Salon von Friseurmeisterin Anna Gerz in Westerenger startet am 4. Mai – neue Regeln für die Kunden
Trockenhaarschnitte nicht mehr erlaubt

Enger (WB). So hat sich Anna Gerz den Start in die Selbstständigkeit nicht vorgestellt: Als die Friseurmeisterin am 1. Januar den Salon Köster an der Spenger Straße übernimmt, läuft zunächst alles wie geplant – doch dann kam Corona und warf die Planungen gehörig über den Haufen.

Montag, 27.04.2020, 12:01 Uhr aktualisiert: 27.04.2020, 12:10 Uhr
Friseurmeisterin Anna Gerz wartet auf die ersten Kunden, die sich nach der sechswöchigen Schließung durch die Corona-Krise die Haare schneiden lassen wollen. Foto: Peter Monke
Friseurmeisterin Anna Gerz wartet auf die ersten Kunden, die sich nach der sechswöchigen Schließung durch die Corona-Krise die Haare schneiden lassen wollen.

Sechs Wochen blieb der Salon geschlossen, sechs Wochen ohne Umsätze und Einnahmen, aber mit jeder Menge Kosten. „Es ist gut, dass es mit dem 4. Mai endlich einen Termin für den Neustart gibt – ein Ziel, auf das man hinarbeiten kann“, sagt Anna Gerz. Das Klappern der Scheren fehle ihr mittlerweile doch sehr.

Dass dieser Starttermin auf einen Montag fällt – an dem Frisöre ja eigentlich geschlossen sind – kommt der 39-Jährigen gerade recht: „Wir werden am 4. Mai außer der Reihe ausschließlich für die Herren öffnen, damit möglichst viele von ihnen schon durch sind, bevor am Dienstag die Damen dazu kommen“, sagt Anna Gerz. Denn nach sechs Wochen ohne Dauerwellen und Färben würden wohl einige der Damen-Termine mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Ohne Maske kein Friseurbesuch

Und das bei reduzierter Zahl der Frisiersitze. Denn um die Abstandsregelung einhalten zu können, arbeiten im Damen-Salon vorerst nur noch drei und im Herren-Salon nur eine Mitarbeiterin. „Es wird vieles ein bisschen anders laufen, als gewohnt“, sagt die Friseurmeisterin.

Ohne Termin geht zum Beispiel in den ersten Wochen nichts mehr. Anders könne man den erwarteten Ansturm nicht in geregelte Bahnen lenken. Lediglich am 4. Mai können die Herren noch einmal ohne Termin kommen, sollten dafür aber besonders viel Geduld mitbringen. „Bei wem der Haarschnitt noch nicht ganz so dringend ist, sollte besser noch etwas warten“, rät Anna Gerz.

Pflicht beim Friseurbesuch ist ab sofort außerdem eine Maske für Mund und Nase. Wer keine hat, kann ein Exemplar für zwei Euro im Salon kaufen. Auch die Mitarbeiter werden bei der Arbeit eine Schutzmaske tragen. „Das wird die Kommunikation erschweren, aber es geht nicht anders“, sagt Anna Gerz.

Jeder Kunde muss sich die Haare waschen lassen

Trockenhaarschnitte sind vorerst auch nicht mehr erlaubt – eine Vorgabe der Handwerkskammer, erklärt die Friseurmeisterin. So solle verhindert werden, dass beim Auskämmen der Haare das Virus verbreitet werde. „Jeder Kunde muss sich bei uns die Haare waschen lassen. Es nützt auch nichts, mit nassen Haaren zu kommen“, sagt Anna Gerz. Der Friseurbesuch werde dadurch ein wenig teurer, vor allem für die Herren, man hoffe aber auf Verständnis für diese Maßnahme.

Denn trotz all der neuen Regeln und Vorgaben gelte: „Für uns ist am allerwichtigsten, dass es endlich weiter geht. Nichts wäre fataler, als eine zweite Schließung“, betont Anna Gerz. Bislang habe sie die Krise finanziell meistern können, auch dank der staatlichen Corona-Soforthilfe von 9000 Euro, die schon eine Woche nach dem Antrag ausgezahlt worden sei. Keiner Mitarbeiterin musste gekündigt werden. „Und das soll auch so bleiben.“

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