Nach Brand in Belke-Steinbeck: Feuerwehrchef gibt Tipps – Feuchtigkeit vermeiden
Darauf sollten Sie bei Akkus achten

Enger (WB). Sie sind wiederaufladbar und vielfältig einsetzbar: Akkumulatoren, kurz Akkus genannt. Die praktischen Energiespeicher können jedoch bisweilen gefährlich werden. So waren es defekte Akkus, die am 21. Mai den Dachstuhlbrand in Belke-Steinbeck auslösten. Michael Rogowski, Leiter der Feuerwehr Enger, erklärt, worauf man bei der Nutzung achten sollte.

Montag, 06.07.2020, 10:02 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 12:40 Uhr
Wie die Brandermittler später feststellten, war ein Akkubrand Ursache für das Feuer, zu dem 70 Feuerwehrleute an Christi Himmelfahrt nach Belke-Steinbeck ausrücken mussten. Der Dachstuhl brannte völlig aus, das Erdgeschoss ist durch Löschwasser unbewohnbar geworden. Foto: Tim Freitag
Wie die Brandermittler später feststellten, war ein Akkubrand Ursache für das Feuer, zu dem 70 Feuerwehrleute an Christi Himmelfahrt nach Belke-Steinbeck ausrücken mussten. Der Dachstuhl brannte völlig aus, das Erdgeschoss ist durch Löschwasser unbewohnbar geworden. Foto: Tim Freitag

„Akkus – in den meisten Geräten befinden sich Lithium-Ionen-Akkus – sind eine sichere Technologie, die weltweit in verschiedenen Bereichen Einsatz findet“, betont der Stadtbrandinspektor. Allerdings gelte es einige Verhaltensregeln zu beachten.

Gefahr Kurzschluss

Bei einem Kurzschluss, also einem Stromfluss ohne Widerstand, entwickelt sich im Innern des Akkus enorm viel Wärme, die zum Brand führen kann. Akkus sollten daher generell vor Feuchtigkeit und starken Temperaturschwankungen geschützt werden. Auch durch ein Metall, das mit den Polen in Berührung kommt, kann es zur widerstandslosen Entladung kommen.

„Akkus mit einem beschädigten Gehäuse sollten in jedem Fall ausgetauscht werden“, rät Rogowski. Schon ein ungünstiger Fall auf eine Ecke könne einen Sprung im Gehäuse zur Folge haben. Keinesfalls bietet das Umwickeln mit Klebeband einen adäquaten Schutz.

Korrekt entsorgen

Akkus mit kaputtem Gehäuse müssen fachgerecht entsorgt werden, bei der Schadstoffsammlung, in Sammelcontainern oder beim Händler. Im feuchten Materialmix des Hausmülls entsorgt, steigt die Gefahr eines Kurzschlusses und somit eines Brandes.

Beim Kauf von Akkus und Ladegeräten sollte nicht zum billigsten Angebot gegriffen werden, meint der Feuerwehrchef. Außerdem sollten die Sicherheitshinweise der Hersteller beachtet werden.

Überhitzungsgefahr

Wer einen Akku zum Aufladen ans Netz hängt, sollte dies nicht tagelang tun, sondern die Verbindung bei vollständiger Ladung wieder trennen. „Die Geräte haben zwar einen Abschaltschutz, aber wenn der nicht funktioniert, kann es bei zu langem Laden zur Überhitzung kommen“, sagt Rogowski.

Grundsätzlich rät er dazu, Akkus nicht in Räumen ohne Rauchmelder zu laden. Das Frei­stehen auf Beton- oder Fliesenfußboden verhindert im Fall eines Kurzschlusses ein schnelles Ausbreiten des Brandes. Akkus sollten möglichst nicht zwischen schnell brennbarem Material oder auf Teppichen geladen werden. Ganz wichtig: „Niemals versuchen, Einwegbatterien wieder aufzuladen!“

Mit Decke ersticken

Gerät ein Akku während des Ladevorgangs tatsächlich in Brand, sollte das Gerät schnell vom Netz genommen werden. Auch bei gekappter Stromzufuhr sollte der Brand nicht mit Wasser gelöscht werden.

„Die Reaktion von Wasser und Lithium sorgt für noch mehr Wärmeentwicklung und es entstehen ätzende Lithiumlauge und brennbarer Wasserstoff”, erklärt Rogowski. Am besten werde der Brand mit einer Decke oder Sand erstickt.

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