18 Jahre Bürgermeister in Enger
Das macht Klaus Rieke heute

Enger (WB). 18 Jahre war er Bürgermeister in Enger, seit 2015 ist er im Ruhestand – was macht Klaus Rieke heute?

Samstag, 27.06.2020, 10:00 Uhr
Klaus Rieke ist viel mit dem Fahrrad in Enger unterwegs. Foto: Kathrin Weege
Klaus Rieke ist viel mit dem Fahrrad in Enger unterwegs. Foto: Kathrin Weege

Der 65-Jährige verbringt viel Zeit mit seiner Familie, verreist gerne und wer ihn in Enger sieht, trifft ihn meist mit dem Fahrrad an. „Strecken innerhalb der Stadt versuche ich, möglichst mit dem Rad zu absolvieren“, sagt er. Bei dem warmen Wetter ist er in kurzer Hose unterwegs. Auf seinem Gepäckträger ist eine Tasche angebracht. Und die wird oft genutzt: Täglich besucht Klaus Rieke seine Mutter, die im nächsten Monat 98 Jahre alt wird und immer noch alleine lebt. „In der Rad-Tasche befindet sich das Mittagessen. Das bringe ich ihr meist nachmittags und sie wärmt es sich dann am nächsten Tag selber auf“, erzählt Rieke.

Keine politischen Funktionen

Mit dem Ende seiner Amtszeit hat der Engeraner alle politischen Funktionen aufgegeben. „Natürlich verfolge ich, wie sich die Dinge in der Stadt unter meinem Nachfolger Thomas Meyer weiterentwickeln. Er geht hier alles sachbezogen und mit seiner ruhigen Art erfolgreich an“, sagt der ehemalige Bürgermeister. Besonders freut er sich, dass sich zwei Themen, die ihm selber immer sehr am Herzen lagen, positiv weiterentwickeln: das Gartenhallenbad und die Realschule. „Gegen den Erhalt des Gartenhallenbads gab es damals erhebliche Widerstände. Zwei Bürgerentscheide waren notwendig. Toll, dass das Bad nun weiter gestaltet wird, ein Eltern-Kind-Bereich geplant ist“, meint Rieke.

Ehrenamtlich tätig

In 25 Jahren habe sich die Realschule, die in der Zeit, als Rieke noch Kämmerer bei der Stadt war, gegründet wurde, stetig entwickelt und sei gewachsen. Inzwischen ist die Bildungseinrichtung fünfzügig. „Der langjährige Schulleiter Joachim Blombach geht nun in den Ruhestand. Zu seiner Verabschiedung habe ich auch eine Einladung erhalten. Ich komme sehr gerne“, sagt der Mann mit dem SPD-Parteibuch.

Schon in seiner Zeit als Bürgermeister war Rieke nebenamtlich bei der B & S in Bünde tätig und ist es auch heute noch. Ehrenamtlich engagiert er sich seit dem Ende seiner Bürgermeister-Zeit in der Ruth-und-Willi-Biermann-Stiftung. Er ist Vorstandsvorsitzender, teilt sich die Arbeit aber mit Hans-Werner Lück aus Löhne, der vor allem für das Finanzmanagement verantwortlich ist. Rieke selber übernimmt den repräsentativen Part und pflegt die Kontakte zu den Zuweisungsempfängern. Die Stiftung unterstützt vor allem in zwei Bereichen: in der Kinderkrebs- und der Altenhilfe. Besondere Förderung finden regelmäßig die Alzheimerberatungsstelle im GTE und das Kinderhaus Bad Oexen. Finanzerträge und Spenden werden jährlich im mittleren fünfstelligen Bereich ausgeschüttet.

Urlaub musste ausfallen

Urlaub in der Sonne und am Meer: Klaus Rieke reist gerne mit seiner Frau Angelika. Coronabedingt musste allerdings dieses Jahr schon einiges ausfallen: „Dresden, Wien und ein Familienurlaub mit den Enkeln in Norddeich wurden gestrichen“, erzählt der Engeraner. Im Sommer soll es aber nach Kühlungsborn an die Ostsee gehen. Besonders freut sich Rieke immer auf seine zwei Enkelkinder, die in Kaarst leben. Aber auch hier hat Corona für eine ganze Weile Besuche unmöglich gemacht.

Fit mit Seniorensport

Fit hält sich Rieke beim Seniorensport des TV Concordia. Da sei er aber noch einer der Jüngsten. Er ist zudem Mitglied in allen Kulturvereinen in Enger, dem TVC sowie bei den Schützen Enger.

Ob er seine Entscheidung, 2015 als Bürgermeister aufzuhören, je bereut hat, kann Rieke sicher verneinen. „Man hat Zeit für seine Lieben und sich. Ich lese gerne und es findet sich eigentlich immer etwas zu tun.“

Ganz vergessen hat er das Rathaus nicht. Immer wieder mal besucht er seine Kollegen wie Ingrid Fleer, die lange Jahre in seinem Vorzimmer saß.

Zur Person

Klaus Rieke (SPD) ist verheiratet, hat drei erwachsene Töchter und zwei Enkelkinder. Der Diplom-Verwaltungswirt lebt in Enger und hat seine berufliche Laufbahn am 1. September 1975 bei der Stadt Bielefeld begonnen. Bevor er zum 1. September 1993 in die Stadtverwaltung Enger wechselte, arbeitete er in Leopoldshöhe, Augustdorf und der Stadtverwaltung Detmold. Dabei war er in den Bereichen Tiefbau, Schule, Jugend, Sport und Finanzen beschäftigt. In Enger begann der heute 65-Jährige als Kämmerer. 1997 wurde er per Ratswahl das erste Mal zum Bürgermeister gewählt, es folgten Bürgerschaftswahlen, die Rieke 1999, 2004 und 2009 gewann, was ihn zum Bürgermeister bestimmte. 2015 trat er nicht wieder zur Wahl an.

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