Facebook-Post sorgt für falschen Alarm: Raupennester am Lachtropweg in Besenkamp sind ungefährlich
Gespinstmotte statt Eichenprozessionsspinner

Enger (WB). „Achtung: Der Lachtropweg in Besenkamp ist voller Eichenprozessionsspinner-Netze!“ – dieser Facebook-Post vom Mittwochabend entspricht zum Glück nicht den Tatsachen. Wie die Stadt Enger auf Nachfrage am Donnerstag mitteilte, sind die beobachteten Raupennester vielmehr einer Gespinstmotte zuzuordnen, und die ist zum Glück ungefährlich.

Donnerstag, 30.04.2020, 18:55 Uhr aktualisiert: 30.04.2020, 19:00 Uhr
Von der Gespinstmotte gibt es viele verschiedene Arten, von denen sich einige aber recht ähnlich sehen. Die Raupen – hier Exemplare der Art Traubenkirschen-Gespinstmotte – bauen gespinstartige Nester. Am Lachtropweg ist ein Pfaffenhütchen befallen. Eine Gefahr für Mensch oder Tier geht von den Nestern nicht aus. Foto: dpa
Von der Gespinstmotte gibt es viele verschiedene Arten, von denen sich einige aber recht ähnlich sehen. Die Raupen – hier Exemplare der Art Traubenkirschen-Gespinstmotte – bauen gespinstartige Nester. Am Lachtropweg ist ein Pfaffenhütchen befallen. Eine Gefahr für Mensch oder Tier geht von den Nestern nicht aus. Foto: dpa

„Mitarbeiter des Bauhofes sind nach dem Facebook-Post am Donnerstagmorgen sofort rausgefahren, um sich die Lage vor Ort anzusehen. Gefunden haben sie zunächst aber nichts“, teilte Inge Nienhüser, Leiterin des Fachbereichs IV (Stadtplanung, Infrastruktur und Umwelt) bei der Stadt Enger mit. Lediglich eine Plastikfolie habe man in einer Eiche entdeckt und vermutet, dass es sich möglicherweise um eine Verwechslung gehandelt haben könne.

Nach einem weiteren Hinweis aus der Bevölkerung, mit einer genaueren Beschreibung des Fundortes, sei ein Mitarbeiter dann ein zweites Mal ausgerückt. Er fand die Raupennester in einem Strauch des gemeinen Pfaffenhütchens am Fuße einer Buche. „Es handelt sich um eine Gespinstmotte, wegen des Standortes sehr wahrscheinlich um die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte“, sagte Inge Nienhüser. Aus den Raupen entwickelt sich ein nur gut zwei Zentimeter großer Nachtfalter mit weißen Flügeln, auf denen schwarze Punkte zu sehen sind.

Beobachtungen immer melden

Nester des Eichenprozessionsspinners hatten im vergangenen Jahr auf einem Friedhof in Wes­terenger und auf dem Gelände der Kita Spielkiste an der Jöllenbecker Straße für Aufregung gesorgt. In beiden Fällen mussten die Nester durch eine Spezialfirma entfernt werden. Es waren seinerzeit die ersten Einsätze dieser Art im Kreis Herford.

Gefährlich an den Raupen dieses Falters sind die Brennhaare. Sie sind giftig und können bei empfindlichen Menschen zu Atemnot, Hautreizungen und im schlimmsten Fall zu allergischen Schocks führen. „Deshalb ist es trotz des Fehlalarms auch gut, dass immer mehr Menschen aufmerksam durch die Natur gehen“, meint Inge Nienhüser. Es sei besser, einmal zu oft eine solche Beobachtung zu melden, als einmal zu wenig.“

Grundsätzlich müsse man künftig wohl damit leben, dass Nester des Eichenprozessionsspinners auch im Kreis Herford immer wieder auftauchen würden. Dafür habe sich der Falter in einigen Regionen in der Nähe in den letzten Jahren zu stark ausgebreitet.

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