht, hängt von den konkreten Vorgaben des Landes ab. Nächste Woche findet eine Vorstandssitzung statt. Dann werden wir entscheiden“, kündigt Scheiding an.

 

Schaden eher gering

Der wirtschaftliche Schaden durch den Ausfall ihrer Feste hält sich für die meisten Schützenvereine in Grenzen. „Wir machen beim Schützenfest in Westerenger ohnehin keinen Gewinn“, sagt Stefan Göhner. Etwas anders trifft es jedoch die Schützengesellschaft Enger, mit 330 Mitgliedern größter Schützenverein im Kreis Herford. Karl-Hermann Ebmeyer: „Wir haben keine Einnahmen in 2020. Uns bricht ja nicht nur das Schützenfest weg, sondern auch das Kirschblütenfest. Und das Kreiskönigsschießen fiel auch aus. Aber – wir kriegen das hin.“

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