Der parteilose Professor und Psychologe Horst Beuermann ruft Bürgertisch ins Leben
Engeraner sollen ihre Stadt gestalten

Enger (HK). „Diese Stadt ist wirklich schön, fast schon paradiesisch. Aber die Infrastruktur lässt zu wünschen übrig“, findet Professor Horst Beuermann. Mit Blick auf die Kommunalwahl möchte er möglichst viele Engeraner animieren, ihre Vorstellungen zur Stadtgestaltung zu äußern und ihnen Gehör verschaffen.

Dienstag, 30.06.2020, 08:00 Uhr
Professor Horst Beuermann (68) möchte die Engeraner einladen, eigene Wünsche und Ideen zur Stadtgestaltung zu äußern und die Widukindstadt aktiv mitzugestalten. Dafür hat der Psychologe einen Bürgerdiskussionstisch ins Leben gerufen. Foto: Dembert
Professor Horst Beuermann (68) möchte die Engeraner einladen, eigene Wünsche und Ideen zur Stadtgestaltung zu äußern und die Widukindstadt aktiv mitzugestalten. Dafür hat der Psychologe einen Bürgerdiskussionstisch ins Leben gerufen. Foto: Dembert

Dafür hat der Geschäftsführer einer Managementberatung einen Bürgerdiskussionstisch ins Leben gerufen, der sich in Engeraner Lokalen trifft. Eingeladen sei jeder, gesprochen werde auf Augenhöhe – auch die Politiker der Stadt seien gern gesehen, betont der Initiator.

Zeit, Entscheidungen zu treffen

„Ich habe das Gefühl, unsere Stadt wird nur verwaltet. Mir ist vollkommen egal, wer Dinge in Gang setzt, Hauptsache es passiert etwas“, erklärt Beuermann sein Engagement als Parteiloser. Enger habe nicht verdient, runtergefahren zu werden. Es sei an der Zeit, mutige Entscheidungen zu treffen, auch auf die Gefahr hin, dass diese in der Retrospektive doch nicht die besten waren.

Größten Handlungsbedarf sieht Beuermann aktuell in der Innenstadt. „In der Einkaufsstraße muss wirklich was passieren“, konstatiert der Psychologe. Die Leerstände schadeten auch den ansässigen Kaufleuten. Wissend, dass die schlechte Energieeffizienz der Gebäude Grund für die meisten Leerstände ist, schlägt der 68-Jährige vor, seitens der Stadt Investitionswillige mit Subventionen bei der energetischen Sanierung zu unterstützen.

Besucher locken

„Die Überlegung sollte sein, durch welche Maßnahmen auch Besucher aus den Nachbarstädten zum Einkaufen und Verweilen nach Enger gelockt werden“, findet Beuermann. Dass die Stadt ein neues Wohngebiet ausgewiesen habe, begrüße er ausdrücklich. „Jetzt muss die Infrastruktur geschaffen werden, die dieses Gebiet attraktiv macht.“

Der Bürgertisch-Initiator liebt das Netzwerken. Viele Ideen aus unterschiedlichen Richtungen und Blickwinkeln könnten nur bereichern, ermutigt er zur Teilnahme. Deshalb sollten dem Denken in Sachen Stadtgestaltung auch keine Schranken auferlegt sein.

Dialog ist wichtig

„Die Bürger müssen ihre Resignation ablegen und sich einbringen. Natürlich ist nicht jede Bürgeridee durch die Verwaltung umsetzbar, aber das lässt sich ja kommunizieren und begründen. Dialog ist wichtig und schafft Vertrauen“, meint Horst Beuermann.

Nach einem ersten Treffen in der Jever Deel, bei dem sich im Laufe des Abends mehr und mehr Kneipenbesucher in die Diskussion eingeschaltet und viele Impulse eingebracht haben, möchte Beuermann die Treffen im 14-tägigen Rhythmus stattfinden lassen.

Termine für Bürgertisch

Der nächste Bürgertisch findet am Mittwoch, 1. Juli um 18.30 Uhr im Café Fensterplatz in der Mathildenstraße statt, danach treffen sich Interessierte am Donnerstag, 16. Juli um 18.30 Uhr im Biergarten Nuffer in der Opferfeldstraße.

Kommentar

Es ist gut, dass es Menschen gibt, die sich dafür einsetzen, dass ihre Stadt attraktiv bleibt. Ein Bürgertisch ist eine gute Möglichkeit, im zwanglosen Gespräch Ideen zu sammeln.

Es wäre allerdings falsch zu sagen, dass sich in Enger nichts rührt. Viele Gruppierungen machen sich Gedanken, wie ihre Stadt gestaltet werden kann. Nur eines von vielen Beispielen ist der Stammtisch Barmeierplatz, der nicht nur Kulturelles plant, sondern auch den Wasserspielplatz gestaltet hat.

Trotzdem ist es richtig, dass es noch einige Baustellen gibt. Vernetzung ist hier wichtig. Vor allem in einer kleinen Stadt wie Enger können Bürger mitgestalten. Je mehr Menschen dazu Lust haben, desto besser wird das Ergebnis. Christina Bode

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7473238?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514624%2F
Tönnies darf wieder schlachten
Rheda-Wiedenbrück: Frisch geschlachtete Schweine hängen in einem Kühlhaus des Fleischunternehmens Tönnies. Foto: Bernd Thissen/dpa
Nachrichten-Ticker